Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Große Vielfalt von Malaria-Parasiten in Fledermäusen

09.10.2013
Forscher haben eine überraschende Vielfalt von Malaria-Parasiten in westafrikanischen Fledermäusen entdeckt und neue Erkenntnisse zu den Verwandtschaftsbeziehungen innerhalb der Malaria-Parasiten gewonnen.

Doktorandin Juliane Schaer vom Museum für Naturkunde Berlin & Max Planck Institut für Infektionsbiologie in Berlin (MPIIB) hat in enger Zusammenarbeit mit Susan Perkins (American Museum of Natural History), Kai Matuschewski (MPIIB Berlin) und weiteren Wissenschaftlern über 270 Fledermäuse in Westafrika auf Infektionen mit Malaria-Parasiten untersucht.

Malaria wird durch einzellige Parasiten der Gattung Plasmodium ausgelöst, die durch Stechmücken von Mensch zu Mensch übertragen werden. Sie ist die am häufigsten auftretende Tropenkrankheit weltweit. Experimentelle Forschung über Impfstoffe, Immunologie und die Entwicklung von Malaria wird in der Regel an verwandten Arten durchgeführt, insbesondere an den Plasmodium-Arten von Nagetieren, um menschliche Malaria in Laborstudien modellieren zu können.

Die neue Studie zeigt, dass zwei Parasiten, die bei den Fledermäusen gefunden wurden, eng mit diesen Nagetier-Parasiten verwandt sind. Im Laufe der Evolution gab es höchstwahrscheinlich einen Wirtswechsel aus der Nagetier-Linie in die Fledermäuse und dann wieder einen Wechsel zurück in die Nagetiere.

Die Autoren vermuten, dass die Fledermäuse, die teilweise Baumhöhlen bewohnen, den gleichen Stechmücken ausgesetzt sind, die die Malaria-Parasiten auch zwischen den baumbewohnenden Nagetierwirten übertragen. Das Wissen über die Evolution von Malaria-Parasiten in Fledermäusen und anderen Tieren und deren Verwandtschaftsbeziehungen ist der Schlüssel zum Verständnis dieser wichtigen menschlichen Krankheit.

Insgesamt wurden zusätzlich zu Plasmodium, Malaria-Parasiten aus drei weiteren Gattungen in den Fledermäusen gefunden. Über 40% aller Fledermäuse, die in abgelegenen Waldökosystemen in Liberia, Guinea und Côte d' Ivoire von den Forschern untersucht wurden, wiesen Infektionen mit Malaria-Parasiten auf. Für die Studie wurden mehrere Gene dieser Parasiten sequenziert und der bisher umfassendste phylogenetische Stammbaum über Malaria-Parasiten von Fledermäusen erstellt.

Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America (PNAS) publiziert:

Juliane Schaer, Susan L. Perkins, Jan Decher, Fabian H. Leendertz, Jakob Fahr, Natalie Weber, and Kai Matuschewski. High diversity of West African bat malaria parasites and a tight link with rodent Plasmodium taxa. PNAS 2013; published ahead of print October 7, 2013, doi:10.1073/pnas.1311016110

Kontakt:

Dr. Gesine Steiner, Öffentlichkeitsarbeit, Tel. +49(0)30 2093 8917 Fax. +49(0)30 2093 8914, e-mail gesine.steiner@mfn-berlin.de; www.naturkundemuseum-berlin.de

Dr. Gesine Steiner | idw
Weitere Informationen:
http://www.naturkundemuseum-berlin.de
http://www.mfn-berlin.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Auf der molekularen Streckbank
24.02.2017 | Technische Universität München

nachricht Sicherungskopie im Zentralhirn: Wie Fruchtfliegen ein Ortsgedächtnis bilden
24.02.2017 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie