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Nano-Kapseln ermöglichen Produktion von spezifischen Stoffwechselmolekülen

19.09.2017

Forscher der Universität Basel haben nanometergrosse Kapseln entwickelt, mit denen sich das Biomolekül Glukose-6-phosphat herstellen lässt, das bei Stoffwechselvorgängen eine wichtige Rolle spielt. Den Forschern gelang es dabei Bedingungen herzustellen, die denen in der natürlichen Zelle sehr ähnlich sind. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Chemical Communications veröffentlicht.

Am Stoffwechsel in lebenden Organismen ist eine Vielzahl von Biomolekülen beteiligt, die im Körper durch Enzymreaktionen entstehen. Ein Beispiel eines Biomoleküls, das bei wichtigen Stoffwechselvorgängen eine Rolle spielt, ist Glukose-6-phosphat.


Schematische Darstellung der Nano-Kapsel: Glukose-1-phosphat gelangt durch Poren zum eingekapselten Enzym Phosphoglucomutase, mit dem es reagiert. Glukose-6-phosphat tritt durch die Poren wieder aus.

Es ist zentral für den Abbau von Kohlenhydraten und kann zudem in spezifische Moleküle umgewandelt werden, die für die Speicherung von Energie in einem Organismus zuständig sind. Wenn es gelingt, derartige Biomoleküle mittels synthetischen Kapseln direkt in lebenden Zellen herzustellen, würde das neue Perspektiven für die Behandlung von Krankheiten öffnen.

Nano-Kapseln produzieren Glukose-6-phosphat

Eine von Prof. Dr. Cornelia Palivan geleitete Forschungsgruppe am Departement Chemie der Universität Basel hat nun synthetische Nano-Kapseln entwickelt, die als Katalysator das Enzym Phosphoglucomutase enthalten und die in der Lage sind, Glukose-6-phosphat zu produzieren und freizusetzen.

Um die Reaktion zu starten, muss die Ausgangssubstanz ins Innere der Kapsel gelangen, um vom Enzym umgesetzt zu werden. Dazu setzten die Forscher in die Kapselmembran ein Porenprotein ein, das an der ETH Zürich synthetisiert wurde. Diese Poren bilden die Eingangstür für die Ausgangssubstanz und den Ausgang für das Produkt Glukose-6-phosphat, während das Enzym eingekapselt und vor einem Abbau geschützt bleibt.

Die entwickelten Nano-Kapseln sind nicht grösser als 200 Nanometer, das heisst sie können von Zellen aufgenommen werden – eine wichtige Voraussetzung für zukünftige Testverfahren und Anwendungen.

Im Gegensatz zu anderen Ansätzen, die organische Lösungsmittel nutzen, entwickelt die Forschungsgruppe ihre Kapseln unter Bedingungen, die der Umgebung in natürlichen Zellen sehr ähnlich sind. «Unser Ansatz ist es immer, der Natur so nah wie möglich zu kommen», sagt Prof. Palivan, «damit wir die intrinsische Funktionalität der Enzyme und Porenproteine bewahren können.»

Als nächstes planen die Forscher, die Kapseln mit Zellen zu testen, um zu prüfen, ob sie aufgenommen werden und in der Zelle Glukose-6-phosphat produzieren.

Originalartikel

Mihai Lomora, Gesine Gunkel-Grabole, Shiksha Mantri and Cornelia G. Palivan
Bio-catalytic nanocompartments for in situ production of glucose-6-phosphate
Chemical Communications (2017), doi: 10.1039/C7CC04739H

Weitere Auskünfte

Cornelia G. Palivan, Universität Basel, Departement Chemie, Tel. +41 61 207 38 39, E-mail: Cornelia.Palivan@unibas.ch

Gesine Gunkel-Grabode, Universität Basel, Departement Chemie, Tel. +41 61 207 38 43, E-mail: Gesine.Gunkel@unibas.ch

Weitere Informationen:

https://www.unibas.ch/de/Aktuell/News/Uni-Research/Nano-Kapseln.html

Cornelia Niggli | Universität Basel

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