Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Exportorientierte Firmen fordern mehr Unterstützung bei Markterschließung

12.07.2002


Durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz hat die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien in Deutschland einen Boom erlebt. Noch größere Märkte bietet hingegen die ländliche Elektrifizierung in Entwicklungs- und Schwellenländern. Aus energie- und entwicklungspolitischer Sicht sind dies natürliche und nachhaltige Märkte. Da Märkte sich nicht von alleine entwickeln, haben sich im »Club zur ländlichen Elektrifizierung CLE« unter Koordination des Fraunhofer ISE derzeit 15 vor allem kleine und mittelständische Unternehmen zusammengeschlossen, um gemeinsam die Erschließung dieser interessanten Zielmärkte für die deutsche Wirtschaft voranzutreiben.

... mehr zu:
»CLE »Elektrifizierung

Rund zwei Milliarden Menschen haben keinen Zugang zum Stromnetz. Ländliche Elektrifizierung ist ein wichtiges Strategieelement zur Entwicklung des ländlichen Raums in Entwicklungsländern. Angepasste Konzepte und Technologen für die dezentrale Stromversorgung können als Schlüssel zur Bekämpfung von Armut, Krankheiten, Bevölkerungswachstum und Landflucht fungieren. »Photovoltaik und andere erneuerbare Energien spielen dabei eine zentrale Rolle, weil sie in kleinen, verteilten Einheiten die wirtschaftlichste Alternative darstellen«, so Prof. Joachim Luther, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE.

Industrie und Forschung in Deutschland haben in den letzten Jahren Qualitätsprodukte für die Umsetzung der ländlichen Elektrifizierung entwickelt. »Um für diese Produkte die Märkte mit gebotener Geschwindigkeit zu entwickeln, ist allerdings«, so Prof. Luther, »eine zeitlich begrenzte tatkräftige politische Unterstützung notwendig, ähnlich wie bei netzgekoppelten Anlagen in Industrieländern.«


CLE hat sich drei wesentliche Ziele gesetzt:
  1. Verbesserung der staatlichen Randbedingungen für deutsche Firmen zur Entwicklung der schwierigen Märkte in Entwicklungs- und Schwellenländern.
  2. Gemeinsame Sammlung und Aufarbeitung von Informationen zu Ländern und Elektrifizierungsprogrammen.
  3. Kooperation der Firmen beim Markteintritt in die Länder sowie bei Projekten durch Bildung von Konsortien und durch gemeinsame Nutzung lokaler Vertretungen.

CLE bietet seinen Mitgliedern regelmäßige Informationen über internationale Programme und Projekte in Form eines Newsletters und auf einer eigenen Internetseite (www.cle-export. de). Speziell für die gemeinsame Akquisition von Weltbank-Projekten werden entsprechende Strukturen vorbereitet.

Ein wesentliches Strategieelement aber ist die Schaffung von Randbedingungen von staatlicher Seite in Deutschland, die es deutschen Firmen ermöglichen, im Wettbewerb mit anderen europäischen, amerikanischen oder asiatischen Firmen zu bestehen. In nahezu allen Ländern gibt es erhebliche direkte und indirekte politische und finanzielle Unterstützung zur Eroberung der Märkte in Schwellen- und Entwicklungsländern. Deutsche Firmen können dagegen bisher kaum auf Unterstützung zurückgreifen, während es gleichzeitig häufig geschieht, dass mit Hilfe deutscher Entwicklungshilfegelder ausländische Konkurrenten unterstützt werden.

Einen ersten Anlauf zur Verbesserung dieser Situation hat die Bundesregierung mit der Initiierung eines bei der Deutschen Energieagentur DENA angesiedelten Exportrates unternommen. Ziel dieser Initiative ist es vor allem, die Aktivitäten der verschiedenen staatlichen Organisationen und Ministerien zu bündeln und damit konzertierte Aktionen zu ermöglichen. Allerdings ist der Exportrat nicht mit eigenen finanziellen Mitteln zur Entwicklung der Märkte ausgerüstet. CLE fordert deshalb neben der Vereinfachung bestehender Verfahren und der geeigneten Bündelung bestehender Programme vor allem aktive Unterstützung durch Bereitstellung zusätzlicher Gelder. Zudem muss eine differenzierte Betrachtung der Märkte für erneuerbare Energie stattfinden.

Märkte der ländlichen Elektrifizierung sind kleinteilige Märkte mit vielen Einzelanlagen und verlangen gänzlich andere Instrumente als z.B. große Windkraftanlagen. Der Interessenverband schlägt zahlreiche exportfördernde Maßnahmen vor. Dazu zählen die verstärkte personelle Präsenz in internationalen Organisationen und Ministieren der Zielländer sowie konzertierte Aktionen für die Demonstration deutscher Qualitätsprodukte. Ebenso die Schaffung geeigneter Strukturen für Kapitalbereitstellung und Bürgschaften und die Unterstützung bei der Durchführung von technischen Seminaren zur Ausbildung von Ingenieuren, Technikern und Entscheidungsträgern in den Zielländern – um nur einige wenige Beispiele zu nennen.

CLE versteht sich als kompetenter Ansprechpartner für alle staatlichen Stellen zur Ausarbeitung von geeigneten Strategien zur Entwicklung der Märkte. CLE verfolgt einen nachhaltigen und ganzheitlichen Ansatz, der eine Symbiose aus effizienter Entwicklung ländlicher Gegenden in Entwicklungs- und Schwellenländern mit der Schaffung hochwertiger Arbeitsplätze in Deutschland verbindet. Eine Kombination aus staatlichem und privatwirtschaftlichem Engagement ermöglicht eine effizientere Entwicklungshilfe bei gleichzeitiger Stärkung der deutschen Wirtschaft. Beides muss kein Widerspruch sein.

Informationen – auch zur Mitgliedschaft :
www.cle-export.de
oder beim designierten Geschäftsführer:
Dirk Uwe Sauer
Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE
Heidenhofstrasse 2, 79110 Freiburg
Tel.: 0761 / 45 88 5216, E-Mail: sauer@ise.fhg.de
CLE ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Freiburg im Breisgau.

Karin Schneider | Presseinformation

Weitere Berichte zu: CLE Elektrifizierung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Geräteschutzschalter erfüllt NEC Class 2
19.05.2017 | PHOENIX CONTACT GmbH & Co.KG

nachricht Elektronikgehäuse für Anzeigeeinheiten
19.05.2017 | PHOENIX CONTACT GmbH & Co.KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten