Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Universität Greifswald an Forschungsverbund InfectControl 2020 beteiligt

24.07.2013
Der Forschungsverbund „InfectControl 2020 – Neue Antiinfektionsstrategien – Wissenschaft • Gesellschaft • Wirtschaft“ wird für fünf Jahre mit 45 Millionen Euro gefördert.

Dies teilte Bundesministerin Professorin Johanna Wanka in der vergangenen Woche im Bundesministerium für Bildung und Forschung mit. An dem Konsortium sind Wissenschaftler der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald maßgeblich beteiligt.

InfectControl 2020 verbindet Spitzenforschungsinstitute, Unternehmen und Interessengruppen mit dem Ziel, Infektionskrankheiten weltweit effektiv zu bekämpfen und zu vermeiden. Das Vorhaben fördert gezielt ostdeutsche Kompetenzen und setzt klare Impulse für die weitere wirtschaftliche Entwicklung in den neuen Bundesländern.

Infektionskrankheiten gehören auch im 21. Jahrhundert noch zu den weltweit häufigsten Todesursachen. Erkrankungen wie Hepatitis, Tuberkulose und Grippe fordern insbesondere in den Entwicklungs- und Schwellenländern jährlich Millionen Opfer, denn die medizinische Versorgung ist dort nur unzureichend oder gar nicht vorhanden. Doch auch für die westlichen Industrieländer stellen Infektionskrankheiten noch immer – oder wegen der höchst bedrohlichen Entwicklung der Antibiotikaresistenzen gerade wieder – eine Bedrohung der ganzen Menschheit dar. Urlaubs- und Geschäftsreisen fördern die Ausbreitung von Erregern und multiresistente Keime lassen sich nicht mehr mit Antibiotika bekämpfen.

Die Idee, einen Antrag zum Thema Antiinfectiva zu stellen, entstand aus der Diskussion von Wissenschaftlern aus Jena und Greifswald im Sommer und Herbst des vergangenen Jahres. Das übergeordnete Ziel des Forschungsverbundes InfectControl 2020 besteht darin, neue Antiinfektionsstrategien zu erarbeiten, um die Entwicklung und Ausbreitung neuer und multiresistenter Keime langfristig einzudämmen. Dabei soll durch die Etablierung eines leistungsstarken wissenschaftlichen Verbundes, an dem die besten Arbeitsgruppen in Deutschland beteiligt sind, die Industrie wieder verstärkt an der Entwicklung neuer Antibiotika interessiert werden. An der Erstellung des Konzeptes für InfectControl 2020 haben aus Greifswald die Medizinerin Professorin Barbara Bröker sowie der Mikrobiologe Professor Michael Hecker unmittelbar mitgewirkt. Weiterhin war Professor Thomas Mettenleiter, Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts Riems, maßgeblich beteiligt. Professorin Barbara Bröker wird insbesondere ihre Expertise in Immunologie und Vaccinierungstechniken einbringen. Sie ist außerdem Mitglied des dreiköpfigen Vorstandes des Konsortiums. Professor Michael Hecker bringt bewährte Proteomtechnologien ein, die bereits in den vergangenen zehn Jahren von verschiedenen Unternehmen eingesetzt wurden, um die Wirkungsweise von Antibiotika zu charakterisieren. Die Bewilligung von InfectControl 2020 eröffnet die Chance, die Zusammenarbeit der Universität Greifswald und des Friedrich-Loeffler-Institutes auf der Insel Riems auf eine neue Stufe zu stellen, indem eines der gesundheitspolitisch drängendsten Probleme angegangen wird.

Die nun bewilligte Förderung von 45 Millionen Euro stellt eine erste Anschubfinanzierung dar. Gemeinsam mit den Industriepartnern und neuen Interessenten soll längerfristig ein weitaus höheres Gesamtkapital für InfectControl 2020 zur Verfügung gestellt werden.

