Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wertschöpfungsketten besser steuern durch Bionik

25.05.2009
Verbundprojekt am Bionik-Innovations-Centrum der Hochschule Bremen
Wie die Wirtschaft vom Erfolgsunternehmen Natur profitieren kann
Bundesforschungsministerium fördert Verbundprojekt BIONOS
Ein ebenso spannendes wie zukunftsträchtiges Verbundprojekt startet aktuell am Bionik-Innovations-Centrum der Hochschule Bremen: Ein Konsortium aus drei Hochschulen und einem Praxispartner soll während der zweijährigen Laufzeit herausfinden, ob sich mit Hilfe der Bionik komplexe Wertschöpfungsketten verbessern lassen.

Im Kern geht es bei dem Vorhaben BIONOS ("Bionic for optimizing supply chains" - "Verbesserte Steuerung von Wertschöpfungsketten durch Bionik") um die Beantwortung folgender Fragen: Wie bleiben die immer komplexeren Wertschöpfungsketten steuerbar? Wie lassen sie sich optimieren, zum Beispiel mit Blick auf den Faktor Zeit oder den Verbrauch an fossilen Brennstoffen? Die Fragestellung berührt sowohl rein ökonomische als auch ökologische Aspekte.

Ziel des Forschungsprojekts BIONOS ist die Identifizierung und Überprüfung möglicher Lösungsansätze für eine verbesserte Steuerung globaler Wertschöpfungsketten in der Wirtschaft durch Analogiefindung aus der Biologie (s. u. Bild "Analogiefindung zwischen Biologie und Wirtschaft (Pilzucht, T-Shirt-Produktion"). Gegenstandsbereiche des Projektes sind logistische (Kooperations-)Netzwerke bzw. Wertschöpfungsketten sowohl in biologischen Organisationsformen (Systembereich Biologie) als auch in Unternehmen (Systembereich Wirtschaft).

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das zweijährige Vorhaben im Rahmen des Innovationsprogramms BIONA mit 550.000 Euro. Koordiniert wird das Verbundprojekt vom Institut für Verkehrsplanung und Logistik der TU Hamburg-Harburg. Weitere Projektpartner sind die Fakultät Wirtschaft und Management der TU Berlin, das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung Berlin sowie die Tchibo GmbH als Praxispartner.

Globalisierte Märkte verstärken die räumliche Arbeitsteilung in der Produktion sowie bei der Waren- und Güterverteilung. Material- und Informationsflüsse, Fertigungs- und Vertriebsprozesse werden zunehmend vielschichtiger und verzweigter. In der Natur sind sämtliche Systeme und Prozesse einer ständigen Effizienzoptimierung unterworfen. Sind hier neuartige Ansätze für eine Ressourcen schonende Steuerung globaler Wertschöpfungsnetzwerke zu finden? Das BIONOS-Projekt-Konsortium, das sich fächerübergreifend aus Wirtschaftsfachleuten, Informatikern und Bionikern zusammensetzt, ist überzeugt davon, auch wenn sie mit ihrem Vorhaben wissenschaftliches Neuland betreten. Alle Beteiligten erhoffen sich von ihrer Arbeit Aufschluss über umweltentlastende Effekte, aber auch über die Frage, welche Anwendungspotenziale und welcher wirtschaftliche Nutzen sich ableiten ließen.

Selbst für die innovationshungrige Wissenschaftsdisziplin der Bionik ergibt sich ein völlig neuer Ansatz: "Mit diesem Projekt werden wir das bionische Vorgehensmodell weiter entwickeln", erklärt Prof. Dr. Antonia Kesel, Leiterin des Bionik-Innovations-Centrums der Hochschule Bremen. "Bisher lag unser Schwerpunkt auf dem Transfer von Eigenschaften und Prinzipien aus natürlichen Konstruktionen und Materialen in die Technik. Jetzt widmen wir uns erstmalig der Übertragung von systemischen Aspekten." Die Aufmerksamkeit der Wissenschaftler in dem Projekt richtet sich auf Abläufe in Regelnetzen, Prozessketten und Organisationsstrukturen in der Natur. Staatenbildende Insekten wie Termiten oder Bienen können dabei ebenso zum Vorbild werden wie komplexe Regelkreise in Sinnesorganen oder Stoffwechselvorgänge in Tier- und Pflanzenzellen. Verhaltensstrategien, Kommunikations- und Kooperationsmuster in den Transport- und Informationsnetzwerken der biologischen Vorbilder werden im Hinblick auf deren Innovationspotential analysiert und abstrahiert. Das Ziel ist, passende Elemente zu finden, die auf eine bestehende Wertschöpfungskette der weltweit tätigen Tchibo GmbH übertragen werden können.

Die gewonnenen Erkenntnisse aus dem BIONOS Modellprojekt können später anderen Unternehmen zugute kommen, um wiederum deren Produktions- und Transportabläufe Ressourcen schonend zu optimieren.

Ulrich Berlin | idw
Weitere Informationen:
http://www.hs-bremen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Wachstumsmechanismus der Pilze entschlüsselt
26.05.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Wie Herpesviren den Wettlauf mit dem Immunsystem gewinnen
26.05.2017 | Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten