Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Haariger Schlangenfund in Liberia

02.08.2013
„Manchmal muss man einfach Glück haben“ sagt Johannes Penner, Reptilienexperte am Museum für Naturkunde in Berlin. Durch Zufall machten seine Kollegen und er einen überraschenden und seltenen Fund bei Feldarbeiten in Liberia.

Die „westafrikanische haarige Buschviper“ wurde erst 2002 von Herpetologen des Museums beschrieben und seitdem ist kein weiteres Exemplar entdeckt worden - bis vor Kurzem. Das erst zweite bekannte Exemplar tauchte allerdings mehr als 200km von der ursprünglichen Fundstelle entfernt auf.

Herpetologen des Museums für Naturkunde in Berlin haben bei Feldarbeiten in Liberia einen überraschenden Fund gemacht. Im Jahr 2002 hatten Raffael Ernst und Mark-Oliver Rödel eine neue Schlangenart beschrieben: die „westafrikanische haarige Buschviper“ Atheris hirsuta.

Damals wurde ein einziges Tier im Taï Nationalpark in der Elfenbeinküste gefunden. Die abstehenden Schuppen geben der Viper ihr „haariges“ Aussehen und damit ihren Namen. Allein aufgrund dieser Merkmale und ihrer charakteristischen Färbung ist sie sehr leicht von der einzigen anderen Buschviper Westafrikas, der „blattgrünen Buschviper“ Atheris chlorechis zu unterscheiden. Seit der Entdeckung der Art wurden keine weiteren Exemplare gefunden.

„Manchmal muss man auch mal Glück haben“ sagt Johannes Penner vom Museum für Naturkunde Berlin, der glückliche Finder des zweiten Tieres. „Es war der letzte Tag im Feld in diesem Gebiet und die letzte Arbeitsnacht. Alle waren müde und wollten wieder ins Camp. Doch ich wollte noch einmal auf dem kleinen Berg den nächsten Kamm untersuchen.“ Dort wurde die Schlange dann in der Vegetation entdeckt. Der neue Fundort, Mount Swa, liegt in Liberia und damit etwas mehr als 200 Kilometer vom ursprünglichen Fundort entfernt. Ob die Art grundsätzlich selten ist oder bisher nur übersehen wurde, lässt sich aktuell nicht klären.

In Ostafrika lebt eine äußerlich ähnliche Art, die „Rauhschuppen Buschviper“ Atheris hispida. Die Verbreitungsgebiete liegen jedoch fast 4000 Kilometer auseinander. Weitere Untersuchungen werden zeigen, ob die Arten trotzdem miteinander verwandt sind oder nicht und ob noch mehr Exemplare der „westafrikanischen haarigen Buschviper“ gefunden werden können. Diese Forschung sollte jedoch nicht zu lange warten. Die verbleibenden Wälder in der Region sind bereits jetzt stark fragmentiert und durch Rodung bedroht. Aktuell ist die Art auf der Internationalen Roten Liste der internationalen Naturschutzorganisation (IUCN) als „Data Deficient“, also als Art mit „nicht ausreichenden Daten“ klassifiziert.

Originalveröffentlichung:

Johannes Penner, LeGrand Nono Gonwouo & Mark-Oliver Rödel (2013): Second record of the West African hairy bush viper Atheris hirsuta Ernst & Rödel, 2002 (Serpentes: Viperidae) - Zootaxa 3694 (2): 196-200.

Fotos erhalten Sie unter: http://download.naturkundemuseum-berlin.de/presse/Buschviper

Die Bilder können in Zusammenhang mit der Pressemeldung kostenfrei verwendet werden.

1. Das Exemplar der wiederentdeckten „westafrikanischen haarigen Buschviper“ Atheris hirsuta

Kontakt: Dr. Gesine Steiner, Tel. +49(0)30 2093 8917 Fax. +49(0)30 2093 8914, e-mail gesine.steiner@mfn-berlin.de; www.naturkundemuseum-berlin.de

Dr. Gesine Steiner | idw
Weitere Informationen:
http://www.naturkundemuseum-berlin.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop
16.01.2017 | Ruhr-Universität Bochum

nachricht Nervenkrankheit ALS: Mehr als nur ein Motor-Problem im Gehirn?
16.01.2017 | Leibniz-Institut für Neurobiologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltweit erste Solarstraße in Frankreich eingeweiht

16.01.2017 | Energie und Elektrotechnik

Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Vermeintlich junger Stern entpuppt sich als galaktischer Greis

16.01.2017 | Physik Astronomie