Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Tatort Gewässer: Bürgerwissenschaftler untersuchen deutschlandweit Flüsse und Seen

02.10.2015

Ob in Tümpel, See oder Bach: Vom 2. bis zum 15. November 2015 begeben sich Bürgerwissenschaftler deutschlandweit auf die Spur des Kohlendioxids (CO2). Mit dieser Aktion möchten Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) in Berlin herausfinden, welche Rolle Binnengewässer im Rahmen des globalen Klimawandels spielen. Noch bis zum 20. Oktober können sich Interessierte für das Projekt „Tatort Gewässer – dem CO2 auf der Spur“ anmelden und so einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Vorkenntnisse braucht es dafür nicht.

„Wir möchten untersuchen, ob und in welchem Umfang unsere Gewässer klimarelevantes Kohlendioxid (CO2) freisetzen“, erklärt Dr. Katrin Premke, die das Projekt am Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei leitet. Im Fokus stehen dabei deutschlandweit fast 9000 km2 Wasserfläche.


Ob Laie oder Profi: Gewässerforscher möchten herausfinden, was unsere Tümpel, Flüsse und Seen mit dem globalen Klima zu tun haben.

Foto: Katja Felsmann

Deshalb setzen die Forscher auf die Unterstützung freiwilliger Mitstreiter: Vom 2. bis zum 15. November sind Groß und Klein dazu aufgerufen, Bäche, Flüsse und Seen vor der eigenen Haustür zu beproben. Aus den gewonnenen Daten möchte das Team um Katrin Premke Rückschlüsse auf die CO2-Emmissionen und die mikrobielle Artenvielfalt unserer Binnengewässer ziehen.

„Jeder kann an unserem Projekt teilnehmen“, sagt die Wissenschaftlerin. Vorkenntnisse brauche es dafür nicht. Alles, was für die Messungen benötigt wird, stellt das Projektteam in Form eines kostenlosen Probenahmepakets zur Verfügung. Darin enthalten sind beispielsweise Probenahmegefäße für Wasser und Sedimentproben, Thermometer und pH-Teststreifen. „Mit unserem Projekt möchten wir Interessierte dazu einladen, sich an einem Forschungsprojekt zu beteiligen und nebenbei Wissenswertes über die Biotope in der eigenen Umgebung zu erfahren.“

Binnengewässer und ihre Bewohner sind im globalen Kohlenstoffkreislauf von Bedeutung

Binnengewässer bedecken in Deutschland etwa 2,4% der gesamten Oberfläche. Sie erstrecken sich von den Küstengebieten über Flachlandseen bis hin zu alpinen Regionen. Diese Gewässervielfalt beherbergt eine diverse Gemeinschaft von Mikroorganismen, die die Umsetzung von Kohlenstoff und damit auch die Produktion von CO2 steuern: Algen und einige Bakterien speichern das Treibhausgas und wandeln es in Biomasse um. Gleichzeitig atmen Bakterien CO2 aus und setzen es somit frei.

Die Vielfalt, Menge und Produktivität dieser Mikroorganismen wird u.a. von der Temperatur, dem Kohlenstoff- und Nährstoff-Eintrag, und den Lichtverhältnissen an einem Gewässer beeinflusst. Veränderungen in der Landwirtschaft, extreme Wetterereignisse und zunehmende Lichtverschmutzung können all diese Prozesse verändern – mit noch weitgehend unbekannten Folgen.

„In unserem Projekt möchten wir deshalb gemeinsam mit Bürgerwissenschaftlern erforschen, wie sich diese, oftmals vom Menschen verursachten Umweltveränderungen, auf unsere Gewässer auswirken und welche Rolle das für den globalen Kohlenstoffkreislauf spielt“, erklärt Katrin Premke.

Künstliches Licht verändert Lebensgemeinschaften unter Wasser

Vor allem Licht ist für aquatische Mikroorganismen von Bedeutung. Es führt dazu, dass sich einige Bakterien und Algen in der mikrobiellen Gemeinschaft wohler fühlen. – Sie nutzen Licht als Energiequelle. „Dadurch kann sich die Artenzusammensetzung der mikrobiellen Gewässerbewohner verändern“, erklärt die Biologin.

Künstliche Beleuchtung in der Nacht könne in der Folge einen ganz erheblichen Einfluss auf den Kohlenstoffhaushalt eines Gewässers haben. Und das hat wiederum weitreichende Auswirkungen auf die Artenvielfalt und das Gleichgewicht aquatischer Ökosysteme, vermuten die Wissenschaftler. Im Citizen-Science-Projekt „Tatort Gewässer – dem CO2 auf der Spur“ soll es deshalb auch darum gehen, wie und warum Mikroorganismen auf künstliche Lichteinflüsse reagieren.

Weitere Informationen zum Projekt:
Das Projekt „Tatort Gewässer – dem CO2 auf der Spur!“ ist im April 2015 in Berlin gestartet und wurde vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei initiiert und teilfinanziert. Weitere Informationen und eine detaillierte Anleitung finden Sie unter www.tatortgewaesser.de. Anmeldeschluss ist der 20. Oktober 2015.

Bildmaterial:
Ob Laie oder Profi: Gewässerforscher möchten herausfinden, was unsere Tümpel, Flüsse und Seen mit dem globalen Klima zu tun haben. Am Projekt teilnehmen kann jeder, der sich bis zum 20. Oktober unter www.tatortgewaesser.de anmeldet.

Kontakt:
Projektleitung: Dr. Katrin Premke
Koordinatorin: Katja Felsmann
Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)
Müggelseedamm 310
D-12587 Berlin
E-Mail: tatortgewaesser@igb-berlin.de
Tel.: +49 (0)30 64181 943

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit:
Angelina Tittmann/Nadja Neumann
Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)
Tel.: +49 (0) 30 64181 -631/-975
pr@igb-berlin.de

Weitere Informationen:

http://www.tatortgewässer.de
http://www.facebook.de/Tatort-Gewässer dem CO2 auf der Spur

Saskia Donath | Forschungsverbund Berlin e.V.

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress
23.02.2018 | Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT)

nachricht Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren
23.02.2018 | Max-Planck-Institut für molekulare Genetik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics