Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Genmutation der myeloischen Leukämie geknackt

28.03.2011
Erkenntnisse über Entstehung sollen neue Medikamente ermöglichen

Drei Gruppen von Mutationen, die akute myeloische Leukämie verursachen, haben Wissenschaftler des Wellcome Trust Sanger Institute identifiziert. Das Team um George Vassiliou geht laut Nature Genetics davon aus, dass die bei Mäusen erzielten Forschungsergebnisse neue Behandlungsansätze ermöglichen sollten. Allein in Großbritannien wird akute myeloische Leukämie jährlich bei rund 2.000 Menschen diagnostiziert.

Zu viele weiße Blutkörperchen

Im Verlauf der Krankheit beginnt das Knochenmark, wie am Fließband unreife weiße Blutkörperchen herzustellen. Dadurch wird das Gleichgewicht im Blut verändert. Die weißen Blutkörperchen sind nicht voll entwickelt und können daher keine Infektionen bekämpfen. Die roten Blutkörperchen reichen nicht aus, um Sauerstoff durch den Körper zu transportieren. Unbehandelt kann die Krankheit innerhalb von Wochen tödlich sein.

Die Wissenschaftler untersuchten, wie diese Art von Leukämie entsteht, da es zuletzt bei der Entwicklung neuer Medikamente nur geringe Fortschritte gegeben hatte. Die häufigste Mutation betrifft das Gen Npm1. Durch die Aktivierung dieses Gens in den Blutzellen von Mäusen, konnten die Forscher zeigen, dass es die Fähigkeit von Zellen verbesserte sich zu erneuern. Sie gilt als Anzeichen von Krebs. Nur ein Drittel der Tiere erkrankte jedoch in der Folge an Leukämie. Daraus schloss das Team, dass noch weitere Mutationen eine Rolle spielen müssen.

Hoffnung auf neue Therapien

In einem nächsten Schritt wurden mittels Insertionsmutagenese Gene nach dem Zufallsprinzip mutiert. Durch die Untersuchung der Mäuse, die an Krebs erkrankten, konnten die entscheidenden Mutationen identifiziert werden. Die zwei weiteren Arten von Mutation betreffen Zellteilung und -wachstum oder führen zu Modifikationen im Umfeld der Zelle.

Vassiliou betonte, dass mit dem Wissen um diese Mutationen Medikamente entwickelt werden könnten, die diesen Prozess rückgängig machen. Bis die neuen Medikamente zu den Patienten gelangten, könnte es Jahrzehnte dauern, erklärte der Wissenschaftler gegenüber der BBC. Früher sollte es jedoch möglich sein, bereits vorhandene Medikamente gezielter zur Behandlung von akuter myeloische Leukämie einzusetzen.

Michaela Monschein | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.sanger.ac.uk
http://www.nature.com/ng

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Neue CRISPR-Methode enthüllt Genregulation einzelner Zellen
19.01.2017 | CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

nachricht Neues Unterwasser-Observatorium bei Boknis Eck
19.01.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer-Institute entwickeln zerstörungsfreie Qualitätsprüfung für Hybridgussbauteile

19.01.2017 | Verfahrenstechnologie

Kieler Forscher koordiniert millionenschweres Verbundprojekt in der Entzündungsforschung

19.01.2017 | Förderungen Preise

Neue CRISPR-Methode enthüllt Genregulation einzelner Zellen

19.01.2017 | Biowissenschaften Chemie