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Schmerz und Juckreiz voneinander unabhängig

07.08.2009
Forscher gehen mit Gift gegen "Juck-Gen" vor

Wissenschaftler der Washington University haben bei Mäusen eine Art von Nervenzellen identifiziert, die für das Entstehen des Juckreizes verantwortlich zu sein scheint.

Laut den Forschern ist Juckreiz keine schwache Schmerzempfindung, sondern eher eine individuelle Empfindung. Signale für Jucken und Schmerzen scheinen in der Wirbelsäule über verschiedene Signalwege übertragen zu werden. Die in Science veröffentlichten Forschungsergebnisse machen Hoffnung auf neue Behandlungsansätze gegen den Juckreiz.

Viele Wissenschaftler haben den Juckreiz bis dato als einen schwachen Schmerz interpretiert. Sie suchten jahrzehntelang nach spezifischen Nervenzellen, die erklären sollten, wie das Gehirn Schmerz und Jucken unterschiedlich wahrnimmt. Jetzt sind diese Zellen identifiziert und diese Theorien widerlegt, heißt es bei BBC. Es gelang dem Team um Zhou-Feng Chen, die Reaktion auf den Juckreiz bei Mäusen auszuschalten, ohne das Schmerzempfinden und die Fähigkeit, es zu vermeiden, einzuschränken. Jetzt sei nachgewiesen, dass bestimmte Neuronen für das Empfinden eines Juckreizes aber nicht von Schmerz verantwortlich sind. Das könnte bedeuten, dass diese Zellen über mehrere spezifische Rezeptoren oder Signalmoleküle verfügen, die für neue Behandlungsansätze hilfreich sein sollten.

Das Team um Zhou-Feng Chen hatte mit GRPR bereits 2007 ein "Juck-Gen" identifiziert. Jetzt injizierten die Forscher ein Gift in die Wirbelsäule von Mäusen, das jene Zellen abtötete, in denen dieses Gen aktiv war. Damit konnte das Kratzen als Reaktion bei manchen Tieren ganz verhindert werden. Diese Tiere reagierten in der Folge auf Schmerz ganz normal.

Es gibt zwei große Arten des Juckreizes. Eine wird durch Insektenstiche oder allergische Reaktionen hervorgerufen und steht mit dem Histamin in Zusammenhang. Chronischer, schwerer Juckreiz hingegen steht mit dieser chemischen Substanz nicht in Verbindung und spricht daher auch nicht auf die Standard-Behandlung an. Die behandelten Tiere kratzten sich nicht, egal auf welche Art und Weise der Juckreiz ausgelöst wurde.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://medschool.wustl.edu

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