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Herzschwäche: MHH-Forscher entdecken neues System der Zellkommunikation

22.04.2014

MicroRNA-basierte Therapien könnten krankhaftes Herzwachstum verhindern / Publikationen in der Fachzeitschrift „Journal of Clinical Investigation“

Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben einen neuen Mechanismus entdeckt, der bei der Entstehung von krankhaftem Herzwachstum eine Schlüsselrolle spielt.


Professor Dr. Dr. Thomas Thum und Dr. Claudia Bang.

Foto: MHH/Kaiser

Die Forscher des Instituts für Molekulare und Translationale Therapiestrategien (IMTTS) veröffentlichten ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift „Journal of Clinical Investigation“. Erstautorin ist Dr. Claudia Bang.

Sie führte die Forschungen im Team von IMTTS-Leiter Professor Dr. Dr. Thomas Thum und in Zusammenarbeit mit einem internationalen Team an Wissenschaftlern durch. Das Institut ist an der MHH unter anderem in den Exzellenzcluster REBIRTH (Von Regenerativer Biologie zu Rekonstruktiver Therapie) eingebunden.

Krankhaftes Herzwachstum kann durch einen Herzinfarkt oder anhaltenden hohen Blutdruck entstehen und zu Schwäche des Herzens oder sogar zu dessen Versagen führen. Den MHH-Forschern gelang es nun, einen neuen Mechanismus der Kommunikation zwischen Herzzellen aufzuklären, bei dem kurze Ribonukleinsäure-Ketten eine Schlüsselrolle spielen. Diese so genannten MicroRNAs steuern normalerweise die Zellentwicklung, -vermehrung und -funktion.

„Wir haben nun eine neue MicroRNA identifiziert und konnten nachweisen, dass sie zu krankhaftem Herzwachstum führt. Diese MicroRNA wird vermehrt von Bindegewebszellen abgegeben, in kleinen Transportsystemen (Mikrovesikeln) zu umliegenden Herzmuskelzellen transportiert und dort hineingeschleust. Dadurch werden die Herzmuskelzellen zu krankhaftem Wachstum angeregt“, erläutert Professor Thum.

Dieses neue System der Zellkommunikation haben die Wissenschaftler bereits für therapeutische Ansätze erprobt: Bei Mäusen haben sie diese MicroRNA gehemmt und konnten so das krankhafte Wachstum der Herzmuskelzellen vermindern. Nun hoffen die Forscher, mit diesen Erkenntnissen neue therapeutische Verfahren entwickeln zu können, die Menschen vor Herzversagen schützen.

Weitere Informationen erhalten Sie bei Professor Dr. Dr. Thomas Thum, Telefon (0511) 532-5272, thum.thomas@mh-hannover.de.

Stefan Zorn | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.mh-hannover.de/

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