Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Waffen des Immunsystems – Killerzellen mit Schutzschild

22.08.2013
Das Leibniz-Institut für Arbeitsforschung entwickelt Ansatz für eine schonende Therapie von Erkrankungen des Immunsystems
>> Termin bei der Hautärztin. Maria ist 18 Jahre alt und im zweiten Jahr ihrer Ausbildung zur Friseurin. Sie möchte endlich wissen, woher die Allergie an ihren Händen kommt. „Sie müssen ab jetzt bei ihrer Arbeit Handschuhe tragen“, rät ihre Ärztin, „vielleicht ist sogar eine Umschulung notwendig“. Am Leibniz-Institut für Arbeitsforschung werden Erkrankungen des Immunsystems erforscht und hier konnte kürzlich eine neue Möglichkeit zu einer schonenden Therapie entdeckt werden.

Besorgniserregend ist die rasante Zunahme von Allergien und Autoimmunerkrankungen. Pollen oder Tierhaare können Allergien auslösen, aber auch Stoffe aus dem Berufsumfeld, Haarfärbemittel beim Friseur oder Desinfektionsmittel beim Arzt. Bekannte Bespiele für Autoimmunkrankheiten sind Rheuma, Typ-1-Diabetes und Multiple Sklerose.

Beide Erkrankungsformen, Allergien und Autoimmunkrankheiten, werden bisher mit Medikamenten behandelt, die das Immunsystem unterdrücken. Damit ist aber immer die Gefahr verbunden, dass ein Patient sich nicht mehr vor Infektionen schützen kann.

Ein neuer Ansatz zur Entwicklung schonender Therapieverfahren wird am Leibniz-Institut für Arbeitsforschung verfolgt. In der Arbeitsgruppe „Immunologie“ unter der Leitung von Carsten Watzl werden die Grundlagen der Immunabwehr analysiert. Dabei geht es besonders um die sogenannten natürlichen Killerzellen. Diese Zellen schütten toxische Substanzen aus, die gefährliche Zellen beseitigen. Dabei besteht die Gefahr, dass sich die Killerzellen selbst umbringen, mit fatalen Folgen für unser Immunsystem. Deshalb müssen sich diese Zellen vor ihren eigenen Waffen schützen.

Watzls Arbeitsgruppe konnte jetzt einen solchen Schutzmechanismus aufklären. Es handelt sich um eine Substanz, die durch das Ausschütten der toxischen Stoffe auf die Oberfläche der Killerzellen gelangt. Sie verhindert, dass sich die Killerzellen durch die toxischen Stoffe selbst schädigen.

Dieser Schutzschild bietet zugleich einen vielversprechenden Ansatz für die Entwicklung von schonenden Therapieverfahren. Wenn man den Schutzschild der Killerzellen für eine Zeit lang ausschalten könnte, würden sie sich selber schädigen und beseitigen, ohne dass dabei der Rest des Immunsystems dauerhaft unterdrückt werden müsste. Eventuell könnte damit sogar eine Heilung von Autoimmunerkrankungen erzielt werden.

Kontakt:
Prof. Dr. rer. nat. Carsten Watzl
Telefon: +49 231 1084-233
E-Mail: watzl@ifado.de
Das IfADo - Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund erforscht die Potenziale und Risiken moderner Arbeit auf lebens- und verhaltenswissenschaftlicher Grundlage. Aus den Ergebnissen werden Prinzipien der leistungs- und gesundheitsförderlichen Gestaltung der Arbeitswelt abgeleitet. Das IfADo hat mehr als 220 Mitarbeiter/innen aus naturwissenschaftlichen und technischen Disziplinen. Das Institut ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Diese Wissenschaftsorganisation umfasst 86 Einrichtungen, die mehr als 16.800 Menschen beschäftigen, bei einem Jahresetat von über 1,8 Mrd. Euro.

Prof. Dr. rer. nat. Carsten Watzl | idw
Weitere Informationen:
http://www.ifado.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Forscherteam der Universität Bremen untersucht Korallenbleiche
24.04.2017 | Universität Bremen

nachricht Feinste organische Partikel in der Atmosphäre sind häufiger glasartig als flüssige Öltröpfchen
21.04.2017 | Max-Planck-Institut für Chemie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

3. Bionik-Kongress Baden-Württemberg

24.04.2017 | Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für Netzleittechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact beteiligt sich an Berliner Start-up Unternehmen für Energiemanagement

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für industrielle Kommunikationstechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung