Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Strom und Wärme aus Biogas lohnen sich auch für Ökobauern

27.06.2006
Pilotprojekt im Wendland zur Biomassenutzung im ökologischen Landbau erfolgreich gestartet

Biobauer Ebeling aus Püggen im Wendland baut jetzt nicht nur ökologisch Getreide und Kartoffeln an, er erzeugt auch umweltgerecht Strom und Wärme aus Biogas - mit dreifachem Nutzen: Er verringert den Ausstoß klimaschädlicher Gase, verbessert die Nährstoffbilanz seines Betriebes und wirtschaftlich lohnt es sich für ihn auch. Möglich macht dies eine mit finanzieller und fachlicher Unterstützung des Bundesumweltministeriums (BMU) und des Umweltbundesamtes (UBA) errichtete so genannte Biogasanlage. Diese vergärt Kleegras und Maispflanzen zu einem Gas (Methan), das ein benachbartes Blockheizkraft in Strom und Wärme umwandelt. Zusätzlich liefert die Anlage dem Bauern Biodünger, denn die Gärrückstände sind wertvolle Nährstoffe für seine Felder. Das Projekt zeigt: Auch für kleine Ökolandbaubetriebe ist die Biogasnutzung mittlerweile wirtschaftlich attraktiv.

Bisher war die Rentabilität solcher Anlagen im Ökolandbau vor allem wegen der geringeren Zahl an Tieren pro Hektar und dem fehlenden Flüssigmist als klassischem Grundstoff für Biogasanlagen fraglich. Aber selbst mit wenig Gülle lässt sich profitabel Biogas erzeugen. Bauer Ebeling zum Beispiel vergärt zusammen mit der Gülle pflanzliche Rohstoffe: ökologisch angebauten Mais und Kleegras. So erzeugt er Biogas, das ein Blockheizkraftwerk anschließend verbrennt. Der dort erzeugte Strom gelangt vollständig in das Netz eines öffentlichen Versorgers. Die entstandene Wärme beheizt ganzjährig die Gärbehälter des Bauern und im Winter mittlerweile sieben Wohnhäuser im benachbarten Dorf. Weitere Häuser sollen folgen - insgesamt könnte die Anlage etwa zwölf bis dreizehn Wohnhäuser mit Wärme versorgen. Der Ökolandbetrieb und die Nachbarn sparen so 40 Tonnen Heizöl pro Jahr ein und vermeiden jährlich über 100 Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid.

Ein weiteres Plus der Biogasanlage: Der im Kleegras und Mais enthaltene Stickstoff lässt sich effektiv nutzen. Als Teil der Gärrückstände kann der Bauer den Stickstoff als einfach verfügbaren, flüssigen Bio-Dünger auf die Felder bringen. Bislang pflügen Ökolandbetriebe das Kleegras in der Regel direkt unter. Sie führen dem Boden so natürlichen Stickstoffdünger zu, um die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten - im Ökolandbau ist mineralischer Stickstoffdünger nicht erlaubt. Das Unterpflügen der Kleepflanzen führt jedoch zu Ammoniakemissionen sowie zum Ausstoß der Klimagase Methan und Lachgas. Mit dem flüssigen Dünger auf Basis fermentierten Kleegrases verringert sich dieser Ausstoß: Die Landwirte bringen den Dünger also klimaschonend und ohne Ertragsverluste auf die Felder.

... mehr zu:
»Biogas »Biogasanlage »Kleegras »Wärme

Weitere Informationen zum Projekt erteilt das Fachgebiet "Umwelt und Landwirtschaft", Ansprechpartner: Herr Dr. Dietrich Schulz, 0340 2103 2885, dietrich.schulz@uba.de.

Martin Ittershagen | idw
Weitere Informationen:
http://www.umweltbundesamt.de

Weitere Berichte zu: Biogas Biogasanlage Kleegras Wärme

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht TU Ilmenau erforscht innovative mikrooptische Bauelemente für neuartige Anwendungen
21.09.2017 | Technische Universität Ilmenau

nachricht Bald bessere Akkus?
21.09.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie