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Keine Angst vor der Biene

13.04.2015

Mit den steigenden Temperaturen sind auch die Bienen wieder unterwegs. Angst vor den pelzigen Fliegern ist allerdings nicht angebracht, wenn man ein paar Regeln befolgt. Ein Angebot der Uni Würzburg ermöglicht es, das Leben im Bienenstock zu verfolgen – ganz ohne Gefahr von Stichen.

Wenn die Temperaturen im Frühling endlich steigen und zweistellige Werte erreichen, werden die Bienen wieder aktiv. Auf der Suche nach Nahrung starten sie ihre ersten Flüge zu allem, was jetzt schon blüht, und schleppen den Pollen zurück in den Bienenstock.


Die Temperaturen steigen - jetzt schwärmen die Bienen wieder aus.

Foto: Helga R. Heilmann

Bienen sind in der Regel nicht aggressiv

Gut möglich, dass sich das ein oder andere Tier dabei auch an den Kaffeetisch auf der Terrasse verirrt oder, angelockt von den bunten Farben, in den Sandkasten auf dem Spielplatz. In diesem Fall raten Bienenexperten dazu, Ruhe zu bewahren. „Bienen sind in der Regel nicht aggressiv. Sie stechen nur, wenn sie sich bedroht fühlen“, sagt Jürgen Tautz, bis vor Kurzem Professor an der Universität Würzburg.

Dazu kommt, dass es meist Wespen sind und keine Bienen, die den Menschen durch Stiche zusetzen. „Diese Gefahr lässt sich vermindern, indem man sich, sollte man von Wespen umflogen werden, nur langsam bewegt“, so Tautz. Auch sollte man nicht aus Gefäßen trinken, deren Inhalt man nicht nach eingedrungenen Wespen absuchen kann.

Jürgen Tautz: Ein anerkannter Bienenexperte

Tautz forscht seit vielen Jahren an der Honigbiene. Die Ergebnisse seiner Arbeiten haben in zahlreichen Publikationen in Fachzeitschriften ihren Niederschlag gefunden – und in einer Reihe von Aktivitäten, mit denen sich Tautz an die Öffentlichkeit richtet. So lud er beispielsweise regelmäßig zu Führungen durch die Würzburger Bienenstation ein, er hat ein eigenes Bienen-Hörbuch veröffentlicht, und sein Sachbuch „Phänomen Honigbiene“ wurde in bislang 19 Sprachen übersetzt.

Bienen tauchen im Sommer allerdings nicht nur als Einzelexemplare auf. Wenn das Wetter über mehrere Wochen hinweg mild gewesen ist, kommt es zu einem besonderen Naturschauspiel: dem Schwärmen. Dann teilt sich ein Volk, und mehrere tausend Tiere begeben sich in einem dichten Schwarm auf die Suche nach einem neuen Zuhause. Unschön, wenn das zum Beispiel in einem Rollladenkasten am Kinderzimmerfenster gefunden wurde.

Zur Selbsthilfe sollten die Betroffenen in diesem Fall keinesfalls greifen: Von Methoden wie einem gezielten Strahl mit dem Wasserschlauch oder Ausräuchern rät Jürgen Tautz dringend ab. „Das macht die Bienen erst wirklich aggressiv“, warnt der Bienenforscher. Gut möglich, dass sie dann zum Angriff übergehen. Besser ist es in einem solchen Fall, den örtlichen Imkerverein zu informieren. Die Experten werden sich um das Problem kümmern und das Bienennest sachgemäß entfernen.

Bienen gefahrlos im Internet beobachten

Wer Bienen „gefahrlos“ beobachten will, kann dies bei einem weiteren Projekt von Jürgen Tautz tun: der Online-Forschungsplattform HOBOS – ausgeschrieben „HOneyBee Online Studies“. Diese internetbasierte Lehr- und Lernplattform liefert Livestreams aus dem Bienenstock und seiner Umgebung sowie jede Menge an Messdaten. Ergänzend finden die Besucher der Plattform ein Lexikon des Bienenverhaltens und interaktive Lehrmaterialien.

Mit der Hilfe von HOBOS können sogar auch blinde Menschen sich intensiv mit diesen Insekten befassen, so zum Beispiel bei einem aktuellen Projekt der Berliner Künstlerin Bärbel Rothhaar (http://www.hobos.de/de/lehrer-schueler/aktuelles/news/article/wie-blinde-bienen-...).

Weitere Informationen:

http://www.hobos.de/de/lehrer-schueler-eltern/hobos-live/bienenstock-allgemein/w... Was jetzt am Eingang zum Bienenstock los ist, lässt sich hier verfolgen
http://www.hobos.de/de/lehrer-schueler-eltern/hobos-live/bienenstock-allgemein/w... Nächtliche Bilder aus dem Bienenstock gibt es hier

Gunnar Bartsch | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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