Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schlauer als bisher gedacht: Neue Erkenntnisse bei Honigbienen wirken sich auf Roboterforschung aus

01.10.2014

Bereits seit Kindertagen wissen wir aus dem Fernsehen, dass Biene Maja ein cleveres Tier ist. Nun bestätigen neue Forschungsergebnisse: Honigbienen sind schlauer als bisher immer vermutet wurde. Diese Erkenntnisse sind auch für die Roboterforschung interessant.

Evren Pamir vom Leibniz-Institut für Neurobiologie in Magdeburg (LIN) hat in einem Forschungsverband mit Wissenschaftlern aus Berlin, Konstanz und Würzburg Lernprozesse bei fast 3300 Honigbienen untersucht.

Beim assoziativen Lernen wird ein Duftreiz mit einer Zuckerbelohnung gekoppelt. Stecken die schwarz-gelben Insekten bereits beim Wahrnehmen des Geruchs ihren Rüssel heraus, haben sie die Verbindung von Duft und Belohnung hergestellt.

Oft sind bei diesem Training viele Wiederholungen nötig bis die Tiere die Verknüpfung erlernt haben. In der vorliegenden Untersuchung zeigen die Forscher jedoch, dass schon einzelne Versuche ausreichen können, um ein solches Lernen bei Honigbienen zu erzeugen.

„Bienen lernen noch schneller als wir bisher immer vermutet haben“, erklärt Evren Pamir. „Außerdem wissen sie 24 Stunden nach einer einzelnen Duft-Zucker-Paarung immer noch, dass der wahrgenommene Geruch mit einer Zuckerbelohnung verbunden ist.“

Die neuronalen Mechanismen, die das Lernverhalten steuern, können auch für die Informatik genutzt werden. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt gerade das Projekt „Insekten inspirieren Roboter:

Über die Rolle von Gedächtnis bei der Entscheidungsfindung“. Es zielt darauf ab, Roboter zu bauen, deren Schaltkreise von neuronalen Mechanismen bei Insekten abgeleitet sind und die Aufgaben selbständig lösen können.

Das Leibniz-Institut für Neurobiologie (LIN) in Magdeburg ist ein Zentrum für Lern- und Gedächtnisforschung.

Den vollständigen Fachartikel gibt es im Internet unter:
http://journal.frontiersin.org/Journal/10.3389/fnbeh.2014.00313/abstract

LIN-Ansprechpartner:
Evren Pamir
Tel.: +49-391-6263-93421
E-Mail: evren.pamir@lin-magdeburg.de

Weitere Informationen:

http://www.lin-magdeburg.de/assets/files/press/2014-10-01_PI_Honigbienen

Sophie Ehrenberg | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Bakterien aus dem Blut «ziehen»
07.12.2016 | Empa - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt

nachricht HIV: Spur führt ins Recycling-System der Zelle
07.12.2016 | Forschungszentrum Jülich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Universum enthält weniger Materie als gedacht

07.12.2016 | Physik Astronomie

Partnerschaft auf Abstand: tiefgekühlte Helium-Moleküle

07.12.2016 | Physik Astronomie

Bakterien aus dem Blut «ziehen»

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie