Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuer molekularer Mechanismus für eine epigenetische Krebstherapie entdeckt

20.06.2014

Krebsforscher des Georg-Speyer-Hauses und der Universität Frankfurt haben einen neuen Mechanismus identifiziert, durch den Onkogene die Genexpression beeinflussen.

Mit der Protein-Arginin-Deiminase-4 (PADI4) wurde ein neuer Partner des Transkriptionsfaktors Tal1 gefunden. Tal1 ist ein wichtiges Onkogen bei der Entstehung menschlicher Leukämien, und PADI4 beeinflusst die Funktion dieses Onkogens auf eine bisher noch nicht beschriebene Weise.

Daher könnte PADI4 als neues Zielmolekül für die Entwicklung von Medikamenten dienen, die gezielt die Genexpression in Tumorzellen verändern (Kolodziej et al., Nature Communications, May 29; 5:3995, 2014).

In der Arbeitsgruppe von Dr. Jörn Lausen am Georg-Speyer-Haus in Frankfurt konnte gezeigt werden, dass Tal1 mit PADI4 interagiert und Bestandteil eines genregulativen Komplexes auf Tal1-Zielgenen ist. PADI4 ist in der Lage differentiell auf die Genexpression zu wirken, indem es die Chromatinorganisation durch Veränderung der Histonmodifikationen beeinflusst.

Es konnte dargelegt werden, dass PADI4 die Expression des wichtigen Signalgens IL6ST (gp130) fördert. IL6ST vermittelt die Wirkung verschiedener Zytokine, unter anderem IL-6 und ist als Zielstruktur für die Tumortherapie interessant. Das Forscherteam konnte nachweisen, dass die Inhibition der enzymatischen Aktivität von PADI4 zu einer Verringerung der IL6ST-Menge in der Zelle führt und das Zellwachstum verringert. Derzeit wird untersucht, ob eine Hemmung der PADI4-Aktivität mittels kleiner Moleküle ein gangbarer Weg ist, das Zellwachstum bei Leukämien therapeutisch zu beeinflussen. 

Die geschilderten Untersuchungen sind am Georg-Speyer-Haus, Institut für Tumorbiologie und experimentelle Therapie, in der Arbeitsgruppe von Dr. Jörn Lausen in Frankfurt durchgeführt worden. Beteiligte Gruppen stammten aus dem Uniklinikum Frankfurt, dem Institut für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie Frankfurt und dem Institut für Pharmazeutische Chemie, Frankfurt.

Diese Arbeit wurde im Rahmen des LOEWE-Zentrums für Zell- und Gentherapie, CGT, Frankfurt, durchgeführt (gefördert durch das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst, HMWK: III L 4-518/17.004, 2013). Weiterhin wurde das Projekt durch die Alfred-und-Angelika-Gutermuth-Stiftung unterstützt. Die Untersuchung von PADI4 als Zielmolekül für eine molekulare Therapie wird durch die Thyssen-Stiftung gefördert.

Das Institut für Tumorbiologie und experimentelle Therapie Georg-Speyer-Haus ist ein international renommiertes Forschungsinstitut auf dem Gebiet der Krebsforschung. Es wurde 1906 als Stiftung des privaten Rechts gegründet und wird heute aus Mitteln des Bundes und des Landes Hessen gefördert.

Kontakt:
Dr. Jörn Lausen
Georg-Speyer-Haus
Institut für Tumorbiologie und experimentelle Therapie
Paul-Ehrlich-Straße 42 - 44
Tel. 069-63395-187
Email: lausen@gsh.uni-frankfurt.de

Weitere Informationen:

http://www.georg-speyer-haus.de

Christine Kost | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Akute Myeloische Leukämie: Ulmer erforschen bisher unbekannten Mechanismus der Blutkrebsentstehung
26.04.2017 | Universität Ulm

nachricht Zusammenhang zwischen Immunsystem, Hirnstruktur und Gedächtnis entdeckt
26.04.2017 | Universität Basel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Rittal mit neuer Push-in-Leiteranschlussklemme - Kontakte im Handumdrehen

26.04.2017 | HANNOVER MESSE

Plastik – nicht nur Müll

26.04.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz