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Katalyseforscher- Forscher im Agro-Bio-Zentrum Groß-Lüsewitz

29.06.2009
Chemie ist das was kracht und stinkt - diese alte Schülerweisheit strafen die Mitarbeiter des Leibniz-Instituts für Katalyse (LIKAT) täglich Lügen.

Katalysatoren, wie sie jetzt auch in Groß-Lüsewitz hergestellt und untersucht werden, sind unverzichtbare Helfer bei der Herstellung reiner Substanzen.

Katalysatoren fügen zusammen, was sich ohne sie sehr langsam oder gar nicht verbinden würde und helfen beispielsweise Schadstoffe abzubauen. Im Idealfall tun sie das ohne sich zu verändern. Katalytische Prozesse sind auch für die Natur unverzichtbar. Biokatalysatoren und Enzyme machen die Photosynthese und das Leben erst möglich.

Gemein haben die natürlichen und die von Forschern entwickelten Katalysatoren, dass sie den Bedarf an Energie senken, der erforderlich ist, einen chemischen Prozess - sowohl im lebenden Organismus als auch in der chemischen Großanlage - ablaufen zu lassen. Katalytische Anwendungen finden sich - neben dem Einsatz in der Chemie, wo vier von fünf chemischen Produkten bei ihrer Herstellung einen Katalysezyklus durchlaufen - auch in den Lebenswissenschaften und zur Energieversorgung sowie beim Klima- und Umweltschutz.

Das Land Mecklenburg-Vorpommern verfügt mit dem Leibniz-Institut für Katalyse und seinen heute ca. 250 Mitarbeitern über eines der größten Katalyse-Forschungseinrichtungen in Europa. Durch die kürzlich erfolgte Zusammenführung des Leibniz-Instituts für Organische Katalyse (Rostock) und des Instituts für Angewandte Chemie Berlin-Adlershof entstand in der Rostocker Südstadt ein Katalyseinstitut, das aufgrund seines Potentials und seiner technischen Ausrüstung sowie seiner Forschungsstrategie eine besondere Stellung im europäischen Raum einnimmt, aber auch wissenschaftlich im internationalen Vergleich eine führende Rolle inne hat. Damit ist dieses Institut eine viel gesuchte Einrichtung für Kooperationspartner aus Hochschule und Industrie. Die Fülle der verschiedenen Forschungsaufgaben und die sich daraus ergebende ständig wachsende Mitarbeiterzahl sind trotz Neubau 2005 und Erweiterungsbau 2008 in der Rostocker Südstadt nur durch die Einbeziehung von Außenstellen zu beherrschen.

So hat das Institut seit einigen Wochen eine Forschungsfiliale im Agro-Bio-Zentrum in Groß-Lüsewitz. Hier arbeiten 15 Katalyseforscher auf dem Gebiet der Anwendung von Katalysatoren zur Nutzung nachwachsender Rohstoffe zur Entwicklung von Oxidations- und Abgaskatalysatoren. Abgaskatalysatoren werden heute in jedem Auto verwendet, die Forscher in Lüsewitz arbeiten unter anderem an Lösungen für Schiffsdiesel. Die Schadstoffbelastung durch Schiffsdiesel insbesondere in Hafenstädten ist sehr hoch. Durch die Entwicklung neuer selektiver Oxidationskatalysatoren sind neue Produkte aus alternativen Rohstoffen zugängig, umständliche und energieaufwändige Trennverfahren werden eingeschränkt und der Anfall des unerwünschten Kohlendioxids (CO2) wird vermindert. Aus nachwachsenden Rohstoffen - beispielsweise Pflanzenölen - werden unter Einsatz neuer Katalysatoren Produkte gebildet, die als Basis für die Synthese von Kosmetika und Arzneimitteln dienen.

Membranen - auch hier finden sich Beispiele in der Natur - sind zur Abtrennung von Stoffen insbesondere Schadstoffen einsetzbar. Durch die Anwendung von katalytischen Membranen lässt sich die Effizienz von chemischen Verfahren erheblich verbessern, was unmittelbar zur Einsparung von Energie und Rohstoffen führt. In Groß-Lüsewitz wird seit einigen Wochen durch die LIKAT-Mitarbeiter auch dieses Forschungsfeld bearbeitet.

Die zukünftige Entwicklung unserer Gesellschaft ist eng verbunden mit dem Stichwort Katalyse, deren Potential dieses Forschungsthema zu einer Schlüsseltechnologie der Gegenwart und Zukunft macht. Katalyse - ein Phänomen das der Natur abgeschaut ist.

Dr. Barbara Heller | idw
Weitere Informationen:
http://www.catalysis.de

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