Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Robotersteuerungen der nächsten Generation

06.04.2005


Sind Roboter nur "dumme" Helfer? Ein Blick in moderne Fertigungsstätten legt noch immer diese Vermutung nahe. Das Institut für Robotik und Prozessinformatik der Technischen Universität Braunschweig entwickelt Steuerungsarchitekturen für Roboter, die mehr können: Sie sind flexibel, können diverse "Sinneseindrücke" gleichzeitig verarbeiten und sogar Fehler ausgleichen. Was das bedeutet, zeigt ein Jenga spielender Roboter.


Auch für Menschen ist Jenga eine echte Herausforderung, die Taktik, Geschicklichkeit und geschärfte Sinneswahrnehmung gleichzeitig verlangt. Die Aufgabe besteht darin, aus einem Turm von Holzquadern einen losen zu finden, diesen herauszudrücken, zu greifen und als letztes wieder oben auf dem Turm abzulegen.

An Stelle eines Tastsinnes verfügt der Roboter über einen an der "Hand" montierten Kraft-/Momentensensor. Ein Abstandssensor und zwei Kamerasysteme ersetzen das Augenpaar. Indem er diese verschiedenen Sensoren in der Arbeitszelle integriert, kann der Roboter sogar auf Fehler in der realen Welt "intelligent" reagieren.


Um Roboter wie diesen zu bauen, wurde am Institut eine ganz neue Steuerungsarchitektur entwickelt. Sie macht es möglich, beliebige Sensoren und Regler in die Steuerung zu integrieren, ohne deren Kern und das Anwenderinterface zu verändern. So können intuitiv Roboter programmiert werden, die außer Jenga auch noch ganz andere Geschicklichkeitsaufgaben meistern können. Genau so einfach, wie heute ein USB-Gerät an einem PC auszutauschen ist, kann man hier einen weiteren Sensor und/oder Regler hinzufügen bzw. entfernen. Sämtliche Prozesse in diesem verteilten System kommunizieren über eine einheitliche Schnittstelle, die von der ebenfalls am Institut entwickelten echtzeitfähigen Middleware MiRPA (Middleware for Robotic and Process Control Applications) bereitgestellt wird. Je nach Anforderung bilden ein oder mehrere PCs (Skalierbarkeit) die Hardwaregrundlage. Sie sind über eine Anpassbaugruppe direkt mit der Leistungselektronik der Gelenkantriebe verbunden. In diesem Exponat werden beispielhaft drei PCs eingesetzt, die über eine Anpassbaugruppe mit einem Standardindustrieroboter verbunden sind.

Zu sehen auf der Hannover Messe vom 11. bis 15. April 2005 Halle 2, Stand A10

Dr. Elisabeth Hoffmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.cs.tu-bs.de
http://www.cs.tu-bs.de/rob

Weitere Berichte zu: Anpassbaugruppe Roboter Sensor Steuerungsarchitektur

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Neuro-Robotik ermöglicht Querschnittsgelähmten selbstständig zu essen
07.12.2016 | Eberhard Karls Universität Tübingen

nachricht Höhere Energieeffizienz durch Brennhilfsmittel aus Porenkeramik
05.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Event News

ICTM Conference 2017: Production technology for turbomachine manufacturing of the future

16.11.2016 | Event News

Innovation Day Laser Technology – Laser Additive Manufacturing

01.11.2016 | Event News

#IC2S2: When Social Science meets Computer Science - GESIS will host the IC2S2 conference 2017

14.10.2016 | Event News

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Universum enthält weniger Materie als gedacht

07.12.2016 | Physik Astronomie

Partnerschaft auf Abstand: tiefgekühlte Helium-Moleküle

07.12.2016 | Physik Astronomie

Bakterien aus dem Blut «ziehen»

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie