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Wohin wandern Tumorzellen im Körper?

08.11.2010
Neues Gerät ermöglicht genauere Diagnostik und verbesserte Therapie

Nach der erschreckenden Diagnose „Krebs“ ist eine der wichtigsten Fragen, ob der Ursprungstumor sich bereits weiter im Körper ausgebreitet hat. Ein neues Gerät in der Ulmer Universitätsklinik für Nuklearmedizin ermöglicht hier eine verbesserte Diagnostik, z. B. bei Brustkrebs, schwarzem Hautkrebs oder Knochenkrebs.


Aufnahme der Achsellymphknoten mit dem SPECT-CT. Foto: UK Ulm

Das SPECT-CT (Single Photon Emissons Computer Tomograph – Computer Tomograph) verbindet Computertomographie-Bilder, die wie eine Landkarte Körperstrukturen abbilden, mit funktioneller Bildgebung, die wie ein markiertes Transportmittel z. B. die potenziellen Wege von Krebszellen im Körper darstellt.

Haben Ärzte beispielsweise Brustkrebs diagnostiziert, kann der Ursprungstumor in der Brust entfernt werden. Unklar ist aber oft, ob und wie sich die Tumorzellen über das Lymphsystem bereits in die Lymphknoten z. B. unter den Achseln bewegt haben.

„Wir geben ein schwach radioaktiv markiertes Material in das Gewebe nahe dem Brusttumor“, erläutert Prof. Dr. Sven Norbert Reske, Ärztlicher Direktor der Klinik für Nuklearmedizin. „Dieses Material nimmt den gleichen Weg durch die Lymphbahnen wie eine Tumorzelle. Der funktionelle Teil des neuen Gerätes, also das SPECT, kann bildlich darstellen, wo sich das markierte Material ansammelt, die CT-Aufnahmen ermöglichen eine genaue örtliche Zuordnung im Körper.“ Die markierten Lymphknoten können dann entfernt und näher untersucht werden.

„Für die Patientinnen bedeutet dies, dass nur bestimmte Lymphknoten entfernt werden müssen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich auch in nicht markierten Lymphknoten Tumorzellen finden, ist sehr gering“, so Reske.

Auch für den schwarzen Hautkrebs, der in ganz unterschiedlichen und vom Ursprungstumor weit entfernten Bereichen des Körpers Metastasen bilden kann, bietet das neue Verfahren eine bessere Diagnostik. Bei Knochenkrebs wird die schwierige Unterscheidung zwischen einer Tumorabsiedlung und anderen Krankheitsbildern des Knochens erleichtert. „Auch für Tumoren des hormonellen Systems, z. B. der Nebennieren, bei Schilddrüsenkrebs, der Hirndiagnostik oder bei der Parkinson-Erkrankung ermöglicht das neue Gerät eine genauere Diagnostik“, erläutert Reske.

Das SPECT-CT wird auch für die Optimierung der Radioimmuntherapie eingesetzt. Dabei werden Substanzen, die sich in bestimmten Organen sammeln – am bekanntesten ist Jod in der Schilddrüse – radioaktiv markiert und so bei Tumoren oder in der Vorbereitung einer Knochenmarkstransplantation bei Leukämien zur Bestrahlung „von innen“ genutzt. Ziel ist dabei immer, gesundes Gewebe zu schonen und die Strahlung gerichtet in das Zielgewebe zu bringen „Das neue Gerät ermöglicht uns, die Verteilung in den verschiedenen Geweben noch besser zu erfassen und damit die richtige Dosierung für jeden einzelnen Patienten noch genauer zu ermitteln“, erklärt Medizinphysiker Dr. Thomas Kull.

Im Anhang finden Sie zwei Bilder: 1. Die SPECT-CT-Aufnahme zeigt ein Fusionsbild der linken Achselhöhle. Einer von vier dargestellten Lymphknoten nimmt das Radiopharmakon auf und ist damit als Wächterlymphknoten identifiziert. 2. Die Dynamische Knochenuntersuchung mit der Gamma-Kamera des SPECT-CT verbessert Diagnostik und Therapie z. B. bei Krebspatienten.

Petra Schultze

Universitätsklinikum Ulm
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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D - 89081 Ulm
Tel.: +49 - (0)731 – 500 43025
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Mail: petra.schultze@uniklinik-ulm.de

Petra Schultze | idw
Weitere Informationen:
http://www.uniklinik-ulm.de/nuklearmedizin
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