Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

ICAT-Protein macht Melanomzellen invasiver

24.04.2014

Melanome sind stark metastasierende Krebszellen.

Tumorzellen siedeln sich von der Haut ab und bilden im Körper Metastasen. Das Team um Lionel Larue vom Labor für “normale und pathologische Signalisierung:

Vom Embryo zu innovativen Krebstherapien” (CNRS/Inserm/Institut Curie) hat einen der biologischen Mechanismen identifiziert, die für das invasive Verhalten von Krebszellen verantwortlich sind. 

Hautkrebs und insbesondere Melanome nehmen in den westlichen Ländern immer mehr zu; die Neuerkrankungsrate verdoppelt sich alle 12 Jahre. Die epidemiologischen Gründe hierfür liegen ziemlich klar auf der Hand: Klima, Verschmutzung, Vertreibung von Bevölkerungsgruppen und Lebensweisen. 

Tumorzellen siedeln sich von der Haut ab und metastasieren in anderen Teilen des Körpers. Aus diesem Grund zählt der Hautkrebs zu den besonders heimtückischen Krebsformen. 

Für ein besseres Verständnis der Zelltransformation und eine verbesserte Prävention, Früherkennung, Prognose und Behandlung von Melanomen ist es entscheidend, die zellulären und molekularen Mechanismen zu kennen, die bei der Bildung von Melanomen ausgelöst werden. 

Aus diesem Grund interessierten sich die Forscher für die Mechanismen, die die Mobilität und Invasivität der Zellen bestimmen. Da es sich dabei um sehr komplexe Phänomene handelt, hat sich das Team um Lionel Larue vom Institut Curie1 auf ein Protein – das Beta-Catenin – konzentriert.

Es kommt im Zellkern von 30% der Melanomzellen vor. Abhängig davon in welcher Quantität es vorkommt, wie aktiv es ist, wieweit es mit anderen Proteinen interagiert usw. beeinflusst es unterschiedliche zelluläre Mechanismen. In einigen Fällen hemmt es die Zellvermehrung und –migration, in anderen löst es die Immortalisierung und die Bildung von Metastasen aus. Seine Funktionen sind sehr unterschiedlich mit entgegengesetzten Folgen. 

Ziel der Forschung war es, die Funktionsweise eines anderen Proteins besser zu verstehen, das direkt mit dem Beta-Catenin interagiert: das Protein ICAT. “Wir konnten nachweisen, dass das Vorhandensein einer großen Menge von ICAT dazu führt, das die Mobilität und die Invasivität der Tumorzellen zunimmt”, so Lionel Larue, Leiter der Abteilung „Normale Entwicklung und maligne Melanozyten“ des Labors für “normale und pathologische Signalisierung: Vom Embryo zu innovativen Krebstherapien”.

Das Team wird diesen Weg weiterverfolgen, um die physikalischen Konstanten der Wechselwirkung von Beta-Catenin und ICAT genauer zu untersuchen. “In den letzten Jahren gab es zahlreiche neue Erkenntnisse zum Melanom, aber der Weg ist noch lang und steinig, bis wir alle Patienten von diesem Krebs heilen können”, sagte Lionel Larue. 

Kontakt: Lionel Larue – Tel.: +33 (0)1 69 86 71 07 – E-Mail: Lionel.Larue@curie.fr 

Quelle: Pressemitteilung des CNRS – 01.04.2014 – http://www2.cnrs.fr/sites/communique/fichier/cp_melanome_larue_avril_2014.pdf 

Redakteur: Louis THIEBAULT, louis.thiebault@diplomatie.gouv.fr

Wissenschaft-Frankreich (Nummer 267 vom 23.04.2014)

Französische Botschaften in Deutschland und Österreich

Louis THIEBAULT | Wissenschaft Frankreich
Weitere Informationen:
http://www.wissenschaft-frankreich.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop
16.01.2017 | Ruhr-Universität Bochum

nachricht Nervenkrankheit ALS: Mehr als nur ein Motor-Problem im Gehirn?
16.01.2017 | Leibniz-Institut für Neurobiologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltweit erste Solarstraße in Frankreich eingeweiht

16.01.2017 | Energie und Elektrotechnik

Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Vermeintlich junger Stern entpuppt sich als galaktischer Greis

16.01.2017 | Physik Astronomie