Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Tonmineralien machen Nahrung haltbar

13.10.2011
Argentinische Chemikerin erforscht an der Universität Jena Nahrungsergänzungsmittel

Auf der Zutatenliste von Nahrungsmitteln sind sie nicht gern gesehen: die großen „E“s. Nahrungsergänzungsmittel haben zu unrecht den Ruf, künstlich zu sein. Denn nicht selten handelt es sich um natürliche Substanzen. Das Konservierungsmittel E 234 etwa ist nichts anderes als das Peptid Nisin.

Es wird von einem bestimmten Milchsäurebakterium produziert und kommt vor allem in roher Milch vor. Nisin kann in Verbindung mit einem Mineral antibiotisch bzw. antimikrobiell wirken und macht deswegen Nahrungsmittel – hauptsächlich Milchprodukte – haltbar. Außerdem wird es in der Medizin als Antibiotikum eingesetzt.

Wie man Nisin einfach und wirkungsvoll mit dem Nahrungsmittel in Berührung bringt, daran forscht zurzeit Dr. Carolina Ibarguren am Institut für Materialwissenschaft und Werkstofftechnologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Die argentinische Chemikerin ist für ein halbes Jahr als Humboldt-Stipendiatin an der Universität Jena. „Mir geht es vor allem darum, in dieser Zeit so viel wie möglich über Oberflächentechnologien zu lernen“, sagt Carolina Ibarguren. „Und Jena ist genau der richtige Ort dafür, denn hier finde ich alle wichtigen Methoden an einem Ort.“ Über den Oberflächen-Spezialisten Prof. Dr. Frank A. Müller, Professor für Oberflächen- und Grenzflächentechnologien, sei sie auf die Friedrich-Schiller-Universität aufmerksam geworden.

Wichtig für ihre Arbeit sei die Materialwissenschaft vor allem, weil sie ein geeignetes Trägermaterial für das Nisin sucht, denn nur durch Immobilisierung auf einem solchen Träger kann es seine antimikrobielle Wirkung voll entfalten. Vor allem Tonminerale untersucht die 33-Jährige zu diesem Zweck. „Zwar bringt man Ton und Lebensmittel für gewöhnlich nicht unbedingt zusammen, aber die Tonminerale weisen viele Eigenschaften auf, die sich für die Kombination mit Nisin anbieten“, sagt sie. So sei ihr schichtartiger Aufbau sehr gut geeignet, um andere Stoffe aufzunehmen. Ob und wie das mit Nisin geschehen kann, will sie in Jena herausfinden.

Auch in Argentinien hätte sie ihre Forschungen durchführen können. Allerdings hätte sie dafür quer durch das ganze Land reisen müssen. Allein die Hauptstadt Buenos Aires liegt etwa 1.800 Kilometer von ihrer Heimat-Universität in Salta im Norden des südamerikanischen Landes entfernt. „Ich kenne einige Kollegen, die schon an der Universität Jena studiert und gearbeitet haben“, sagt Carolina Ibarguren. „Sie waren sehr glücklich mit den Bedingungen und auch mit dem ruhigen Leben in der Stadt.“ Dieser Auslandsaufenthalt sei nun der richtige Moment, um sich selbst ein Bild zu machen und um dabei Erfahrungen zu sammeln.

Ihr Forschungsprojekt wird sie im nächsten Jahr beenden. Danach möchte sich die argentinische Gastwissenschaftlerin gern weiteren Peptiden widmen, die bisher noch nicht als Nahrungsergänzungsmittel zugelassen sind.

