Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuer Forschungsverbund zur Genetik der Arterienverkalkung

16.12.2013
Forscherinnen der Universität zu Lübeck erhalten Zuschlag für bundesweites Projekt e:AtheroSysMed - Verbindung von Lebens- und Informationswissenschaften zur systemorientierten Erforschung der Atherosklerose und geeigneter Präventionsmaßnahmen

Die Arterienverkalkung ist mit ihren Folgen, der koronaren Herzkrankheit (KHK) und dem Schlaganfall, eine führende Todesursache in Europa. Dabei sind die Ursachen der sogenannten Atherosklerose vielfältig, wie Projektleiterin Prof. Jeanette Erdmann (Direktorin des Instituts für Integrative und Experimentelle Genomik) erklärt:

“Neben Ernährung und Umwelt spielen auch genetische Faktoren eine große Rolle. Wie diese verschiedenen Faktoren jedoch gemeinsam wirken und welche Konsequenzen sich daraus für Prävention und Therapie ergeben, ist weitgehend unklar.“

Daher hat sich der bundesweite Verbund e:AtheroSysMed mit dem erklärten Ziel zusammengefunden, die Krankheitsursachen durch systemmedizinische Ansätze zu erklären. Weitere Partner im Verbund sind das Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie in Göttingen, die Medizinische Fakultät in Mannheim sowie in München das Deutsche Herzzentrum (DHM), die Technische Universität (TUM), die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU), das Helmholtz-Zentrum sowie das Max-Planck-Institut für Biochemie und Psychiatrie.

„Mit unserem neuartigen Konzept setzen wir vor allem darauf, die Expertise aus verschiedenen Fächern, nämlich der Medizin, Biologie, Mathematik, Epidemiologie und Bioinformatik zu bündeln, um damit das System der Atherosklerose weiter zu entschlüsseln“, so Projektleiterin Prof. Inke König vom Institut für Medizinische Biometrie und Statistik der Universität zu Lübeck. Dieses Konzept überzeugte auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung, das die Lübecker Projekte in den nächsten drei Jahren mit mehr als 750.000 Euro fördern wird.

Der Schwerpunkt der Lübecker Projekte liegt dabei darauf, das Risiko einer Arterienverkalkung durch die Nutzung genetischer Informationen besser vorhersagen zu können. „Damit bauen wir auf umfangreiche Kenntnisse und Ressourcen aus einem früheren Verbund auf, in dem wir bis dahin unbekannte Krankheitsmechanismen durch gemeinsame Betrachtung verschiedener klinischer und genetischer Daten entschlüsseln konnten“, so Erdmann. Aus diesem Ansatz, sind sich die Forscherinnen einig, entstehen langfristig neue therapeutische Optionen, die der Individualität der Patienten gerecht werden.

Das neu gestartete Forschungs- und Förderkonzept e:med wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und forciert die systemorientierte Erforschung von Krankheiten und Präventionsmaßnahmen, indem es die Lebens- und Informationswissenschaften verbindet. Das vorrangige Ziel ist die Etablierung der Systemmedizin in Deutschland. Bundesweit werden ab Dezember 2013 für die nächsten fünf Jahren insgesamt 13 Forschungsverbünde aus dem Bereich der Onkologie, Kardiologie, Entzündungsforschung, Suchtforschung und Neurogenetik gefördert.

Kontakt:

Prof. Dr. Jeanette Erdmann
Institut für Integrative und Experimentelle Genomik, Universität zu Lübeck
Maria-Goeppert-Str. 1, MFC1, 4. OG, 23562 Lübeck
Tel.: 0451 500 5885
E-Mail: jeanette.erdmann@iieg.uni-luebeck.de
Prof. Dr. Inke R. König
Institut für Medizinische Biometrie und Statistik, Universität zu Lübeck
Ratzeburger Allee 160, Haus 24, 23562 Lübeck
Tel.: 0451 500 5580
E-Mail: Inke.Koenig@imbs.uni-luebeck.de

Rüdiger Labahn | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-luebeck.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Zirkuläre RNA wird in Proteine übersetzt
24.03.2017 | Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft

nachricht Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen
24.03.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise