Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Leibniz-Gemeinschaft bündelt ihre Kompetenzen zur nachhaltigen Sicherung der biologischen Vielfalt

08.11.2013
Der Leibniz-Forschungsverbund „Biodiversität“ (LVB) hat jetzt seine Aktivitäten zur Sicherung der wertvollsten Ressource der Menschheit, der biologischen Vielfalt, durch Unterzeichnung eines Kooperationsvertrages auf eine solide Grundlage gestellt.

Der Verbund vereint 22 Forschungsmuseen und Institute der Leibniz-Gemeinschaft aus den Sektionen Umweltwissenschaften, Lebenswissenschaften, Sozial-, Wirtschafts- und Raumwissenschaften sowie Mathematik, Natur- und Ingenieurwissenschaften.

Gemeinsam werden innovative Lösungen entwickelt, um die biologische Vielfalt, von der genetischen Vielfalt bis hin zur Vielfalt der Lebensräume, langfristig zu sichern – zum Wohle für Mensch und Natur.

Durch die Unterzeichnung des Kooperationsvertrages wird die Koordination des Forschungsverbundes für zunächst fünf Jahre gesichert. Zugleich bedeutet es den Startschuss für gemeinsame Projekte und Aktivitäten im Bereich Biodiversität. Unter Federführung durch das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) in Dresden und Beteiligung weiterer Partner des Forschungsverbundes startet gerade eine Studie zum Landschaftswandel in Deutschland. Der Landschaftswandel gilt als einer der stärksten aktuellen und zukünftigen Treiber für den Verlust von Biodiversität.

Es werden die Triebfedern für einen beschleunigten Landschaftswandels identifiziert und Lösungen zum Schutz der Ökosystemvielfalt und dem Schutz von Landschaften entwickelt. Dies geschieht in Kooperation mit Bürgerinnen und Bürgern sowie Vertretern aus Politik.

Als weitere wesentliche Ursachen für den fortschreitenden Rückgang der Biodiversität gelten die rapide Ausbreitung gebietsfremder Arten, der Klimawandel sowie die Überdüngung von Land- und Wasserökosystemen. Bis zum Jahre 2050 muss mit einem Verlust von bis zu 50 Prozent der globalen Artenvielfalt gerechnet werden. Andererseits warten noch rund 90 Prozent aller Arten auf ihre Entdeckung – und verschwinden daher womöglich, bevor sie überhaupt erfasst werden.

Dabei stellt die biologische Vielfalt die wichtigste Ressource der Menschheit dar: Sie ist Grundlage für die Gesundheit, trägt zur Ernährungssicherung bei und dämpft die Auswirkungen der Klimaveränderung. Zudem ist sie von hoher ethischer, kultureller und ästhetischer Bedeutung. Die dramatische Veränderung der biologischen Vielfalt zählt daher zu einer der größten gesellschaftlichen Herausforderungen, der sich der Leibniz-Forschungsverbund Biodiversität stellt.

Die Biodiversitätsforschung erfordert eine integrative und transdisziplinäre Herangehensweise: Es gilt, die Ziele der nationalen und internationalen Biodiversitätsabkommen mit den oft konkurrierenden Zielen der Klima-, Energie-, Landwirtschafts- und Wirtschaftspolitik in Einklang zu bringen.

Das Ziel des LVB ist es, gemeinsam nachhaltige Lösungsvorschläge und Synergien im Bereich der Biodiversitätsforschung zu entwickeln.

Folgende Forschungsschwerpunkte stehen dabei unter anderem im Vordergrund:
• Untersuchung ökologischer, evolutionärer und ökonomischer Konsequenzen von neuartigen Lebensgemeinschaften, die keine gemeinsame Entwicklung aufweisen;
• Erforschung von Ökosystemleistungen und deren Wechselwirkung mit der biologischen Vielfalt;
• Abschätzung der zukünftigen Entwicklung der Biodiversität sowie die wesentlichen Treiber für Veränderungen in der Biodiversität;

• Lösungssuche für die Speicherung komplexer Biodiversitätsdaten und deren öffentliche Verfügbarkeit.

Leibniz-Institute im Leibniz-Forschungsverbund Biodiversität:

• ARL Akademie für Raumforschung und Landesplanung - Leibniz-Forum für Raumwissenschaften
• ATB Leibniz-Institut für Agrartechnik Potsdam-Bornim e.V.
• DPZ Deutsches Primatenzentrum - Leibniz-Institut für Primatenforschung
• DSMZ Leibniz-Institut DSMZ - Deutsche Sammlung für Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH
• FZB Forschungszentrum Borstel - Leibniz-Zentrum für Medizin und Biowissenschaften
• HPI Heinrich-Pette-Institut - Leibniz-Institut für Experimentelle Virologie
• IAMO Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Mittel- und Osteuropa
• IfW Institut für Weltwirtschaft an der Universität Kiel
• IGB Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei
• IGZ Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau Großbeeren / Erfurt e.V.
• IÖR Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung
• IOW Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde
• IPB Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie
• IPK Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung
• ISAS Leibniz-Institut für Analytische Wissenschaften
• IZW Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung
• MfN Museum für Naturkunde Berlin - Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung
• PIK Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung
• SGN Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
• ZALF Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung
• ZFMK Zoologisches Forschungsmuseum Alexander König
• ZMT Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie
Sprecher des Leibniz-Forschungsverbundes „Biodiversität“ ist Prof. Dr. Klement Tockner, Direktor des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB), Berlin.
Kontakt:
Laura Tydecks c/o Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)
Tel.: +49 (0)30 / 64 181 - 942
tydecks@leibniz-biodiversitaet.de
http://www.leibniz-verbund-biodiversitaet.de
Pressekontakt für die Leibniz-Gemeinschaft
Christian Walther
Tel.: 030 / 20 60 49 – 42
Mobil: 0173 / 513 56 69
walther@leibniz-gemeinschaft.de
Christoph Herbort-von Loeper
Tel.: 030 / 20 60 49 – 48
Mobil: 0174 / 310 81 74
herbort@leibniz-gemeinschaft.de

Die Leibniz-Gemeinschaft
Die Leibniz-Gemeinschaft verbindet 86 selbständige Forschungseinrichtungen. Deren Ausrichtung reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Raum- und Sozialwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute bearbeiten gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevante Fragestellungen. Sie betreiben erkenntnis- und anwendungsorientierte Grundlagenforschung. Sie unterhalten wissenschaftliche Infrastrukturen und bieten forschungsbasierte Dienstleistungen an. Die Leibniz-Gemeinschaft setzt Schwerpunkte im Wissenstransfer in Richtung Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Leibniz-Institute pflegen intensive Kooperationen mit den Hochschulen u.a. in Form der WissenschaftsCampi , mit der Industrie und anderen Partnern im In- und Ausland. Sie unterliegen einem maßstabsetzenden transparenten und unabhängigen Begutachtungsverfahren. Aufgrund ihrer gesamtstaatlichen Bedeutung fördern Bund und Länder die Institute der Leibniz-Gemeinschaft gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen rund 17.000 Personen, darunter 7.900 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei 1,5 Milliarden Euro.

Christoph Herbort-von Loeper | idw
Weitere Informationen:
http://www.leibniz-gemeinschaft.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Geckos kommunizieren überraschend flexibel
29.05.2017 | Max-Planck-Institut für Ornithologie

nachricht Bauchspeicheldrüsenkrebs: Forschungsgruppe erprobt erfolgreich neue Diagnose- und Therapieansätze
29.05.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

Der steigende Bedarf an schneller, leistungsfähiger Datenübertragung erfordert die Entwicklung neuer Verfahren zur verlustarmen und störungsfreien Übermittlung von optischen Informationssignalen. Wissenschaftler der Universität Johannesburg, des Instituts für Angewandte Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) präsentieren im Fachblatt „Journal of Optics“ eine neue Möglichkeit, glasfaserbasierte und kabellose optische Datenübertragung effizient miteinander zu verbinden.

Dank des Internets können wir in Sekundenbruchteilen mit Menschen rund um den Globus in Kontakt treten. Damit die Kommunikation reibungslos funktioniert,...

Im Focus: Strathclyde-led research develops world's highest gain high-power laser amplifier

The world's highest gain high power laser amplifier - by many orders of magnitude - has been developed in research led at the University of Strathclyde.

The researchers demonstrated the feasibility of using plasma to amplify short laser pulses of picojoule-level energy up to 100 millijoules, which is a 'gain'...

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen

29.05.2017 | Veranstaltungen

49. eucen-Konferenz zum Thema Lebenslanges Lernen an Universitäten

29.05.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz an der Schnittstelle von Literatur, Kultur und Wirtschaft

29.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligente Sensoren mit System

29.05.2017 | Messenachrichten

Geckos kommunizieren überraschend flexibel

29.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

1,5 Millionen Euro für vier neue „Innovative Training Networks” an der Universität Hamburg

29.05.2017 | Förderungen Preise