Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gießener Mikrobiologen entwickeln Strategien gegen gefährlichen Lebensmittelkeim

03.03.2011
Parlamentarischer Staatssekretär Dr. Helge Braun übergibt am 7. März 2011 Bewilligungsbescheid für transnationales Verbundprojekt zur Listerienforschung unter Gießener Federführung

Das Bakterium Listeria monocytogenes gehört zu den gefährlichsten Lebensmittelkeimen. Wissenschaftler der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) um Prof. Dr. Trinad Chakraborty, Leiter des Instituts für Medizinische Mikrobiologie, erforschen die Mechanismen, mit denen das Bakterium die zelleigene Abwehr austrickst – und suchen nach Gegenstrategien.

Im Rahmen der EU-Initiative ERA-NET PathoGenoMics fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ein transnationales Verbundprojekt zur Listerienforschung unter Gießener Federführung. Den Bewilligungsbescheid übergibt Dr. Helge Braun, Parlamentarischer Staatssekretär im BMBF, am Montag, 7. März 2011, um 10 Uhr im Rektorenzimmer im JLU-Hauptgebäude (Ludwigstraße 23, 35390 Gießen).

Auf das Gießener Teilprojekt entfallen rund 280.000 Euro; insgesamt werden die deutschen Projektpartner mit rund 467.000 Euro gefördert. Prof. Dr. Trinad Chakraborty leitet das Projekt „ERA-NET PathoGenoMics 3: Analyse der zellulären Mechanismen, die der frühen Wirtsantwort auf Listerien-induzierten Stress zugrunde liegen (LISTRESS)“, das über drei Jahre läuft. Das Vorhaben zielt darauf ab, bessere Angriffspunkte für Prävention und Therapie gefährlicher bakterieller Lebensmittelinfektionen zu entwickeln, die weltweit große gesundheitliche Probleme mit oft tödlichen Folgen verursachen. Dabei arbeiten die Gießener Mikrobiologen mit dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI), dem Institut Pasteur, dem Consejo Superior de Investigaciones Científicas (CSIC), Madrid, dem Institute for Molecular and Cell Biology (IBMC), Porto, und der Tel Aviv University zusammen.

Listerien sind Bakterien, die fast überall vorkommen. Für den Menschen gefährlich ist der Stamm Listeria monocytogenes, der über kontaminierte Lebensmittel aufgenommen wird. Gefährlich sind Listerien-Infektionen vor allem für Schwangere, Neugeborene, ältere und immungeschwächte Menschen. Die Wissenschaftler analysieren im Rahmen des Verbundprojekts die zellulären Mechanismen, die der frühen Wirtsantwort auf Listerien-induzierten Stress zugrunde liegen. LISTRESS zielt darauf ab Proteine zu identifizieren, die die zellautonome Abwehr und die angeborene Immunabwehr auslösen.

Anhand von Probenmaterial von Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen soll zudem untersucht werden, wie sich die Bakterienvermehrung im klinischen Zusammenhang hemmen lässt. Die Ergebnisse sollen dazu dienen, Patienten mit einem besonders hohen Risiko für eine Listerieninfektion – beispielsweise aufgrund einer beeinträchtigten Barrierefunktion der Darmzellen – frühzeitig zu erkennen und neue Angriffspunkte präventiver und immunstimulierende Strategien zu entwickeln.

Um die internationale Pathogenomik-Forschung besser zu koordinieren, hat die EU zwei große Initiativen etabliert. Eine davon ist die Initiative ERA-NET PathoGenoMics („The Trans-European Cooperation and Coordination of Genome Sequencing and Functional Genomics of Human-pathogenic Microorganisms“). Sie konzentriert sich auf Prävention, Diagnose, Behandlung und Monitoring von humanen Infektionskrankheiten und dient der Etablierung transnationaler Forschungs- und Entwicklungsprojekte. Die Projekte müssen Projektpartner sowohl aus dem akademischen als auch aus dem klinischen oder industriellen Bereich einschließen, mit maximal sechs Projektpartnern aus mindestens drei ERA-NET-Partnerländern.

Termin
Montag, 7. März 2011, 10 Uhr
Ort: Rektorenzimmer im JLU-Hauptgebäude (1. OG), Ludwigstraße 23, 35390 Gießen
Kontakt
Prof. Dr. Trinad Chakraborty, Institut für Medizinische Mikrobiologie
Frankfurter Straße 107, 35392 Gießen
Telefon: 0641 99-41250

Christina Lott | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-giessen.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt
22.05.2018 | Technische Universität München

nachricht Designerzellen: Künstliches Enzym kann Genschalter betätigen
22.05.2018 | Universität Basel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

Wie verleiht man Zellen neue Eigenschaften ohne ihren Stoffwechsel zu behindern? Ein Team der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz Zentrums München veränderte Säugetierzellen so, dass sie künstliche Kompartimente bildeten, in denen räumlich abgesondert Reaktionen ablaufen konnten. Diese machten die Zellen tief im Gewebe sichtbar und mittels magnetischer Felder manipulierbar.

Prof. Gil Westmeyer, Professor für Molekulare Bildgebung an der TUM und Leiter einer Forschungsgruppe am Helmholtz Zentrum München, und sein Team haben dies...

Im Focus: LZH showcases laser material processing of tomorrow at the LASYS 2018

At the LASYS 2018, from June 5th to 7th, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) will be showcasing processes for the laser material processing of tomorrow in hall 4 at stand 4E75. With blown bomb shells the LZH will present first results of a research project on civil security.

At this year's LASYS, the LZH will exhibit light-based processes such as cutting, welding, ablation and structuring as well as additive manufacturing for...

Im Focus: Kosmische Ravioli und Spätzle

Die inneren Monde des Saturns sehen aus wie riesige Ravioli und Spätzle. Das enthüllten Bilder der Raumsonde Cassini. Nun konnten Forscher der Universität Bern erstmals zeigen, wie diese Monde entstanden sind. Die eigenartigen Formen sind eine natürliche Folge von Zusammenstössen zwischen kleinen Monden ähnlicher Grösse, wie Computersimulationen demonstrieren.

Als Martin Rubin, Astrophysiker an der Universität Bern, die Bilder der Saturnmonde Pan und Atlas im Internet sah, war er verblüfft. Die Nahaufnahmen der...

Im Focus: Self-illuminating pixels for a new display generation

There are videos on the internet that can make one marvel at technology. For example, a smartphone is casually bent around the arm or a thin-film display is rolled in all directions and with almost every diameter. From the user's point of view, this looks fantastic. From a professional point of view, however, the question arises: Is that already possible?

At Display Week 2018, scientists from the Fraunhofer Institute for Applied Polymer Research IAP will be demonstrating today’s technological possibilities and...

Im Focus: Raumschrott im Fokus

Das Astronomische Institut der Universität Bern (AIUB) hat sein Observatorium in Zimmerwald um zwei zusätzliche Kuppelbauten erweitert sowie eine Kuppel erneuert. Damit stehen nun sechs vollautomatisierte Teleskope zur Himmelsüberwachung zur Verfügung – insbesondere zur Detektion und Katalogisierung von Raumschrott. Unter dem Namen «Swiss Optical Ground Station and Geodynamics Observatory» erhält die Forschungsstation damit eine noch grössere internationale Bedeutung.

Am Nachmittag des 10. Februars 2009 stiess über Sibirien in einer Höhe von rund 800 Kilometern der aktive Telefoniesatellit Iridium 33 mit dem ausgedienten...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Mikroskopie der Zukunft

22.05.2018 | Medizintechnik

Designerzellen: Künstliches Enzym kann Genschalter betätigen

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics