Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Springschwänze können ihre Fortpflanzung an die Umweltbedingungen anpassen

07.10.2008
Zwei Forscher des Labors für Ökologie und Evolution haben Populationen von Springschwänzen untersucht und dabei gezeigt, dass einige von ihnen in der Lage sind, ihre Fortpflanzung besonders effizient an die Umweltbedingungen anzupassen. Springschwänze zählen zu den ältesten und zahlenstärksten Arthropodengruppen auf der Erde.

Die beiden Forscher konnten feststellen, dass ein und dasselbe Weibchen von einer Eiablage zur anderen nicht nur die Anzahl, sondern auch die Größe ihrer Eier an die Umweltveränderungen anpassen kann, damit die Jungtiere die besten Überlebenschancen unter den neuen Umweltbedingungen haben. In einer nährstoffreichen Umwelt legen die Weibchen eher viele, dafür aber kleinere Eier ab. In einer wettbewerbsgeprägten Umwelt - d.h. in der es viele Individuen und nur wenig Nahrung gibt - werden dagegen weniger, jedoch größere Eier gelegt. Somit sind die Jungtiere beim Schlüpfen bereits größer und haben so verbesserte Überlebenschancen unter diesen ungünstigen Umweltbedingungen.

Eine solche ausgeprägte Flexibilität in der Fortpflanzung stellt eine bedeutende Anpassung dar. Die Forscher haben allerdings auch herausgefunden, dass die Linien von Springschwänzen, bei denen diese Anpassungsfähigkeit am deutlichsten ausgeprägt ist, auch unter einer frühzeitigen Mortalität leiden. Bei Springschwänzen gibt es demzufolge zwei unterschiedliche Überlebensstrategien: entweder sie verfügen über eine anpassungsfähige Reproduktion, um den Preis einer begrenzten Lebenserwartung oder sie besitzen ein langes Leben, ohne die besondere Fähigkeit zur Anpassung ihrer Fortpflanzung an die Umwelt.

Aus dem Vergleich dieser beiden Strategien, die sich relativ früh im Laufe der Evolution dieser Spezies auseinanderentwickelt haben, lässt sich ableiten, dass eine beschleunigte Alterung nicht nur die Folge einer intensiveren Fortpflanzung, sondern auch einer hohen Anpassungsfähigkeit und eines starken genetischen Potentials bzgl. der Reproduktion ist.

Kontakt: Thomas Tully - Laboratoire Ecologie & Evolution - CNRS/Université Pierre et Marie Curie/ENS Paris - Tel: +33 144 322 310 - E-Mail: tully@ens.fr

Quelle: Pressemitteilung des französischen Zentrums für wissenschaftliche Forschung (CNRS) - 15.09.2008 http://www2.cnrs.fr/presse/communique/1417.htm

Redakteurin: Claire Nicolas, claire.nicolas@diplomatie.gouv.fr

Wissenschaft-Frankreich (Nummer 150 vom 06.10.08)
Französische Botschaften in Deutschland und Österreich
Kostenloses Abonnement durch E-Mail : sciencetech@botschaft-frankreich.de

| Wissenschaft Frankreich
Weitere Informationen:
http://www.wissenschaft-frankreich.de/allemand

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Licht zur Herstellung energiereicher Chemikalien nutzen
22.05.2018 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

nachricht Junger Embryo verspeist gefährliche Zelle
22.05.2018 | Rudolf-Virchow-Zentrum für Experimentelle Biomedizin der Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Im Focus: Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren

Die Leber durchlaufen vier komplex verwobene Gefäßsysteme. Die chirurgische Entfernung von Tumoren ist daher oft eine schwierige Aufgabe. Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS hat Algorithmen entwickelt, die die Bilddaten von Patienten analysieren und chirurgische Risiken berechnen. Leberkrebsoperationen werden damit besser planbar und sicherer.

Jährlich erkranken weltweit 750.000 Menschen neu an Leberkrebs, viele weitere entwickeln Lebermetastasen aufgrund anderer Krebserkrankungen. Ein chirurgischer...

Im Focus: Positronen leuchten besser

Leuchtstoffe werden schon lange benutzt, im Alltag zum Beispiel im Bildschirm von Fernsehgeräten oder in PC-Monitoren, in der Wissenschaft zum Untersuchen von Plasmen, Teilchen- oder Antiteilchenstrahlen. Gleich ob Teilchen oder Antiteilchen – treffen sie auf einen Leuchtstoff auf, regen sie ihn zum Lumineszieren an. Unbekannt war jedoch bisher, dass die Lichtausbeute mit Elektronen wesentlich niedriger ist als mit Positronen, ihren Antiteilchen. Dies hat Dr. Eve Stenson im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching und Greifswald jetzt beim Vorbereiten von Experimenten mit Materie-Antimaterie-Plasmen entdeckt.

„Wäre Antimaterie nicht so schwierig herzustellen, könnte man auf eine Ära hochleuchtender Niederspannungs-Displays hoffen, in der die Leuchtschirme nicht von...

Im Focus: Erklärung für rätselhafte Quantenoszillationen gefunden

Sogenannte Quanten-Vielteilchen-„Scars“ lassen Quantensysteme länger außerhalb des Gleichgewichtszustandes verweilen. Studie wurde in Nature Physics veröffentlicht

Forschern der Harvard Universität und des MIT war es vor kurzem gelungen, eine Rekordzahl von 53 Atomen einzufangen und ihren Quantenzustand einzeln zu...

Im Focus: Explanation for puzzling quantum oscillations has been found

So-called quantum many-body scars allow quantum systems to stay out of equilibrium much longer, explaining experiment | Study published in Nature Physics

Recently, researchers from Harvard and MIT succeeded in trapping a record 53 atoms and individually controlling their quantum state, realizing what is called a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

Visual-Computing an Bord der MS Wissenschaft

17.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

18.05.2018 | Physik Astronomie

Countdown für Kilogramm, Kelvin und Co.

18.05.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics