Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Projekte der Sicherheitsforschung zu gentechnisch veränderten Pflanzen

09.10.2008
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert von 2008 -2011 erneut zahlreiche Projekte der Biologischen Sicherheitsforschung.

Die Fördersumme umfasst etwa acht Millionen Euro. In insgesamt 23 Projekten sollen vor allem Methoden entwickelt werden, die eine Ausbreitung gentechnisch veränderter Pflanzen verhindern. Ein weiterer Schwerpunkt sind einmal mehr die Umweltauswirkungen von gentechnisch verändertem Bt-Mais.

Die potenzielle Nutzung transgener Pflanzen mit neuen oder veränderten Inhaltsstoffen wirft auch neue Fragestellungen für die biologische Sicherheitsforschung auf. Insbesondere dann, wenn Pflanzen zur Herstellung funktioneller Lebensmittel oder für die Produktion industrieller oder pharmazeutischer Stoffe eingesetzt werden sollen, ist es wichtig, dass sie sich nicht unkontrolliert verbreiten. Vor diesem Hintergrund werden Systeme entwickelt und geprüft, die die Ausbreitung gentechnisch veränderter Pflanzen begrenzen. Dabei geht es um biologische Ansätze wie die Erzeugung männlicher Sterilität oder alternative Methoden der Übertragung fremder Gene wie die Plastidentransformation. Plastiden sind eigenständige kleine Einheiten im Zellplasma von Pflanzen, die über eigene DNA verfügen und diese auch in Proteine umsetzen können. Anders als die DNA im Zellkern, wird die Plastiden-DNA nicht über Pollen weitergegeben. Werden Plastiden als Träger neuer Gene genutzt, kann die neue Erbinformation in der Pflanze biologisch eingeschlossen werden(Confinement).

Ein eigener Schwerpunkt beschäftigt sich mit der Begrenzung der Ausbreitung von Raps über Durchwuchsraps. Rapssamen können lange Zeit im Boden überdauern und in den Folgekulturen als Durchwuchsraps zu einer ungewollten Ausbreitung führen. Über die Züchtung "gering überdauernder" Rapslinien soll die Durchwuchsproblematik entschärft werden.

Schwerpunkt: Ökologische Auswirkungen von Bt-Mais

Ein aus acht Projekten bestehender Forschungsverbund beschäftigt sich mit Umweltauswirkungen von neuartigem Bt-Mais, in den drei verschiedene Bt‑Gene (stacked genes) übertragen wurden, die den Mais unempfindlich machen gegenüber seinen beiden wichtigsten Fraßfeinden Maiszünsler und Maiswurzelbohrer . Die Larven des Maiszünslers fressen sich durch die Stängel der Maispflanze, die des Maiswurzelbohrers greifen die Wurzeln an. Während der Maiszünsler sich in Deutschland bereits seit Jahrzehnten kontinuierlich von Süden nach Norden ausbreitet, ist der Wurzelbohrer in Europa ein neuer Schädling, der erstmalig 2007 auch in Süddeutschland auftauchte.

Im Freiland wird überprüft, ob die verschiedenen in den Bt-Maispflanzen gebildeten Bt‑Toxine sich in ihrer Wirkung beeinflussen oder verstärken und es so zu negativen ökologischen Effekten kommt.

| Team bioSicherheit
Weitere Informationen:
http://www.biosicherheit.de
http://www.biosicherheit.de/de/aktuell/658.doku.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Wie Pflanzen ihr Gedächtnis vererben
21.08.2017 | Gregor Mendel Institut für Molekulare Pflanzenbiologie (GMI)

nachricht Eine Karte der Zellkraftwerke
18.08.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher entwickeln zweidimensionalen Kristall mit hoher Leitfähigkeit

21.08.2017 | Physik Astronomie

Ein neuer Indikator für marine Ökosystem-Veränderungen - der Dia/Dino-Index

21.08.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Kieler Wissenschaft entwickelt exzellentes Forschungsdatenmanagement

21.08.2017 | Informationstechnologie