Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Moderne Messtechnik verbessert Qualität von Bioreaktoren

24.06.2014

Allianz aus Forscherinnen und Forschern testet innovatives Konzept

Weg vom Erdöl, hin zur Nutzung von Pflanzen: Deutschland ist auf dem Weg zu einer klimafreundlicheren und nachhaltigen Industrie. Pflanzliche Reststoffe etwa können in der biotechnologischen Produktion aller chemischen Produkte zum Einsatz kommen. Doch noch ist es ein weiter Weg, bis diese Möglichkeiten umgesetzt werden.

Die Produktionsstätten der Biotechnologie sind Bioreaktoren – große Hightech-Behälter aus Stahl oder Kunststoff, in denen die Organismen wie Mikroben oder Säugerzellen unter optimalen Bedingungen kultiviert werden. Ob jedoch das Produkt– sei es ein Enzym, Wirkstoff oder Biotreibstoff - in der gewünschten Qualität entstanden ist, wird in der Regel erst am Ende des Prozesses festgestellt.

Diesen Check deutlich nach vorne zu verlagern und den Organismen direkt bei der Produktion zuzuschauen – das ist das Ziel der neuen strategischen Allianz „Wissensbasierte Prozessintelligenz“, an der auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Instituts für Technische Chemie (TCI) der Leibniz Universität Hannover beteiligt sind.

Koordiniert vom niedersächsischen Labor- und Prozesstechnologieanbieter Sartorius werden bundesweit 20 Partner aus akademischer Forschung und Industrie zusammenarbeiten. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die Allianz in der ersten Phase mit mehr als neun Millionen Euro (insgesamt steuert die Industrie dazu noch 20 Millionen Euro bei).

An zwei Modellprozessen am TCI und an der Technischen Universität München wird die neue Allianz von Ingenieuren, Informatikern und Biotechnologen gemeinsam arbeiten. Sie haben sich vorgenommen, eine Sensor- und Software-Plattform aufzubauen, die innovative Messtechnik mit modernen Methoden der Datenauswertung kombiniert. Als Besonderheit werden sich alle Beteiligten des Netzwerks auf zwei Modellprozesse aus der Lebensmittelbiotechnologie und der Arzneiproduktion konzentrieren.

Den akademischen Partnern kommt hierbei eine Schlüsselrolle zu. Das Team um Prof. Dr. Thomas Scheper am TCI begleitet den Modellprozess für die Produktion von Biopharmazeutika. Hier geht es darum, mit tierischen Zellen hochwertige Pharmaka herzustellen. „Wir wollen kontinuierlich in den Prozess hineinschauen, um zu sehen, ob sich die Zellen wohlfühlen und das tun, was sie tun sollen.

So können wir den gesamten Prozess verstehen, verbessern, sichern und die Nutzung landwirtschaftlicher Rohstoffe effizienter gestalten,“ sagt Thomas Scheper. „Wenn uns dies an den hochkomplexen Biopharmaprozessen gelingt, ist es auch kein weiter Weg dahin, mit ähnlichen biologischen Prozessen tägliche Dinge wie Duftstoffe, Polymere und Farben aus pflanzlichen Rohstoffen bereitzustellen.“

Dr. Dörte Solle ist die Teamleiterin im TCI, die die gesamten Arbeiten koordiniert. „Ich freue mich auf diese spannende Zusammenarbeit zwischen Hochschule und der Industrie deutschlandweit und bin stolz, dass wir in Hannover einen der beiden Modellprozesse bearbeiten“, sagt Dr. Solle. „ Das ist eine hohe Anerkennung für die wissenschaftlichen Arbeiten, die wir in den vergangenen Jahren auf diesem Gebiet geleistet haben“.

Aus Niedersachsen sind neben Sartorius (Göttingen), die Firmen Christian Hansen (Nienburg) und Trace (Braunschweig) beteiligt.

Hinweis an die Redaktion:
Für weitere Informationen steht Ihnen Prof. Dr. Thomas Scheper, Institut für Technische Chemie der Leibniz Universität Hannover, unter Telefon +49 511
762 2509 oder per E-Mail unter scheper@itc.uni-hannover.de gern zur Verfügung.

Mechtild Freiin v. Münchhausen | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.uni-hannover.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Der Buche in die Gene schauen - Vollständiges Genom der Rotbuche entschlüsselt
11.12.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

nachricht Mit den Augen der Biene: Zoologe der Uni Graz entwickelt Verfahren zur Verbesserung dunkler Bilder
11.12.2017 | Karl-Franzens-Universität Graz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

11.12.2017 | Verfahrenstechnologie

Jenaer Wissenschaftler für Prostatakrebs-Forschung ausgezeichnet

11.12.2017 | Förderungen Preise

Der Buche in die Gene schauen - Vollständiges Genom der Rotbuche entschlüsselt

11.12.2017 | Biowissenschaften Chemie