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Könnte hydriertes Pflanzenöl künftig das Brennstoffangebot ergänzen?

21.03.2014

Forschungsaktivitäten für die Markteinführung

Hydriertes Pflanzenöl (HVO, Hydrotreated Vegetable Oil) hat aufgrund seiner chemisch-physikalischen Eigenschaften das Potenzial, das Angebot an fossilen und biogenen Brennstoffen im Raumwärmemarkt künftig zu ergänzen.


Hydriertes Pflanzenöl (HVO) könnte künftig das Brennstoffangebot ergänzen.

Foto: IEC Freiberg

Aus Sicht der Politik ist der Beitrag von HVO zum Klimaschutz interessant, weil es den Ausstoß von Treibhausgasen verringern könnte. Technisch möglich und wirtschaftlich ist sowohl die großtechnische Produktion in sogenannten „Stand-alone“-Anlagen als auch die gemeinsame Hydrierung von Pflanzenöl und der Heizöl-Diesel-Fraktion in konventionellen Raffinerieprozessen (Coprocessing).

HVO aus „Stand-alone“-Anlagen ist heute schon im Markt verfügbar. Der Kenntnisstand beider Produktionsprozesse von Pflanzenöl und den anwendungstechnischen Eigenschaften des biogenen Brennstoffs muss allerdings noch erweitert werden. 

Hier setzt ein gemeinsames Projekt des Oel-Waerme-Instituts und des Instituts für Energieverfahrenstechnik- und Chemieingenieurwesen an der TU Bergakademie Freiberg an, das wesentliche Erkenntnisse liefern soll, die zur Einführung von hydrierten Pflanzenölen in den Raumwärmemarkt erforderlich sind.

Aus anlagentechnischer Sicht sind insbesondere belastbare reaktionstechnische Daten als Grundlage für die Auslegung, Anpassung und den Betrieb von technischen Reaktoren zur Nutzung von Pflanzenölen im Coprocessing ebenso wie von „Stand-alone“-Anlagen zu ermitteln.

Zudem sind geeignete schwefelfreie Katalysatoren für den Prozess der Hydrierung von Pflanzenölen zu entwickeln. Beim Coprocessing wird Pflanzenöl durch eine „katalytische Reaktion“ mit Wasserstoff (Hydrierung) in HVO umgewandelt. Die Rohstoffbasis können sowohl flexible Mischungen verschiedener Pflanzenöle als auch tierische Fette aus Abfällen sein.

Aus anwendungstechnischer Sicht wird überprüft, bis zu welchen HVO-Beimischungen zu Heizöl EL die Parameter der Brennstoffnorm DIN SPEC 51603-6 „Heizöl EL Alternativ“ bzw. DIN 51603-1 eingehalten werden. Zudem sind Messverfahren zu validieren, mit denen der Anteil an HVO in Heizöl EL bestimmt werden kann. Die verbrennungstechnischen Eigenschaften von HVO und unterschiedlichen Blends mit Heizöl und FAME sind zum Beispiel im Prüfflammrohr und durch Langzeitversuche in kommerziellen Brennwertgeräten im Hinblick auf Schadstoffemissionen zu untersuchen. Und schließlich ist auch die Stabilität der Blends bei der Langzeitlagerung eine wichtige Eigenschaft, die zu prüfen ist.

Das IGF-Vorhaben 16787 BG der Forschungsvereinigung Deutsche Wissenschaftliche Gesellschaft für Erdöl, Erdgas und Kohle e.V. – DGMK, wird über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der industriellen Gemeinschaftsforschung und -entwicklung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.

Weitere Informationen:

http://www.owi-aachen.de

Michael Ehring | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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