Hintergrund

Anfang dieses Jahres wurde eine Stellungnahme der Akademie der Wissenschaften zu Hamburg und der Nationalen Akademie Leopoldina veröffentlicht, die sich mit der Thematik beschäftigt, warum wir dringend neue Antiinfectiva benötigen und dennoch keine bekommen. Der Greifswalder Mikrobiologe Professor Michael Hecker hat als Mitglied beider Akademien an der Stellungnahme mitgearbeitet. Als Ergebnis wird von der Nationalen Akademie unter der Leitung ihres Präsidenten Jörg Hacker, Honorarprofessor an der Universität Greifswald, ein Runder Tisch eingerichtet, der Vertreter, unter anderem aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik zusammenführt, um Lösungsvorschläge dieses zentralen gesundheitspolitischen Problems zu erarbeiten. Das Problem, das die WHO als eines der drei wichtigsten gesundheitspolitischen Probleme des 21. Jahrhunderts betrachtet, kann natürlich nicht allein auf nationaler Ebene gelöst werden.

Der Forschungsverbund „InfectControl 2020 – Neue Antiinfektionsstrategien – Wissenschaft • Gesellschaft • Wirtschaft“ ist eine von 59 Initiativen, die im Programm „Zwanzig20 – Partnerschaft für Innovation“ des BMBF eingereicht wurden. 19 Initialkonzepte erhielten Gelegenheit, sich am 16. und 17. Juli 2013 vor einer Jury in Berlin zu präsentieren. InfectControl 2020 ist eines der zehn Konzepte, die innerhalb der nächsten fünf Jahre eine Förderung von insgesamt bis zu 500 Millionen Euro erhalten. Sprecher des Konsortiums, dem mehr als 30 Partner aus Ostdeutschland angehören, ist Professor Axel Brakhage, Direktor des Leibniz-Instituts für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie – Hans-Knöll-Institut – in Jena.

Weitere Informationen
Forschungsverbund „InfectControl 2020“
http://www.infectcontrol.de/
Institut für Immunologie und Transfusionsmedizin – Abteilung Immunologie
http://www.medizin.uni-greifswald.de/immun/leitung.html
Institut für Mikrobiologie
http://www.mnf.uni-greifswald.de/institute/fr-biologie/institute-und-forschung/institut-fuer-mikrobiologie.html

Das Foto kann für redaktionelle Zwecke im Zusammenhang mit der Pressemitteilung kostenlos heruntergeladen und genutzt werden. Dabei ist der Name des Bildautors zu nennen. Download http://www.uni-greifswald.de/informieren/pressestelle/pressefotos/pressefotos-2013/pressefotos-juli-2013.html

Ansprechpartner an der Universität Greifswald

Prof. Dr. Barbara Bröker
Institut für Immunologie und Transfusionsmedizin
Abteilung Immunologie
Ferdinand-Sauerbruch-Straße, 17489 Greifswald
Telefon 03834 86-5595
broeker@uni-greifswald.de
Prof. Dr. Michael Hecker
Institut für Mikrobiologie
Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße 15, 17489 Greifswald
Telefon 03834 86-4200
hecker@uni-greifswald.de

Jan Meßerschmidt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-greifswald.de
http://www.infectcontrol.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Raben: "Junggesellen" leben in dynamischen sozialen Gruppen
23.03.2017 | Universität Wien

nachricht Die Evolutionsgeschichte der Wespen, Bienen und Ameisen erstmals entschlüsselt
23.03.2017 | Stiftung Zoologisches Forschungsmuseum Alexander Koenig, Leibniz-Institut für Biodiversität der Tiere

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

Unter der Haut

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Die Evolutionsgeschichte der Wespen, Bienen und Ameisen erstmals entschlüsselt

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neurone am Rande der Katastrophe: Wie das Gehirn durch kritische Zustände effizient arbeitet

23.03.2017 | Seminare Workshops

Müll in den Weltmeeren überall präsent: 1220 Arten betroffen

23.03.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz