Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

L-Prolin ändert Verhalten pluripotenter Stammzellen

26.11.2013
Eindringen in Gewebe und Verbreitung von Metastasen nachgewiesen

Das Istituto di Genetica e Biofisica "A. Buzzati-Traverso" mit Sitz in Neapel und das ebenfalls zum Nationalen Forschungsrat CNR gehörende Istituto per le Applicazioni del Calcolo "Mauro Picone" in Rom haben eine wertvolle Entdeckung auf dem Gebiet der Stammzellentechnik gemacht. Mithilfe der Aminosäure L-Prolin kann das Verhalten pluripotenter Stammzellen verändert werden.

Nicht durch Genmutation ausgelöst

"Im Rahmen unserer Forschungsarbeit haben wir den Mechanismus aufgedeckt, der pluripotente Stammzellen in die Lage versetzt, in das Zellgewebe einzudringen und Metastasen hervorzurufen", erklärt Projektleiterin Gabriella Minchiotti. Der interessante Aspekt dieser Entdeckung sei die Tatsache, dass dieses Phänomen nicht durch Genmutation oder Wachstumsfaktoren ausgelöst, sondern auf die Eigenschaften von L-Prolin zurückzuführen sei, ohne dabei die Gensequenz im DNA zu verändern.

Gekennzeichnet ist die Schlüsselrolle von L-Prolin bei der Steuerung der Zellmobilität durch den wissenschaftlich als "Epithelial to Mesenchymal Transition" bekannten Vorgang, durch den die Bildung von Metastasen und somit die weitere Verbreitung des Tumors ermöglicht wird. Die EM-Transition wird insbesondere durch die kollagenreiche Extrazellulärmatrix beeinflusst. "Dieses Protein besteht überwiegend aus Prolin, das nach der Zersetzung der Extrazellulärmatrix beim Wachstum und beim Eindringen der Tumorzellen behilflich ist", so die italienische Expertin.

Forscher verstehen Tumorwachstum

Auch wenn die neue Erkenntnis keine unmittelbaren therapeutischen Ansätze zur Folge hat, ist sie doch sehr hilfreich zum Verständnis der tumorauslösenden und verbreitenden Prozesse. Die Untersuchung der italienischen Forscher ist in enger Zusammenarbeit mit dem Institute of Molecular Oncology Foundation in Mailand erfolgt. Einzelheiten sind in der internationalen Fachzeitschrift "Stem Cell Reports" nachzulesen.

Harald Jung | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.igb.cnr.it
http://www.iac.cnr.it

Weitere Berichte zu: Eindringen Extrazellulärmatrix Genmutation L-Prolin Metastase Stammzelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Mainzer Physiker gewinnen neue Erkenntnisse über Nanosysteme mit kugelförmigen Einschränkungen
27.06.2017 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

nachricht Glykane als Biomarker für Krebs?
27.06.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mainzer Physiker gewinnen neue Erkenntnisse über Nanosysteme mit kugelförmigen Einschränkungen

27.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wave Trophy 2017: Doppelsieg für die beiden Teams von Phoenix Contact

27.06.2017 | Unternehmensmeldung

Warnsystem KATWARN startet international vernetzten Betrieb

27.06.2017 | Informationstechnologie