Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schuldiges Gen für Manie und Depression entdeckt

28.02.2011
Studie gibt Einblick in die Prozesse bei manisch-depressiver Störung

Forscher haben ein Gen identifiziert, das mitbestimmt, ob Menschen an einer manisch-depressiven Störung erkranken. Ein internationales Wissenschaftlerteam hat eine Variante des Gens Neurocan gefunden, das für die neuropsychiatrische Erkrankung verantwortlich sein könnte. Die Erkenntnis ist ein wichtiger Puzzlestein bei der Erforschung dieser psychischen Krankheit.

"Um effektive Therapien entwickeln zu können, muss man die Entstehung verstehen, die verantwortlichen Faktoren für eine manisch-depressive Störung sind noch weitgehend unbekannt", sagt Sven Cichon, Professor am Institut für Humangenetik der Universität Bonn und am Institut für Neurowissenschaften und Medizin des Forschungszentrums Jülich.

Psychopharmaka helfen selten

Etwa ein Prozent der deutschen Bevölkerung leidet an einer manisch-depressiven Störung. "Das klingt zwar nach wenig, ist aber trotzdem sehr viel", sagt Cichon. Auf dem Ranking der Weltgesundheitsorganisation WHO über Krankheitshäufigkeiten stehe die manisch-depressive Störung ganz weit oben.

Im Moment werden Patienten mit Psychopharmaka behandelt. "Der Nachteil ist, dass diese Medikamente unspezifisch wirken, starke Nebenwirkungen haben oder gar nicht wirken." Selbst wenn man die chemisch-medizinischen Faktoren alle greifen kann, bleiben Umweltfaktoren unberechenbar.

Ständig zwischen Manie und Depression

Die Stimmung der betroffenen Menschen schwankt zwischen Manie und Depression. In der Studie haben die Forscher hunderttausende, häufig vorkommende Varianten im Erbgut bei insgesamt etwa 8.500 Patienten und gesunden Menschen verglichen. Ergebnis: Eine Variante des Gens Neurocan (NCAN) taucht bei erkrankten Menschen signifikant häufiger auf als bei Gesunden.

Das schuldige Gen kennen Hirnforscher bereits. "Wir wissen, dass NCAN beim Wachstum und Zusammenhaften der Gehirnzellen eine Rolle spielt", sagt Cichon. "Dass es im Zusammenhang mit der Bipolaren Störung steht, war bisher aber nicht klar." Nun prüfen die Forscher, an welchen Prozessen NCAN im Gehirn beteiligt ist.

Volkswirtschaftliche Folgen

Die manisch depressive Störung ist einer der meistgenannten Gründe weltweit, wenn es um krankheitsbedingte Ausfälle geht. "Die Erkrankung ist eine Belastung für die Patienten, aber auch für die Gesellschaft", sagt Cichon. Die Patienten meldeten sich häufig krank. Schließlich leide auch die Volkswirtschaft.

Oranus Mahmoodi | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.humangenetics.uni-bonn.de
http://www.fz-juelich.de

Weitere Berichte zu: Depression Gen FTO Manie NCAN Neurocan depressive Störung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht 'Fix Me Another Marguerite!'
23.06.2017 | Universität Regensburg

nachricht Schimpansen belohnen Gefälligkeiten
23.06.2017 | Max-Planck-Institut für Mathematik in den Naturwissenschaften (MPIMIS)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften