Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sonderforschungsbereich untersucht die Signalübertragung innerhalb von Zellen

19.11.2010
Calcium-Ionen gehören zu den wichtigsten Signalmolekülen im menschlichen Körper. Sie sind von zentraler Bedeutung für den Empfang, die Umwandlung und die Weitergabe von Informationen innerhalb einer Zelle und für die Funktion ganzer Organe.

Die Wirkung und die Bedeutung dieser Signale untersuchen Wissenschaftler verschiedener Homburger Institute ab 2011 im neuen Sonderforschungsbereich (SFB) 894 „Ca2+-Signale: Molekulare Mechanismen und Integrative Funktionen“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Sprecher des SFB ist Jens Rettig, Professor für Physiologie an der Saar-Uni.

In dem SFB, der zunächst für vier Jahre von der Deutschen Forschungsgemeinschaft bewilligt wurde, betreiben die Forscher zwar reine Grundlagenforschung. „Trotzdem werden auch die Auswirkungen der Calcium-Signale auf die Funktion des Gehirns, des Herzens, der sensorischen Systeme und des Immunsystems untersucht“, sagt Jens Rettig. „Perspektivisch sollen die im SFB 894 erarbeiteten Erkenntnisse dazu dienen, Erkrankungen dieser Organe wie zum Beispiel Parkinson und Alzheimer besser zu verstehen und neue Therapieansätze zu eröffnen“, erklärt der Physiologe die langfristige Zielsetzung des Sonderforschungsbereiches.

Jens Rettig und seine Kollegen aus Medizin und Biowissenschaften streben an, den Sonderforschungsbereich über zwölf Jahre an der Saar-Uni zu halten. Das ist die maximale Laufzeit für einen SFB.

Universitätspräsident Volker Linneweber zeigt sich angesichts der zugesagten Unterstützung höchst zufrieden: „Der Sonderforschungsbereich wurde über mehrere Jahre hinweg systematisch vorbereitet. Viele Wissenschaftler, die an dem Projekt mitwirken, haben wir in den vergangenen Jahren auch mit dem Ziel, den Sonderforschungsbereich aufzubauen, berufen. Diese langfristigen Planungen zahlen sich nun aus.“ Denn die Fördersumme für die vier Jahre Laufzeit könnte im günstigsten Fall knapp zwölf Millionen Euro betragen.

Der SFB 894 teilt sich in 16 Teilprojekte und drei Plattformprojekte auf. Teilprojekte sind wissenschaftliche Projekte mit einem oder zwei Projektleitern. Plattformprojekte dagegen haben zwar auch einen oder zwei Leiter, sie stellen aber im Gegensatz zu den Teilprojekten ihre Expertise allen wissenschaftlichen Teilprojekten des SFB zur Verfügung.

Der SFB 894 ist einer von elf neuen Sonderforschungsbereichen, welche die DFG ab Januar 2011 mit insgesamt fast 95 Millionen Euro fördert. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützt dann 238 Sonderforschungsbereiche.

Folgende Fachrichtungen der Saar-Uni arbeiten am Sonderforschungsbereich mit:

- Anatomie und Zellbiologie (ein Teilprojekt)
- Physiologie (sechs Teilprojekte, ein Plattformprojekt)
- Medizinische Biochemie und Molekularbiologie (ein Teilprojekt, ein Plattformprojekt)
- Klinische und Experimentelle Pharmakologie und Toxikologie (vier Teilprojekte, ein Plattformprojekt)
- Biophysik (drei Teilprojekte)
- Innere Medizin (ein Teilprojekt)
Weitere Informationen:
Prof. Dr. Jens Rettig
Tel.: (06841) 1626485 (ab 22.11.)
E-Mail: jrettig@uks.eu

Barbara Hartmann | healthcare.saarland.de
Weitere Informationen:
http://www.uni-saarland.de
http://www.healthcare.saarland.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Pfeilgiftfrösche machen auf „Kommando“ Brutpflege für fremde Kaulquappen
20.09.2017 | Veterinärmedizinische Universität Wien

nachricht Molekulare Kraftmesser
20.09.2017 | Max-Planck-Institut für Biochemie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Höher - schneller - weiter: Der Faktor Mensch in der Luftfahrt

20.09.2017 | Veranstaltungen

Wälder unter Druck: Internationale Tagung zur Rolle von Wäldern in der Landschaft an der Uni Halle

20.09.2017 | Veranstaltungen

7000 Teilnehmer erwartet: 69. Urologen-Kongress startet heute in Dresden

20.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Drohnen sehen auch im Dunkeln

20.09.2017 | Informationstechnologie

Pfeilgiftfrösche machen auf „Kommando“ Brutpflege für fremde Kaulquappen

20.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Frühwarnsystem für gefährliche Gase: TUHH-Forscher erreichen Meilenstein

20.09.2017 | Energie und Elektrotechnik