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Intelligente Papageien erkennt man an den Füßen

17.09.2009
Um herauszufinden wie klug ein Papagei ist, sollte man ihm auf die Füße schauen. Wissenschaftler der australischen Macquarie University haben herausgefunden, dass der bevorzugte Einsatz eines Fußes bei der Durchführung von Aufgaben Rückschlüsse auf den Grad der Intelligenz des Tieres zulassen.

Anstatt beide Füße zu verwenden, wird die eine oder andere Seite häufig bevorzugt. Je stärker diese Präferenz ausgeprägt ist, umso höher die Intelligenz des Papageis.

Für ihre Untersuchungen wählten Dr. Culum Brown, Director of Advanced Biology an der Macquarie University, und Forschungsstudentin Maria Magat einige Papageienarten mit einer rechts- oder linksfüßigen Neigung, aber auch Arten, die beidfüßig sind.

Die Papageien, die eine sehr starke Neigung zur einen oder anderen Seite hatten, waren tendenziell intelligenter und konnten anspruchsvolle Aufgaben besser durchführen als jene, die beidfüßig waren. Diese Intelligenz ist laut Brown nicht zuletzt bei der Nahrungssuche ein Vorteil, was erklären könnte warum sich einige Arten im Verlauf der Evolution eher durchgesetzt haben.

"Es gibt einen klaren Zusammenhang zwischen der Bevorzugung eines bestimmten Fußes und der Gehirnhälfte die Papageien zur Informationsverarbeitung einsetzen", so Dr. Brown. "Durch die starke Bevorzugung eines Fußes zeigt uns ein Papagei, dass er Informationen in einer Hemisphäre verarbeitet ohne Beeinträchtigungen von der anderen Hemisphäre - ähnlich wie bei einem Doppelkernprozessor im Computer." Diese Aufteilung der Informationsverarbeitung auf die zwei Hemisphären des Gehirns wird Lateralisation genannt.

Aufgrund ihrer engen Verbindung zu sprachlichen Fähigkeiten und anderen kognitiven Funktionen wurde lange Zeit vermutet, dass die Lateralisation des Gehirns ausschließlich beim Menschen anzutreffen ist. Jüngere Studien haben jedoch gezeigt, dass sie auch bei einer Vielzahl von Tieren vorhanden ist. Die Forschungsarbeit von Dr. Brown und Magat konnte aufzeigen, dass auch Papageien von einer stark ausgeprägten Lateralisation des Gehirns profitieren. Ihr Urteilsvermögen ist geschärft und ihre Fähigkeiten, komplexe Probleme zu lösen, verbessert.

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Das Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund ist die zentrale Einrichtung aller australischen und neuseeländischen Universitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz, zuständig für Wissens- und Forschungstransfer, Forschungsförderung sowie Studenten- und Wissenschaftleraustausch und für die Betreuung von Studierenden und Schülern, die ein Studium Down Under vorbereiten.

Sabine Ranke-Heinemann | idw
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