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Internationale Wissenschaftler blicken in neuem Erasmus-Mundus-Programm auf die höheren Funktionen des Hörsystems

25.11.2010
Der Startschuss für das von der Europäischen Union (EU) mit einer Million Euro geförderte Erasmus-Mundus-Projekt "Auditory Cognitive Neuroscience Network" am Graduiertenzentrum Lebenswissenschaften der Research Akademie Leipzig ist gefallen. "Unser Ziel ist es, die internationale Mobilität und postgraduale Qualifikationsmöglichkeiten zu fördern", so der Koordinator Prof. Dr. Rudolf Rübsamen.

Über vier Jahre ist das Projekt eines internationalen Universitätsverbundes mit mehreren außereuropäischen Partnern in den USA und Kanada angelegt. Innerhalb Europas zählen auch verschiedene Universitäten aus Finnland, Großbritannien und Frankreich zu den Beteiligten.

Die Federführung hat die Universität Leipzig, Professor Rübsamen koordiniert das Programm. Der wichtigste Partner in Nordamerika ist Marc Schönwiesner, Professor am Department of Psychology der Université de Montréal und Alumnus unserer Universität. Beide sind für das Management des ambitionierten Vorhabens verantwortlich.

"Die Gemeinsamkeit aller Kooperationspartner ist das starke Forschungsinteresse an Kognitionsaspekten der zentralen Hörverarbeitung beim Menschen. Im Fokus steht die Frage, wie Sprache, Musik und informationstragende Umweltgeräusche im Gehirn verarbeitet werden", erklärt Professor Rübsamen, der auch Direktor des Graduiertenzentrums Lebenswissenschaften der Research Akademie Leipzig ist. Die bearbeiteten Projekte sind der Grundlagenforschung zuzuordnen. "Es werden sich aber sicher interessante Implikationen für den Bereich Biomedizin und Kommunikationstechnologie ergeben."

International führende Labore auf den Gebieten hörbezogener
Kognitions- und Neuropsychologie sowie Musikpsychologie sind an diesem Konsortium beteiligt. Postgraduale Studierende haben so die einzigartige Chance, eng mit Experten aus diesen thematisch verwandten Forschungsbereichen zusammenzuarbeiten und Themen wie Ontogenese des Hörens, Entwicklung der Sprache, Wahrnehmung von Musik sowie neuronale Grundlagen der Perzeption von Kunst mit behavioralen, elektrophysiologischen und bildgebenden Messverfahren zu untersuchen.

"Das Projekt hat eine große Bedeutung, da es, von der EU gefördert, ein wichtiger Baustein zur Internationalisierung und grenzüberschreitenden Sichtbarkeit der Universität Leipzig ist", so Professor Rübsamen, der die Professur für Neurobiologie an der Fakultät für Biowissenschaften, Pharmazie und Psychologie der Universität Leipzig inne hat.

Hochkarätige Hör-, Sprach- und Musikforscher könnten in Leipzig die Qualifikationsaktivitäten postgradualer Studierender um wichtige Erfahrungen bereichern. Insgesamt ist der Austausch von 80 jungen Wissenschaftlern, insbesondere von Doktoranden, aber auch von Postdocs und Hochschulmitarbeitern, zwischen Nordamerika und Europa geplant.

Unter den hunderten europäischen Erasmus-Mundus-Programmen hat "Auditory Cognitive Neuroscience Network" ein Alleinstellungsmerkmal: "Erstmals wird ein thematisch eng gefasster Forschungsverbund in einem Netzwerk internationaler Wissenschaftler gefördert. Normalerweise ist das Fächerspektrum in solchen Förderprogrammen ausgedehnter angelegt", weiß Anne Vorpagel vom Akademischen Auslandsamt (AAA), das die Antragseinreichung bei der EU im Frühjahr 2010 administrativ begleitet hat.

An der Universität Leipzig laufen derzeit insgesamt fünf Erasmus-Mundus-Programme zur Stärkung der strategischen Partnerschaften und der Internationalisierung der Lehre und Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses der Universität Leipzig. Sie sollen für andere internationale Projekte künftig auch neue Wege bereiten.

Hintergrund:
Erasmus Mundus ist ein Kooperations- und Mobilitätsprogramm im Bereich der Hochschulbildung, für dessen Umsetzung und Verwaltung die Europäische Agentur für Bildung, Audiovisuelles und Kultur (EACEA) der Europäischen Union mit Sitz in Brüssel zuständig ist. Ziel ist die Verbesserung der Qualität europäischer Hochschulbildungssysteme durch wissenschaftlichen Austausch mit Regionen außerhalb Europas, die Etablierung der EU als Exzellenzzentrum für Lernen in der ganzen Welt sowie die Förderung des Dialogs und der Verständigung zwischen verschiedenen Kulturen durch die Zusammenarbeit mit Drittländern. Darüber hinaus avisiert Erasmus Mundus die internationale Zusammenarbeit mit Hochschuleinrichtungen in Drittländern, um der zunehmenden Mobilität zwischen der Europäischen Union und diesen Ländern gerecht zu werden.
Das Erasmus-Mundus-Programm bietet Unterstützung für drei
Linien: 1) Förderung der interinstitutionellen Umsetzung gemeinsamer Programme durch Partnerschaften von Hochschulen aus Europa und gezielten Drittländern / Programme von herausragender Qualität auf Master- und Doktoranden-Ebenen einschließlich Stipendien; 2) Förderung einzelner Studierender, Wissenschaftler und Mitarbeiter von Hochschulen aus Europa und Drittstaaten, die im Rahmen eines interinstitutionellen Programmes oder von Kooperationspartnerschaften bestimmte Lehr- und Forschungsvorhaben umsetzen möchten / einschließlich Stipendien und Fellowships zur Förderung der Mobilität auf allen akademischen Ebenen; 3) Förderung jeglicher tätiger Organisationen im Bereich der Hochschulbildung, die durch entwickelte Projekte weltweit zur Verbesserung der Attraktivität, des Profils, der Sichtbarkeit und des Images der europäischen Hochschulbildung beitragen wollen / Förderung der europäischen Hochschulbildung durch Projekte zur Erhöhung der Attraktivität von Europa als Studienort auf dem Weltmarkt.

Katrin Henneberg

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Rudolf Rübsamen
Telefon: +49 341 97-36723
E-Mail: rueb@runi-leipzig.de
www.uni-leipzig.de/~biowiss/zoologie
Onlineansicht mit Abbildungen:
http://www.zv.uni-leipzig.de/?id=674&ifab_modus=pmanzeige&ifab_id=3946

Dr. Manuela Rutsatz | Universität Leipzig
Weitere Informationen:
http://www.uni-leipzig.de/presse

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