Kontakt:
Prof. Dr. Frank A. Müller und Dr. Carolina Ibarguren
Institut für Materialwissenschaft und Werkstofftechnologie der Uni Jena
Löbdergraben 32, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 947701
E-Mail: frank.mueller[at]uni-jena.de

Sebastian Hollstein | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Biologischer Lichtsensor in Aktion gefilmt
15.06.2018 | Paul Scherrer Institut (PSI)

nachricht Belohnung fürs Gehirn
15.06.2018 | Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: AchemAsia 2019 in Shanghai

Die AchemAsia geht in ihr viertes Jahrzehnt und bricht auf zu neuen Ufern: Das International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production findet vom 21. bis 23. Mai 2019 in Shanghai, China statt. Gleichzeitig erhält die Veranstaltung ein aktuelles Profil: Die elfte Ausgabe fokussiert auf Themen, die für Chinas Prozessindustrie besonders relevant sind, und legt den Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und Innovation.

1989 wurde die AchemAsia als Spin-Off der ACHEMA ins Leben gerufen, um die Bedürfnisse der sich damals noch entwickelnden Iindustrie in China zu erfüllen. Seit...

Im Focus: AchemAsia 2019 will take place in Shanghai

Moving into its fourth decade, AchemAsia is setting out for new horizons: The International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production will take place from 21-23 May 2019 in Shanghai, China. With an updated event profile, the eleventh edition focusses on topics that are especially relevant for the Chinese process industry, putting a strong emphasis on sustainability and innovation.

Founded in 1989 as a spin-off of ACHEMA to cater to the needs of China’s then developing industry, AchemAsia has since grown into a platform where the latest...

Im Focus: Li-Fi erstmals für das industrielle Internet der Dinge getestet

Mit einer Abschlusspräsentation im BMW Werk München wurde das BMBF-geförderte Projekt OWICELLS erfolgreich abgeschlossen. Dabei wurde eine Li-Fi Kommunikation zu einem mobilen Roboter in einer 5x5m² Fertigungszelle demonstriert, der produktionsübliche Vorgänge durchführt (Teile schweißen, umlegen und prüfen). Die robuste, optische Drahtlosübertragung beruht auf räumlicher Diversität, d.h. Daten werden von mehreren LEDs und mehreren Photodioden gleichzeitig gesendet und empfangen. Das System kann Daten mit mehr als 100 Mbit/s und fünf Millisekunden Latenz übertragen.

Moderne Produktionstechniken in der Automobilindustrie müssen flexibler werden, um sich an individuelle Kundenwünsche anpassen zu können. Forscher untersuchen...

Im Focus: First real-time test of Li-Fi utilization for the industrial Internet of Things

The BMBF-funded OWICELLS project was successfully completed with a final presentation at the BMW plant in Munich. The presentation demonstrated a Li-Fi communication with a mobile robot, while the robot carried out usual production processes (welding, moving and testing parts) in a 5x5m² production cell. The robust, optical wireless transmission is based on spatial diversity; in other words, data is sent and received simultaneously by several LEDs and several photodiodes. The system can transmit data at more than 100 Mbit/s and five milliseconds latency.

Modern production technologies in the automobile industry must become more flexible in order to fulfil individual customer requirements.

Im Focus: ALMA entdeckt Trio von Baby-Planeten rund um neugeborenen Stern

Neuartige Technik, um die jüngsten Planeten in unserer Galaxis zu finden

Zwei unabhängige Astronomenteams haben mit ALMA überzeugende Belege dafür gefunden, dass sich drei junge Planeten im Orbit um den Säuglingsstern HD 163296...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz – Schafft der Mensch seine Arbeit ab?

15.06.2018 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Asteroidenforschung in Garching

13.06.2018 | Veranstaltungen

Meteoriteneinschläge und Spektralfarben: HITS bei Explore Science 2018

11.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

EMAG auf der AMB: Hochproduktive Lösungen für die vernetzte Automotive-Produktion

15.06.2018 | Messenachrichten

AchemAsia 2019 in Shanghai

15.06.2018 | Messenachrichten

Dem Fettfinger zu Leibe rücken: Neuer Nanolack soll Antifingerprint-Oberflächen schaffen

15.06.2018 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics