Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Globaler Online-Atlas der Arten – Großprojekt „Map of Life“ geht an den Start

10.05.2012
Wissenschaftler der Yale University haben heute erstmals die in Zusammenarbeit mit dem Biodiversität und Klima Forschungszentrum und der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung sowie weiteren Partnern entstehende „Map of Life“ vorgestellt.

Das einzigartige Großprojekt bündelt Daten zur Verbreitung von Tier- und Pflanzenarten und zeigt Weltkarten zu deren Vorkommen. Unter http://www.mappinglife.org kann sich jeder Internetnutzer anzeigen lassen, wo eine bestimmte Tier- oder Pflanzenart zu finden ist. Die heute freigeschaltete Startversion enthält bereits 30.000 verschiedene Arten, darunter alle Säugetiere sowie alle Vögel, Amphibien, Reptilien und nordamerikanischen Fische.


Ansicht aus der „Map of Life“ - weltweites Vorkommen des Bienenfressers (Merops apiaster) mit seinen Brut- und Überwinterungsgebieten
© Yale University , Daten von www.mappinglife.org

„Die neue „Map of Life“ macht greifbar, wie Lebewesen auf unserem Planeten verteilt sind“ so Walter Jetz, Professor an der Universität Yale und Leiter des Projekts. Er und Kollegen der University of Colorado und der Calgary Zoological Society stellen die neue Online-Weltkarte der Tier- und Pflanzenarten derzeit in der aktuellen Ausgabe des Fachjournals „Trends in Ecology and Evolution“ vor.

Online-Kartenwerk zu Tier- und Pflanzenarten
Mit der „Map of Life“ können Nutzer auf einen beliebigen Punkt der Weltkarte klicken und sich eine Liste der Arten anzeigen lassen, die dort vorkommen. Die Plattform kann aber noch viel mehr: Wenn man den Artnamen eingibt, wird die weltweite Verbreitung der Art angezeigt. Diese Information ist in unterschiedlicher Darstellung verfügbar – entweder als allgemeine Verbreitungskarte, oder als Anzeige einzelner Fundpunkte, an denen die Art nachgewiesen wurde. Die den Karten zugrunde liegenden Daten stammen aus Museen, lokalen und regionalen Artenlisten sowie Expertenkarten durch Wissenschaftler und Amateure. Zielgruppe der „Map of Life“ sind die wissenschaftliche Gemeinschaft und Institutionen aus den Bereichen Naturschutz und Verwaltung, aber auch die interessierte Öffentlichkeit.
„Weiße Flecken“ des Wissens und Arealdynamik werden sichtbar
Die Startversion umfasst 30.000 Arten, doch das ist nur der Anfang. „Langfristig wollen wir Informationen über die Verbreitung aller bekannten Tier- und Pflanzenarten bündeln und visualisieren. Das wird uns zeigen, wie viel oder wie wenig wir über ihr Vorkommen überhaupt schon wissen“, so Katrin Böhning-Gaese, Direktorin des Biodiversität und Klima Forschungszentrums (BiK-F) und Professorin an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Neben der Sichtbarmachung und Mobilisierung vorhandenen Wissens und Aufdeckung „weißer Flecken“ kann das Portal aber auch genutzt werden, um abzubilden, wie Tier- und Pflanzenarten auf globale Veränderungen reagieren. Das würde die Abschätzung der für die Gesellschaft resultierenden Folgen erheblich erleichtern. Darüber hinaus lassen sich anhand der „Map of Life“ Hotspots der biologischen Vielfalt und der Bedrohung von Arten besser identifizieren. Damit lassen sich zum Beispiel im Naturschutz und -management leichter Prioritäten setzen.
Infrastruktur zur Mobilisierung schlummernden Wissens
Ähnlich wie bei Wikipedia handelt es sich bei der „Map of Life“ um eine Onlineplattform, die darauf ausgelegt ist, ständig erweitert zu werden. In den nächsten Entwicklungsschritten geht es daher darum, Mechanismen zu etablieren, mit denen akkreditierte Nutzer und Nutzerinnen fehlende und neue Informationen hinzufügen können. „Um mit der „Map of Life“ das Vorkommen von Arten weltweit möglichst genau abzubilden, müssen sich möglichst viele daran beteiligen. Die neue Infrastruktur bietet eine einzigartige Plattform zur internationalen Vernetzung, um das schon vorhandene Wissen über das Vorkommen von Arten bei Wissenschaftlern und Bürgern abzufragen und zu teilen. Auf diese Weise kann unser Wissen zur Verbreitung von biologischer Vielfalt ständig erweitert, verbessert und vor allem gebündelt werden“, so Böhning-Gaese und fährt fort „Wir erhoffen uns einen Schneeball-Effekt, mit dem Institutionen, Wissenschaftler und Amateure motiviert werden, Datenlücken Schritt-für-Schritt zu schließen“.
Internationales Kollaborationsprojekt
Möglich wurde das Großprojekt durch die Zusammenarbeit verschiedener wissenschaftlicher und naturschutzfachlicher Institutionen, darunter BiK-F und die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung. Als europäischer Partner der „Map of Life“ war das Frankfurter BiK-F an der Forschung und Entwicklung der Infrastruktur beteiligt. Darüber hinaus wird in Frankfurt insbesondere an der Integration deutscher und europäischer Datensätze gearbeitet. Weitere renommierte Partner sind die Encyclopedia of Life, die International Union for Conservation of Nature and Natural Resources, die Global Biodiversity Information Facility, die National Science Foundation und die NASA.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Prof. Dr. Katrin Böhning-Gaese
LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F)& Goethe-Universität Frankfurt
Tel.069 7542 1890
E-Mail: katrin.boehning-gaese@senckenberg.de
oder
Sabine Wendler
LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F), Pressereferentin
Tel.: 069 7542 1838
E-Mail: sabine.wendler@senckenberg.de
Weitere Pressebilder sind unter http://www.bik-f.de/root/index.php?page_id=152 verfügbar.
LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrum, Frankfurt am Main
Mit dem Ziel, anhand eines breit angelegten Methodenspektrums die komplexen Wechselwirkungen von Biodiversität und Klima zu entschlüsseln, wird das Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F) seit 2008 im Rahmen der hessischen Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich ökonomischer Exzellenz (LOEWE) gefördert. Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und die Goethe Universität Frankfurt sowie weitere direkt eingebundene Partner kooperieren eng mit regionalen, nationalen und internationalen Institutionen aus Wissenschaft, Ressourcen- und Umweltmanagement, um Projektionen für die Zukunft zu entwickeln und wissenschaftlich gesicherte Empfehlungen für ein nachhaltiges Handeln zu geben.

Sabine Wendler | Senckenberg
Weitere Informationen:
http://www.bik-f.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht 'Fix Me Another Marguerite!'
23.06.2017 | Universität Regensburg

nachricht Schimpansen belohnen Gefälligkeiten
23.06.2017 | Max-Planck-Institut für Mathematik in den Naturwissenschaften (MPIMIS)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften