Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Universität Bielefeld wird Europas Knotenpunkt für Daten des menschlichen Erbguts

28.06.2013
US-amerikanischer Genom-Server erhält Zwilling in Ostwestfalen

Seit 2001 ist das menschliche Erbgut über das Internet abrufbar – über den „UCSC Genome Browser“. Die University of California in Santa Cruz, USA, betreibt die Internetseite, die von Genetikern, Molekularbiologen und Medizinern weltweit intensiv genutzt wird, um an dem Genom zu forschen.

Doch die Datenverbindung über den Atlantik kommt wegen der starken Nachfrage an ihre Grenzen. Zur Entlastung wird nun ein Rechner in Europa aufgestellt, der ein Abbild des Genome Browsers ins Internet einspeist. Der Auftrag dafür ging an die Universität Bielefeld. Ab Ende Juni betreibt sie den europäischen Knotenpunkt des Genom-Servers. Der Server wurde von Technikern der University of California angeschlossen und ist am 26. Juni gestartet worden.

„Wir freuen uns sehr, diese Aufgabe übernehmen zu dürfen“, sagt Professor Dr. Jens Stoye vom Centrum für Biotechnologie (CeBiTec) der Universität Bielefeld. „Das war ein phantastischer Moment, als die University of California sagte, dass sie die Bielefelder Bioinformatik für den besten Standort für den Server hält“, berichtet Stoye. Der „UCSC Genome Browser“ ist gemeinnützig, die Daten stammen aus dem öffentlichen Humangenom-Projekt. Die Universität Bielefeld finanziert künftig die Betriebskosten des neuen Servers. Die Mittel dafür kommen vom Institut für Bioinformatik am CeBiTec, der Technischen Fakultät und dem Hochschulrechenzentrum. Die University of California übernimmt die Anschaffung, Installation und Wartung des Servers.

Die internationale Wissenschaftlergemeinde nutzt die digitale Erbgutdatenbank, um sich über den Aufbau und die Funktion der einzelnen Gene zu informieren. Der Browser stellt das menschliche Genom grafisch dar: Die Nutzer können die Chromosomen, also die Erbgutträger, am Bildschirm erkunden, können sie vergrößern und verkleinern und sich die Beschreibungen von Forscherinnen und Forschern aus aller Welt durchlesen. Sie können auf der Seite selbst Gen-Sequenzen hochladen und sie mit den Genom-Daten vergleichen. Die kostenlose Datenbank wird auch im Studium von Naturwissenschaftlern und Medizinern eingesetzt.

Der Browser ist über die Internetadresse genome.ucsc.edu erreichbar. Auf der Seite kann außer dem menschlichen Genom ebenfalls das Erbgut von aktuell 45 anderen Lebewesen studiert werden. Dazu gehört die Rekonstruktion des Genoms des Neandertalers, der vor 45.000 Jahren ausgestorben ist. Auch die Genome von Schimpansen, Orang-Utans, Kühen, Kugelfischen und Moskitos sind auf der Seite einsehbar.

Das Institut für Bioinformatik am CeBiTec trägt mit seiner Arbeit zum Forschungsschwerpunkt „Molekular- und Nanowissenschaften“ der Universität Bielefeld bei. In diesem breiten Feld hat sich die Universität mit einem fokussierten Profil an den Schnittstellen zwischen Physik, Chemie, Biologie und Bioinformatik national und international positioniert. Die aktuellen Forschungen reichen von Nanoschichten und Einzelmolekülprozessen bis hin zu bakteriellen, pflanzlichen und tierischen Zellen.

Kontakt:
Prof. Dr. Jens Stoye, Universität Bielefeld
Technische Fakultät, Genominformatik
Telefon: 0521 106-3852
E-Mail: jens.stoye@uni-bielefeld.de

Ingo Lohuis | idw
Weitere Informationen:
http://genome.ucsc.edu
http://www.uni-bielefeld.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Kieselalge in der Antarktis liest je nach Umweltbedingungen verschiedene Varianten seiner Gene ab
17.01.2017 | Stiftung Zoologisches Forschungsmuseum Alexander Koenig, Leibniz-Institut für Biodiversität der Tiere

nachricht Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop
16.01.2017 | Ruhr-Universität Bochum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Intelligente Haustechnik hört auf „LISTEN“

17.01.2017 | Architektur Bauwesen

Satellitengestützte Lasermesstechnik gegen den Klimawandel

17.01.2017 | Maschinenbau