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Genom von 10.000 Patienten wird sequenziert

22.06.2010
Ziel ist die individuell abgestimmte Behandlung

Das London's Royal Brompton Hospital hat mit der Entschlüsselung aller Gene einzelner Patienten begonnen. Vor zehn Jahren wurde die erste menschliche Genomsequenz veröffentlicht. Das Projekt soll laut den Wissenschaftlern Ärzten mehr Wissen über die vererbten Faktoren ermöglichen, die eine Herzerkrankung auslösen. Dafür werden alle 22.000 Gene des Menschen bei 10.000 Patienten analysiert. Ziel sollen personalisiertere Behandlungsansätze sein.

Die Bereiche der DNA, die für die Gene eines Menschen entscheidend sind, werden als Exome bezeichnet. Obwohl die Gene nur rund ein Prozent des gesamten Genoms ausmachen, enthalten sie die meisten entscheidenden Informationen für die Diagnose von vererbten Krankheiten und die Entwicklung neuer Behandlungsansätze.

Zehn Jahre für Entschlüsselung

Die Gene der Patienten sollen in dem Krankenhaus innerhalb der nächsten zehn Jahre sequenziert werden. Die Institution ist auf die Behandlung von Herz- und Lungenerkrankungen spezialisiert. Zusätzlich soll ein genauer MRI-Scan des Herzens durchgeführt werden.

Möglich gemacht wird eine derartige Studie durch den rasanten Fortschritt bei der Geschwindigkeit, in der eine DNA-Sequenzierung vorgenommen werden kann. Das Projekt wird durch das National Institute for Health Research finanziert, das für die Dauer von vier Jahren sechs Mio. Pfund zur Verfügung stellt.

Behandlung exakt abstimmen

Der leitende Wissenschaftler Dudley Pennell erklärte, das Ziel sei, eines Tages Patienten genau zu scannen und über eine vollständige genetische Analyse zu verfügen und so eine individuell abgestimmte Behandlung zu ermöglichen. Obwohl sich das Projekt auf die genetischen Ursachen von Kardiomyopathie konzentriert, könnte die Sequenzierung auch ererbte Risikofaktoren für andere Krankheiten erkennbar machen. Intensive Beratungsgespräche sind durchzuführen, bevor den Patienten die Ergebnisse der Untersuchungen mitgeteilt werden.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.rbht.nhs.uk
http://www.nihr.ac.uk

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