Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schlaf nach dem Lernen ist wichtig für das Langzeitgedächtnis von Kleinkindern

13.01.2015

Schlaf festigt Erinnerungen – und zwar nicht nur bei Erwachsenen, sondern schon bei Kleinkindern im ersten Lebensjahr. Das zeigten Forscherinnen um Dr. Sabine Seehagen von der Ruhr-Universität Bochum erstmals mit einem Versuchsdesign, das deklarative Erinnerungen, also Erinnerungen an Fakten und Ereignisse erfasst. Schlaf nach dem Lernen scheint für Kleinkinder somit wichtig für das Langzeitgedächtnis zu sein, folgern die Forscherinnen. Sie berichten in der Zeitschrift „PNAS“.

Handpuppentest gibt Einblick in deklarative Erinnerungen

Gemeinsam mit einer Kollegin der Universität in Sheffield untersuchte das Bochumer Team 216 Säuglinge im Alter von sechs und zwölf Monaten. Die Forscherinnen besuchten jedes Kind zweimal zuhause, entweder nachdem es gerade geschlafen hatte oder kurz bevor der nächste Schlaf in seinem natürlichen Rhythmus anstand.

Beim ersten Besuch machte die Forscherin dem Kind mit einer Handpuppe bestimmte Handlungen vor. Beim zweiten Besuch beobachtete sie, welche dieser Handlungen das Kind nachahmte, als es die Handpuppe erneut sah.

Eine dritte Gruppe von Kindern bekam beim ersten Besuch keine Handlungen vorgemacht; somit konnte getestet werden, welche Handlungen Kinder spontan ausführen, wenn sie die Puppe sehen. Zwischen den beiden Besuchen lag entweder eine vierstündige oder eine 24-stündige Pause.

Nur Kinder, die geschlafen hatten, erinnerten sich

Kinder, die innerhalb von vier Stunden nach Demonstration der Handlungen mindestens eine halbe Stunde am Stück geschlafen hatten, reproduzierten signifikant mehr Handlungen als Kinder in der Kontrollgruppe, die keinerlei Demonstration erhalten hatten.

Anders sah es bei Kindern aus, die nicht mindestens eine halbe Stunde am Stück geschlafen hatten, und zwar innerhalb von vier Stunden nach dem ersten Besuch. Sie reproduzierten nicht signifikant mehr Handlungen als Kinder in der Kontrollgruppe, hatten sich also nicht gemerkt, was die Forscherin mit der Handpuppe vorgemacht hatte. Dieses Verhalten trat sowohl nach der kurzen als auch nach der langen Pause auf.

Titelaufnahme

S. Seehagen, C. Konrad, J. S. Herbert, S. Schneider (2014): Timely sleep facilitates declarative memory consolidation in infants, PNAS, DOI: 10.1073/pnas.1414000112

Weitere Informationen

Dr. Sabine Seehagen, Klinische Kinder-und Jugendpsychologie, Fakultät für Psychologie der Ruhr-Universität, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-28537, E-Mail: sabine.seehagen@rub.de

Dr. Julia Weiler | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Stottern: Stoppsignale im Gehirn verhindern flüssiges Sprechen
12.12.2017 | Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften

nachricht Undercover im Kampf gegen Tuberkulose
12.12.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mit Quantenmechanik zu neuen Solarzellen: Forschungspreis für Bayreuther Physikerin

12.12.2017 | Förderungen Preise

Stottern: Stoppsignale im Gehirn verhindern flüssiges Sprechen

12.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

E-Mobilität: Neues Hybridspeicherkonzept soll Reichweite und Leistung erhöhen

12.12.2017 | Energie und Elektrotechnik