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Forschungsnetzwerk für Biosysteme am Start

08.05.2012
Die Prozesse des Lebens genauer verstehen und damit neue Angriffspunkte für neue Medikamente identifizieren: Diese Ziele verfolgt das Bayerische Forschungsnetzwerk für Molekulare Biosysteme, das am 14. Mai offiziell seine Arbeit aufnimmt. Mit dabei sind vier Wissenschaftler der Universität Würzburg.
Die Ziele sind hoch gesteckt: Die Regulation des Erbguts auf zellulärer und molekularer Ebene verstehen, biologische Systeme als Ganzes erfassen, neue diagnostische Verfahren und Therapieansätze ermöglichen, eine neue Generation von interdisziplinär denkenden Wissenschaftlern ausbilden und – nicht zuletzt – die Zukunft der Lebenswissenschaften in Deutschland und Europa entscheidend mitgestalten.

Das alles hat sich das Bayerische Forschungsnetzwerk für Molekulare Biosysteme (BioSysNet) vorgenommen. Im Juli 2011 von der bayerischen Staatsregierung ins Leben gerufen, stehen nun, nach einem aufwändigen Auswahlverfahren, die Teilnehmer fest. Am 14. Mai findet in München die offizielle Auftaktveranstaltung von BioSysNet statt; dort wird Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch das neue Netzwerk der Öffentlichkeit vorstellen.

Vier Wissenschaftler der Universität Würzburg sind mit unterschiedlichen Forschungsprojekten daran beteiligt:

* Prof. Dr. Mike Heilemann (Lehrstuhl für Biotechnologie): Structural organization of transcription sites in the eucaryotic nucleus studied with superresolution fluorescence microscopy

* Prof. Dr. Jörg Vogel (Lehrstuhl für Molekulare Infektionsbiologie): Temporal control of gene expression by small RNAs

* Dr. Ana Eulalio (Lehrstuhl für Molekulare Infektionsbiologie): RNA: The missing link in bacterial pathogen?host interactions

* Dr. Cynthia Sharma (Zentrum für Infektionsforschung): Exploring RNA?binding proteins in Campylobacter jejuni

In den kommenden fünf Jahren sollen sie zusammen mit den Mitgliedern 20 weiterer Forschungsprojekte aus bayerischen Universitäten und Universitätsklinika ein Verbundsystem zur Erforschung molekularer Biosysteme bilden. Mit unterschiedlichsten Techniken werden sie die Regulation des Genoms auf zellulärer und molekularer Ebene untersuchen. Das bayerische Wissenschaftsministerium und die Zukunftsinitiative „Aufbruch Bayern“ unterstützen BioSysNet mit rund 18 Millionen Euro.

Den Punkt, an dem alle Fäden des Netzwerks zusammenlaufen, bildet das Bayerische Forschungszentrum für Molekulare Biosysteme in München am Campus Großhadern/Martinsried der Ludwig-Maximilians-Universität. Bis zum Jahr 2015 wird dort ein 28,6 Millionen Euro teurer Forschungsneubau für Molekulare Biosysteme entstehen. Dort will Bayern den Ausbau der molekularen Biosystem-Forschung, den Aufbau von Hochtechnologie-Plattformen und die Ausbildung von interdisziplinär und systemisch denkenden Wissenschaftlern vorantreiben. Das Kernzentrum dient zugleich als Koordinierungsstelle für die lokalen und Bayern-weiten Aktivitäten sowie die Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft.

Das Bayerische Forschungszentrum für Molekulare Biosysteme im Internet: http://www.biosysnet.de

Robert Emmerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.biosysnet.de

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