Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Marine Schwämme für die Medizin: Freiberger StartUp will begehrtes Extrakt aus Goldschwämmen fördern

02.10.2014

„Aplysina aerophoba“ – zu deutsch: Goldschwamm. Das ist die Grundlage für das Gründungsprojekt von Andre Ehrlich und Marcel Bürger. Das Freiberger Team will Extrakte aus den Goldschwämmen fördern und sie der Forschung für Mittel im Kampf gegen Krebs, HIV und Malaria bereitstellen.

Mit ihrem Start-Up-Projekt wollen die zwei Absolventen der Bergakademie eine bromtyrosinhaltige Substanz gewinnen, die in den Goldschwämmen steckt. Sie kommen vor allem im Mittelmeer vor. Bromtyrosine zählen zu den Aminosäuren. Das besondere an den bromtyrosinhaltigen Stoffen: Sie wirken antibakteriell, antiparasitär und antiviral. Dadurch eigenen sie sich zur Bekämpfung von Krankheiten wie Krebs, Psoriasis oder Malaria.


Goldschwamm Aplysina aerophoba

Andre Ehrlich

Die wertvollen Extrakte des Schwammes sind in den vergangenen Jahren in den Fokus der Wissenschaft gerückt. „Obwohl der Bedarf an Bromtyrosinen steigt, gibt es bisher keine effektive Methode zu deren Gewinnung“, weiß Geologe und Mineraloge Andre Ehrlich, der sich schon seit Schulzeiten mit marinen Schwämmen beschäftigt.

Unter der Leitung von Mentor Prof. Hermann Ehrlich von der Arbeitsgruppe Biomineralogy and Extreme Biomimetics des Instituts für Experimentelle Physik hat das junge Forscherteam eine innovative Methode entwickelt, mit der bis zu 100 Prozent der bromtyrosinhaltigen Substanzen aus einem Schwamm isoliert und extrahiert werden können.

Mitgründer und Chemiker Marcel Bürger erläutert: „Beim Bezug des Rohmaterials wird nur ein Teil des Schwammes unter Wasser abgeschnitten, sodass das Gewebe nachwachsen kann. Damit können wir das begehrte Naturprodukt auf nachhaltige Weise produzieren.“ Das Verfahren ist somit die erste und einzige Methode zur abfallfreien Gewinnung von Bromtyrosinen weltweit.

Die zwei Nachwuchswissenschaftler haben in Freiberg studiert und werden bereits seit vier Monaten durch ein EXIST-Gründerstipendium des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie unterstützt. Derzeit arbeiten sie daran, ihre Extraktionsmethode zu verfeinern und Kontakte in die Pharmaindustrie zu knüpfen. Erste Interessenten für das begehrte Goldschwamm-Extrakt gibt es bereits.

Unterstützung erhalten die zwei Gründungsinteressierten dabei nicht nur vom Gründernetzwerk SAXEED, auch Prof. Hermann Ehrlich steht weiterhin als Mentor mit seinem Fachwissen und seinen Kontakten zur Seite. Inzwischen ist die TU Bergakademie Freiberg für ihre gründerfreundlichen Bedingungen bekannt und konnte so beispielsweise auch im letzten „Gründungsradar – Hochschulprofile in der Gründungsförderung“ unter den mittelgroßen, deutschen Hochschulen den ersten Platz im Bereich „Gründungsunterstützung“ und Platz drei im Bereich „Gründungssensibilisierung“ erlangen.

Madlen Domaschke | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Entzündung weckt Schläfer
29.03.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Rostocker Forscher wollen Glyphosat „entzaubern“
29.03.2017 | Universität Rostock

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten