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Gene auf dem Sprung

28.03.2011
Kieler Molekularbiologie lässt Pilzgene mutieren

Springende Gene können ihre Position innerhalb der DNA verändern und so Mutationen auslösen. Anwendungen für dieses seltene Ereignis waren bisher allerdings Mangelware. In der April-Ausgabe von Applied and Environmental Microbiology der American Society for Microbiology stellen Professor Frank Kempken und sein Doktorand Elkbir Hihlal von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) eine Methode vor, mit der sie die besonderen Eigenschaften der springenden Gene erforschen. Testobjekt ist der Pilz Aspergillus niger, der zum Beispiel für die Gewinnung von Zitronensäure wichtig ist.


Der Pilz Aspergillus niger: oben vor der Mutation, unten nach der Mutation. Copyright: Uni Kiel, Bild: Frank Kempken

"Wir wissen zwar, welche Gene in Pilzen springen und damit ihre Position in der DNA verändern können“, erklärt Kempken, "aber das Springen nachzuweisen war bisher sehr schwierig. Besonders, weil nicht jeder Sprung eine Mutation hervorruft." Die Methode der Kieler Molekularbiologen besteht darin, den Pilz auf eine spezielle Nährlösung aufzutragen – wirkt diese giftig und zerstört den Pilz, ist das Gen nicht gesprungen. Auf jenen Pilzsporen, die auf der Nährlösung gedeihen, liegt das Augenmerk der Forscherinnen und Forscher: "Hier kann das springende Gen eine Mutation auslösen und beispielsweise das Aussehen des Pilzes völlig verändern. Mit diesem Nachweis können wir jetzt Genmutationen im großen Maßstab erzeugen, und damit feststellen, welche Mutationen entstehen. Das hilft uns, die Eigenschaften der rund 10.000 Pilzgene zu verstehen", sagt Kempken. Diese Ergebnisse sind ein wichtiger Beitrag zur genetischen Grundlagenforschung.

Die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel hat als Forschungsuniversität im Norden Deutschlands eine ausgewiesene internationale Expertise im Bereich der Lebenswissenschaften.

Claudia Eulitz | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-kiel.de/aktuell/pm/2011/2011-030-pilzgene.shtml

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