Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Dreifach innovativ in 3D: Der "Virtuelle Anatomieassistent" aus Augsburg auf der CeBIT

15.02.2007
Ritchie präsentiert am "Bayern Innovativ"-Stand drei bahnbrechende Entwicklungen des Augsburger Multimedialehrstuhls

Eine moderne Mensch-Maschine-Schnittstelle, ein innovatives Ausgabemedium und ein kontext-sensitives Autorensystem: das sind die drei neuen Entwicklungen, die der Augsburger Lehrstuhl für Multimedia-Konzepte und ihre Anwendungen mit "Ritchie, dem "Virtuellen Anatomieassistenten" auf der CeBIT (15. bis 21. März 2007) vorstellen wird.

Am Stand von "Bayern Innovativ" (B20, Halle 9) werden die Messebesucher diese neuen Errungenschaften spielerisch testen können. "Mit Ritchie werden wir einmal mehr zeigen können, wie Engagement und Kreativität in einem jungen Team zu innovativen Spitzenleistungen führen können", verspricht Lehrstuhlinhaberin Prof. Dr. Elisabeth André.

Das Herz an den rechten Fleck

Mit der Installation "Virtueller Anatomieassistent" erfahren die Besucher der CeBIT ein beeindruckendes Interaktionserlebnis: Ritchie, das virtuelle Kerlchen, bittet sie um Hilfe: Sie sollen sich einer anatomischen Aufgabe stellen. Eventuell mangelnde Anatomiekenntnisse sind dabei kein Grund zur Angst, denn Ritchie hilft! Der Besucher nimmt einzelne Organe von der Leinwand, einem digitalem Spiegel, und platziert sie in einem echten Skelett, ohne dass er dabei sichtbar etwas "in der Hand" hätte. Das Resultat des "Organtransfers" zeigt sich im digitalen Spiegel. Anders als bei einem Film, geht es bei dieser Anwendung nicht nach einem festen Drehbuch. Vielmehr werden die Aktionen des Besuchers in Echtzeit analysiert, um direkt Einfluss auf den Handlungsverlauf und die Reaktionen von Ritchie zu nehmen.

Intuitive multimodale Mensch-Maschine-Kommunikation

Ritchie erkennt, ob Besucher da sind, und reagiert auf sie. Er gibt verbale Kommentare, unterstützt beim Platzieren der Organe, kritisiert und schimpft. Dies ist möglich durch eine ausgefeilte Kombination neuester Technologien: einer optischen Personenerkennung, einer situationsabhängigen Dialogplanung und einer darauf abgestimmten Echtzeitanimation des virtuellen Charakters. Der Besucher agiert nicht mit Maus und Tastatur, sondern mit einem realen Zeigestab, dessen Bewegungen von Trackingkameras visuell erfasst werden. Der virtuelle Charakter setzt diese Aktion des Computers um und reagiert situationsbedingt. Gestik und Mimik in Verbindung mit moderner Sprachtechnologie verleihen dem virtuellen Charakter ein lebendiges Verhalten und verstärken beim Benutzer das Gefühl natürlicher Kommunikation. Dabei ist der Charakter bewusst nicht realistisch, sondern kann in seiner cartoonartigen Gestaltung eine flotte Lippe riskieren. So entsteht keine Erwartung nach realem Verhalten, die künstliche Intelligenz tritt nicht in Konkurrenz mit der menschlichen.

Weltneuheit: Digitaler Spiegel

Der digitale Spiegel ist ein innovatives Ausgabegerät mit dem besonderen Etwas: Virtuelle Informationen können in reale Objekte eingearbeitet und von ihnen verdeckt und überlagert werden. Das ganze erfolgt in Echtzeit und mit höchster Genauigkeit. Solche Techniken der Augmented Reality bieten gegenüber der reinen virtuellen Realität den Vorteil, dass sich der Benutzer weiterhin in seiner vertrauten Umgebung, in der Realität, befindet. Weiterhin muss die reale Welt nicht komplett nachmodelliert werden, Interaktion und Visualisierung konzentrieren sich vielmehr auf die relevanten Elemente. So werden in der gezeigten Anwendung die Aktionen des Besuchers mit den audiovisuellen Reaktionen des virtuellen Charakters gemeinsam auf dem digitalen Spiegel abgebildet. Der Besucher bleibt und handelt in seiner realen Umgebung, virtuelle Objekte werden in diese Realität eingebaut und im digitalen Spiegel sichtbar. Der digitale Spiegel kann in museumspädagogischen Bereichen eingesetzt werden, wenn beispielsweise auf ein reales Dinosaurierei der virtuelle Embryo projiziert wird. Denkbar wäre etwa auch eine Typ- und Stilberatung mit einer virtuellen Anprobe von Haarteilen oder Kleidungsstücken.

Digitale Geschichten, die sich automatisch an den Umgebungskontext anpassen

Mit ACOSAS, dem Autorensystem zur Erstellung interaktiver Geschichten, ist den Augsburger Multimedia-Spezialisten ein besonderer Coup gelungen. ACOSAS stellt ein umfangreiches Repertoire an Werkzeugen bereit, mit dem selbst Computerneulinge digitale Geschichten entwerfen können. Statische und dynamische Informationen, die von speziellen Sensoren aus der Umgebung des Benutzers erfasst werden, lassen sich auf einfache Art und Weise als Kontext in eine digitale Geschichte einbetten. Damit kann der reale Raum als Bühne genutzt und Geschichten können dynamisch an aktuelle Gegebenheiten oder spontane Publikumsreaktionen angepasst werden.

Talentschmiede in Bayrisch-Schwaben

Der Lehrstuhl für Multimedia-Konzepte und ihre Anwendungen von Prof. Dr. Elisabeth André verfügt über international anerkannte Kompetenz in den Bereichen multimodale Mensch-Maschine Interaktion, kommunikative virtuelle Agenten und perzeptive Benutzerschnittstellen. Das interaktive Exponat wurde vom Team um Dr. Klaus Dorfmüller-Ulhaas und in enger Kooperation mit der inoptech GmbH - einer Firmengründung von Mitarbeitern des Augsburger Informatik-Instituts - entwickelt.

Klaus P. Prem | idw
Weitere Informationen:
http://www.inoptech.de
http://www.bayern-innovativ.de
http://mm-werkstatt.informatik.uni-augsburg.de/3d/vaa

Weitere Berichte zu: ACOSAS Echtzeit Innovativ Interaktion Virtuell

Weitere Nachrichten aus der Kategorie CeBIT 2007:

nachricht Online: future talk CeBIT 2007, Videos, Fotos
04.04.2007 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH

nachricht CeBIT Highlights des Fraunhofer IAO
03.04.2007 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

Alle Nachrichten aus der Kategorie: CeBIT 2007 >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

23. Baltic Sea Forum am 11. und 12. Oktober nimmt Wirtschaftspartner Finnland in den Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

6. Stralsunder IT-Sicherheitskonferenz im Zeichen von Smart Home

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

OLED auf hauchdünnem Edelstahl

21.09.2017 | Messenachrichten

Weniger (Flug-)Lärm dank Mathematik

21.09.2017 | Physik Astronomie

In Zeiten des Klimawandels: Was die Farbe eines Sees über seinen Zustand verrät

21.09.2017 | Geowissenschaften