Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vernetzt vom Rohstoff zum Produkt: Leistungszentrum Chemie- und Biosystemtechnik startet

06.06.2016

Geschlossene Wertschöpfungsketten vom Rohstoff zum Produkt, und zwar auf regionaler Ebene – das ist das Ziel des Leistungszentrums Chemie- und Biosystemtechnik. Bei der heutigen Auftaktveranstaltung definierten die Beteiligten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik ihre Ziele und stellten den Fahrplan für das Netzwerk in der mitteldeutschen Chemieregion vor. Insgesamt 13 Millionen Euro investieren das Land Sachsen-Anhalt, die Fraunhofer-Gesellschaft und die beteiligten Industriepartner dafür.

Die Fraunhofer-Leistungszentren sind integrierte Standortkonzepte, bei denen Universitäten, Fraunhofer-Einrichtungen, weitere Forschungseinrichtungen und Unternehmen zusammenarbeiten, um bestehende Stärken in einer Region zu bündeln und die Standortprofilierung wirksam voranzutreiben. Die beiden ersten regionalen Leistungszentren sind 2015 gestartet, das neue Leistungszentrum Chemie- und Biosystemtechnik gehört zur zweiten Pilotwelle, die bundesweit 13 Zentren umfasst.


Binden Antikörper an faserförmig gestreckte Strukturen in Proteinen (hier in einer Aufnahme aus dem Rasterkraftmikroskop) an? Diese Frage soll im Rahmen des Leistungszentrums geklärt werden.

© Fraunhofer IMWS

Beteiligt am Leistungszentrum Chemie- und Biosystemtechnik sind die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU), das Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS Halle, das Fraunhofer-Zentrum für Chemisch-Biotechnologische Prozesse CBP Leuna, die Fraunhofer-Einrichtung Molekulare Wirkstoffbiochemie und Therapieentwicklung MWT des Fraunhofer IZI in Halle sowie zahlreiche Industrieunternehmen der Region. Ihr Ziel ist es, verfahrenstechnische Prozessketten der Kunststoff verarbeitenden, chemischen, biotechnologischen und biomedizinischen Industrie vom Rohstoff bis zum Produkt zu erweitern und zu optimieren.

»Wissenschaft und Wirtschaft arbeiten im Leistungszentrum Hand in Hand, mit einem gemeinsamen Ziel und über verschiedene Fachdisziplinen und Branchen hinweg«, sagt Professor Jörg Kreßler vom Institut für Chemie der MLU. »Die beteiligten Partner stimmen ihre Strategien ab und entwickeln eine gemeinsame Roadmap. Das ist ein entscheidender Schub für Forschung und Lehre, aber auch für den Innovations- und Wissenstransfer«, sagt er.

Professor Andreas Heilmann vom Fraunhofer IMWS, der das Projekt koordiniert und Sprecher des Direktoriums des Leistungszentrums ist, erwartet nachhaltige Impulse und wertvolle Synergien durch die Zusammenarbeit. »Wir möchten durch industrienahe Forschungs- und Entwicklungsprojekte das Alleinstellungsmerkmal der mitteldeutschen Chemieregion weiter profilieren, um moderne, nachhaltige Rohstoffe als Zukunftsperspektive für Industrie der Region zu etablieren«, sagt er. Dabei liege der Fokus nicht nur auf der Chemieindustrie, sondern auch auf biomedizinischer Forschung. »Die verfahrenstechnischen Fragestellungen sind oft ähnlich – unabhängig davon, ob man aus Rohstoffen medizinische Hilfsstoffe oder Kunststoffprodukte entwickeln möchte«, erklärt Heilmann.

So sollen beispielsweise auf Basis nachwachsender Rohstoffe wie Pflanzen oder Mikroorganismen entlang der Wertschöpfungskette zunächst Grundstoffe wie Proteine, dann Halbzeuge wie pharmazeutische Wirkstoffe, schließlich Endprodukte wie Medikamente und Kosmetika entwickelt werden.

Seit der Übergabe des Förderbescheids im Januar wurden bereits elf Projekte eingereicht. Darin wird etwa an der Herstellung und Bewertung biobasierter Epoxidharze für die Anwendung als Schaum- und Dämmstoff geforscht, in einem weiteren Projekt wird am Design bioaktiver Oberflächenbeschichtungen und Hydrogele für medizinische Anwendungen, ebenfalls auf Basis biobasierter Werkstoffe, gearbeitet.

Durch das Leistungszentrum sollen die Unternehmen der Region einen Innovationsschub erhalten, der weit über die drei Jahre des Förderzeitraums hinaus wirkt. Ein Schwerpunkt des Leistungszentrums Chemie- und Biosystemtechnik liegt deshalb auf der Einbindung kleiner und mittelständischer Unternehmen. »Forschung und Industrie profitieren im Leistungszentrum voneinander, denn durch die Zusammenarbeit können Forschungsergebnisse schnell und regional umgesetzt werden«, sagt Dr. Stefan Müller von Miltitz Aromatics, einer der beteiligten Industriepartner. »Das ist ein wichtiger Wettbewerbsvorteil und wird auch dazu beitragen, neue Startup-Unternehmen in der chemischen, biotechnologischen und biomedizinischen Forschung entstehen zu lassen.«

Weitere Informationen:

http://www.fraunhofer.de/de/ueber-fraunhofer/wissenschaftspolitik/standortentwic...

Clemens Homann | Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Möglicher Zell-Therapieansatz gegen Zytomegalie
22.02.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

nachricht Erster Atemzug prägt Immunsystem nachhaltig
22.02.2017 | CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungen

Wunderwelt der Mikroben

22.02.2017 | Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt

22.02.2017 | Medizin Gesundheit

Möglicher Zell-Therapieansatz gegen Zytomegalie

22.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Meeresforschung in Echtzeit verfolgen

22.02.2017 | Geowissenschaften