Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Massensterben der Pflanzenarten hat begonnen

22.10.2008
Forscher suchen wichtigste Arten für das Ökosystem

Jede zweite Pflanzen- und Tierart ist vom aktuellen Massensterben betroffen. Das schließen Ökologen der University of California in Santa Barbara aus ihrer aktuellen Vergleichsstudie über weltweite Grasland-Ökosysteme. "Noch zu unseren Lebzeiten könnte die Hälfte aller heutigen Arten vernichtet werden", warnt Studienautor Bradley J. Cardinale. Seine Forschergruppe ermittelt, welche Tier- und Pflanzenarten aufgrund ihrer ökologischen Bedeutung besonderen Schutzes bedürfen.

Das massenweise Zugrundegehen von Tier- und Pflanzenarten passierte bereits mehrmals in der Erdgeschichte, zuletzt vor 65 Mio. Jahren. Die Wissenschaft nimmt an, dass der Einschlag eines Meteors damals zum Sterben aller Landsaurier und vieler Pflanzen geführt hat. An der derzeit im Gange befindlichen Artensterben sei unser Lebensstil maßgeblich beteiligt. "Der Mensch trägt Mitschuld, weil er den Planeten asphaltiert und verschmutzt", so Cardinale.

Bestätige sich die These des aktuellen Massensterbens von Arten, müssten deren wichtigste Vertreter rasch erkannt und geschützt werden, so Mitautor Todd Oakley, denn die Artenvielfalt sei eine Überlebensfrage. Je weniger verschiedene Pflanzenarten ein Ökosystem aufweist, desto weniger Biomasse kann es produzieren. Denn der Biomassen-Beitrag einer einzelnen Art ist umso größer, je genetisch seltener oder vereinzelter sie auftritt, so die kalifornischen Wissenschaftler. Mit einer Abnahme der Biomasse verringert sich auch die Absorption von Kohlendioxid und die Erzeugung von Sauerstoff empfindlich, was weltweit die Zusammensetzung atmosphärischer, lebensnotwendiger Gase beeinträchtigt. Auch die Nahrungskette der Tiere wird durch Artensterben im Pflanzenreich unterbrochen und gefährdet dadurch Jagd und Fischerei.

Die Universität Santa Barbara verglich 40 wichtige internationale Studien zum Ökosystem "Grasland" und rekonstruierte die Evolutionsgeschichte von 177 darin aufscheinenden Blütenpflanzen durch Vergleich ihrer genetischen Bildung. Einer dieser evolutionären Einzelgänger ist der Hahnenfuß. Geht er verloren, wie es im Grasland derzeit passiert, hat dies eine weitaus größere Auswirkung als der Verlust eines Gänseblümchens, meinen die Forscher, denn in ihm stecke eine längere Evolutionsgeschichte.

Johannes Pernsteiner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ucsb.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Aufräumen? Nicht ohne Helfer
19.10.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Einzelne Rezeptoren auf der Arbeit
19.10.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Aufräumen? Nicht ohne Helfer

19.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Biotinte für den Druck gewebeähnlicher Strukturen

19.10.2017 | Materialwissenschaften

Forscher studieren molekulare Konversion auf einer Zeitskala von wenigen Femtosekunden

19.10.2017 | Physik Astronomie