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NDM-1: Phantombild eines Erregers erstellt

07.09.2011
Stärkere "Kiefer" können Antibiotika noch aggressiver angreifen

Die Struktur des Proteins, das die Wirksamkeit einiger der stärksten Antibiotika unterbindet, hat ein Wissenschaftlerteam identifiziert. Jene Bakterien, die für die Entstehung von NDM-1 verantwortlich zeichnen, sind für Gesundheitsexperten immer mehr Anlass zur Besorgnis, berichtet die BBC. Dieses Protein verfügt über größere "Kiefer", die es ihm erlauben, mehr Antibiotika als andere Enzyme anzugreifen. Es besteht laut den Forschern aber Hoffnung, dass die chemische Struktur helfen kann, neue Medikamente zu entwickeln.


Mikroskop-Aufnahme: Protein-Erforschung geht voran (Foto: pixelio.de, Altmann)

Selbst gegen Carbapeneme resistent

Carbapeneme gelten als die letzte mögliche Verteidigung gegen resistente Bakterien. Einige sind jetzt sogar gegen diese Medikamente resistent. Bakterien mit einem Gen für NDM-1 können ein Enzym herstellen, das die Antibiotika abbaut. Die Art und Weise, in der diese Bakterien ungehindert Gene untereinander und sogar zwischen verschiedenen Arten austauschen, bedeutet, dass dieses Resistenz-Gen sich auch auf andere Krankheiten erregende Bakterien ausbreiten könnte.

Ergebnisse des Teams in China, Kanada und Großbritannien haben die Struktur des NDM-Enzyms identifiziert. Mit Hilfe des genetischen Codes wurde das Enzym hergestellt, kristallisiert und anschließend unter Röntgenstrahlen ein detailliertes Bild der Struktur des Enzyms erstellt. Simon Phillips, einer der Autoren der MRC-Studie http://www.mrc.ac.uk vom Research Complex at Harwell http://www.rc-harwell.ac.uk erklärt, dass man sich diesen Vorgang wie das Herstellen des Phantombilds eines Kriminellen vorstellen muss.

Entwicklung neuer Antibiotika denkbar

NDM-1 gehört zu einer Klasse von Enzymen, die Antibiotika abbauen. Die meisten dieser Enzyme können Carbapeneme nicht angreifen, da ihre "Kiefer" dafür zu klein sind. Der aktive Teil von NDM-1 ist etwas größer und kann daher auch diese Medikamente zerstören. Dieses Wissen sollte laut den Wissenschaftlern für die Entwicklung neuer Medikamente genutzt werden. Ein Präparat könnte versuchen, NDM-1 zu deaktivieren und so die Wirksamkeit der Antibiotika wieder herzustellen oder bei der Entwicklung neuer Antibiotika helfen.

Timothy Walsh von der Cardiff University http://cardiff.ac.uk , der das NDM-Gen entdeckt hat, betont, dass sich die NDM-1-Sequenz sehr stark von anderen vergleichbaren Resistenz-Mechanismen unterscheidet und daher die Struktur von besonderer Bedeutung ist.

Michaela Monschein | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.mrc.ac.uk
http://www.rc-harwell.ac.uk

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