Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Forschergruppe untersucht komplexe Hirnleistung bei Primaten

15.01.2014
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert ein Netzwerk von Einrichtungen, das sich der Erforschung höherer Hirnfunktionen von Primaten widmet.

Innerhalb der kommenden drei Jahre erhält die Forschergruppe „Physiologische Grundlagen verteilter Informationsverarbeitung als Grundlage höherer Hirnleistungen nicht-humaner Primaten“ dafür rund 3,5 Millionen Euro.

In 12 Arbeitsgruppen werden die Forscher die komplexe Informationsverarbeitung im Netzwerk der Hirnareale analysieren. Studien zu ethischen Fragen biomedizinischer Forschung an Versuchstieren und Aktivitäten zur Untersuchung und Verbesserung des Wohlbefindens der Versuchstiere begleiten die Forschung.

Die Gruppe führt Neurowissenschaftler aus Tübingen, Göttingen, Frankfurt und Marburg mit Ethikern, Tierärzten und Ethologen zusammen. Sprecher der Gruppe sind Professor Peter Thier vom Hertie Institut für klinische Hirnforschung der Universität Tübingen und Professor Stefan Treue vom Deutschen Primatenzentrum in Göttingen.

Eine neue, große Forschergruppe untersucht die Grundlagen kognitiver Leistungen wie Wahrnehmung, Verhalten oder Kommunikation. Die Forscher wollen verstehen, wie Primaten Reize aus ihrer Umwelt mit den Augen aufnehmen und das Gehirn auf der Basis dieser Informationen Bewegungen der Arme und Hände plant und ausführt. Die Informationsflüsse im Gehirn, die diesen Leistungen zugrunde liegen, werden dabei auf verschiedenen Ebenen untersucht. Von der neuronalen und synaptischen Aktivität einzelner Hirnregionen bis zur Interaktionen zwischen weit voneinander entfernten Hirnarealen.

Die Forschergruppe wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in der ersten Förderperiode von drei Jahren mit insgesamt 3,5 Millionen Euro unterstützt. „Wir sind stolz darauf, dass die internationale Gutachtergruppe der DFG nicht nur die hohe Qualität der deutschen Forschung auf diesem Gebiet honoriert hat, sondern auch die zentrale Bedeutung der Forschung an Primaten für die Entwicklung wirksamerer Ansätze in der Behandlung vieler neurologischer und psychischer Erkrankungen des Menschen“ sagt Peter Thier, Vorstand des Hertie-Instituts für klinische Hirnforschung.

Beteiligt sind Wissenschaftler des Hertie-Instituts für klinische Hirnforschung der Universität in Tübingen, des Deutschen Primatenzentrums (DPZ) und der Universitäts-Medizin (UMG) in Göttingen, der Philipps Universität in Marburg und des Ernst Strüngmann Instituts in Frankfurt am Main. Die Forscher kombinieren mit den verschiedenen Teilprojekten ein Spektrum modernster Methoden: von bildgebenden über elektrophysiologische bis zu neuropharmakologischen Verfahren. Das primär neurowissenschaftliche Arbeitsprogramm der Forschergruppe wird komplementiert durch die Ausbildung von Nachwuchswissenschaftlern, eine Zusammenarbeit mit Ethikern zu den Randbedingungen der Tiernutzung in der Biomedizin und Anstrengungen in Zusammenarbeit mit Veterinärmedizinern des DPZ, das Wohlbefinden der Versuchstiere zu untersuchen und zu verbessern.

„Die DFG erkennt damit auch die Expertise des DPZ als Kompetenz- und Referenzzentrum für die Forschung an Primaten an und fördert unsere langjährigen Arbeiten zum optimalen Umgang mit Primaten in der Forschung“, unterstreicht Stefan Treue, wissenschaftlicher Direktor des DPZ und stellvertretender Gruppensprecher. „Damit sind wir in der Lage biomedizinische Forschung von essenzieller Bedeutung mit Tierschutz auf höchstem Niveau zu verbinden.“

Kontakt und Hinweise für Redaktionen

Silke Jakobi (Kommunikation, Hertie-Institut für klinische Hirnforschung)
Tel: +49 7071 29 88800
E-Mail: silke.jakobi@medizin.uni-tuebingen.de
Prof. Dr. Stefan Treue (DPZ Göttingen)
Tel: +49 551 3851-117
E-Mail: treue@gwdg.de
Dr. Susanne Diederich (Kommunikation, DPZ Göttingen)
Tel: +49 551 3851-359
E-Mail: sdiederich@dpz.eu

Silke Jakobi | idw
Weitere Informationen:
http://www.hih-tuebingen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Forscherteam der Universität Bremen untersucht Korallenbleiche
24.04.2017 | Universität Bremen

nachricht Feinste organische Partikel in der Atmosphäre sind häufiger glasartig als flüssige Öltröpfchen
21.04.2017 | Max-Planck-Institut für Chemie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Im Focus: Tief im Inneren von M87

Die Galaxie M87 enthält ein supermassereiches Schwarzes Loch von sechs Milliarden Sonnenmassen im Zentrum. Ihr leuchtkräftiger Jet dominiert das beobachtete Spektrum über einen Frequenzbereich von 10 Größenordnungen. Aufgrund ihrer Nähe, des ausgeprägten Jets und des sehr massereichen Schwarzen Lochs stellt M87 ein ideales Laboratorium dar, um die Entstehung, Beschleunigung und Bündelung der Materie in relativistischen Jets zu erforschen. Ein Forscherteam unter der Leitung von Silke Britzen vom MPIfR Bonn liefert Hinweise für die Verbindung von Akkretionsscheibe und Jet von M87 durch turbulente Prozesse und damit neue Erkenntnisse für das Problem des Ursprungs von astrophysikalischen Jets.

Supermassereiche Schwarze Löcher in den Zentren von Galaxien sind eines der rätselhaftesten Phänomene in der modernen Astrophysik. Ihr gewaltiger...

Im Focus: Deep inside Galaxy M87

The nearby, giant radio galaxy M87 hosts a supermassive black hole (BH) and is well-known for its bright jet dominating the spectrum over ten orders of magnitude in frequency. Due to its proximity, jet prominence, and the large black hole mass, M87 is the best laboratory for investigating the formation, acceleration, and collimation of relativistic jets. A research team led by Silke Britzen from the Max Planck Institute for Radio Astronomy in Bonn, Germany, has found strong indication for turbulent processes connecting the accretion disk and the jet of that galaxy providing insights into the longstanding problem of the origin of astrophysical jets.

Supermassive black holes form some of the most enigmatic phenomena in astrophysics. Their enormous energy output is supposed to be generated by the...

Im Focus: Neu entdeckter Exoplanet könnte bester Kandidat für die Suche nach Leben sein

Supererde in bewohnbarer Zone um aktivitätsschwachen roten Zwergstern gefunden

Ein Exoplanet, der 40 Lichtjahre von der Erde entfernt einen roten Zwergstern umkreist, könnte in naher Zukunft der beste Ort sein, um außerhalb des...

Im Focus: Resistiver Schaltmechanismus aufgeklärt

Sie erlauben energiesparendes Schalten innerhalb von Nanosekunden, und die gespeicherten Informationen bleiben auf Dauer erhalten: ReRAM-Speicher gelten als Hoffnungsträger für die Datenspeicher der Zukunft.

Wie ReRAM-Zellen genau funktionieren, ist jedoch bisher nicht vollständig verstanden. Insbesondere die Details der ablaufenden chemischen Reaktionen geben den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

3. Bionik-Kongress Baden-Württemberg

24.04.2017 | Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

Baukultur: Mehr Qualität durch Gestaltungsbeiräte

21.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

1. Essener Gefahrguttage am 19.-20. September 2017 mit fachbegleitender Ausstellung

24.04.2017 | Seminare Workshops

Laserstrukturierung verbessert Haftung auf Metall und schont die Umwelt

24.04.2017 | Maschinenbau

Forscherteam der Universität Bremen untersucht Korallenbleiche

24.04.2017 | Biowissenschaften Chemie