Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Pharmazie: nachhaltige Ansätze benötigen noch Vitaminschub

24.02.2010
Internationale Fachtagung in DBU griff Zukunftsthema auf - Fortschritte bei Produktionsverfahren

Für eine hohe Lebensqualität des Menschen sind sie ein Segen. Aber etwa Geier oder Fische können sie gefährden: Arzneimittel und ihre zumindest in Spuren in der Umwelt nachweisbaren Rückstände. Die Geier-Population in Indien und Pakistan schwindet durch Wirkstoffe eines Schmerzmittels, mit dem Rinder behandelt werden.

Bei Fischen konnte eine "Verweiblichung" nachgewiesen werden durch Wirkstoffe aus hormonellen Verhütungsmitteln, die die Wasseraufbereitung passieren. Welche Innovationen zeichnen sich in der Pharmazie - etwa in der Entwicklung umweltfreundlicher Wirkstoffe - ab?

"Bei neuen umweltfreundlichen Produktionsverfahren zur Vermeidung von Emissionen sind schon gute Fortschritte erreicht worden. Bei den Produkten selbst und deren Gebrauch sind bisher aber nur wenige nachhaltige und umweltfreundliche Ansätze zu erkennen", weiß Dr. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU).

Rund 50 internationale Fachleute aus der Chemie, der Pharmazie und dem Gesundheitswesen waren der Einladung der DBU zu der englischsprachigen Fachtagung "2nd International Conference on Sustainable Pharmacy. Incentives and Perspectives" gefolgt. Zu der Veranstaltung hatte die weltweit größte Umweltstiftung - bereits zum zweiten Mal nach 2008 - zusammen mit dem Institut für sozial-ökologische Forschung, Frankfurt am Main, dem Universitätsklinikum Freiburg und viamedica - Stiftung für eine gesunde Medizin, Freiburg, eingeladen. "Eine nachhaltige Pharmazie betrachtet nicht nur die medizinische Wirkung, sondern auch den gesamten Lebenszyklus eines Arzneimittels und dessen Einfluss auf die Umwelt: vom Rohstoffeinsatz über die Entwicklung und Herstellung bis hin zur Verschreibung, dem sachgemäßen Gebrauch, der Entsorgung und dem Verbleib in der Umwelt", so Brickwedde.

Dr. Maximilian Hempel, Leiter des DBU-Referates Umweltchemie, ergänzt: "Beim Umgang mit Arzneimitteln ist vor allem das Schaffen eines Problembewusstseins bei Ärzten, Apothekern und Patienten ein wichtiges zukünftiges Handlungsfeld." Langfristig benötige außerdem die pharmazeutische Industrie geeignete Anreize, um die Entwicklung und Vermarktung umweltfreundlicher und damit auch sicherer voranzutreiben.

Hempel: "Hier können zum Beispiel verlängerte Patentrechte, aber auch die gezielte Forschungsförderung von 'grünen' Arzneimitteln eine Rolle spielen." Hempel ist zusammen mit Prof. Dr. Klaus Kümmerer, Leiter der Sektion Angewandte Umweltforschung Universitätsklinikum Freiburg, Herausgeber des Fachbuches "Green and Sustainable Pharmacy", das anlässlich der Tagung angekündigt wurde.

Franz-Georg Elpers | idw
Weitere Informationen:
http://www.dbu.de
http://www.dbu.de/123artikel29891_106.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Designerviren stacheln Immunabwehr gegen Krebszellen an
26.05.2017 | Universität Basel

nachricht Wachstumsmechanismus der Pilze entschlüsselt
26.05.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften