Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Effektive Proteinanalyse für eine bessere Diagnostik

11.07.2014

Gründeridee des NMI Reutlingen überzeugt beim Science2Start-Wettbewerb

Dr. Markus Templin und Fridolin Treindl, Forscher am NMI Naturwissenschaftliches und Medizinisches Institut Reutlingen, erhielten am 10. Juli 2014 anlässlich des Sommerfests von BioRegio STERN den 1. Preis des mit 2.000 Euro dotierten Ideenwettbewerbs Science2Start 2014.

Den beiden Wissenschaftlern ist es gelungen, ein Standardverfahren zur Proteinanalyse entscheidend weiterzuentwickeln. Ihre patentierte Entwicklung ermöglicht einen wesentlich höheren Durchsatz und schafft damit die Voraussetzung für eine bessere Diagnostik.

Wer wissen will, was in einer Zelle vor sich geht, muss ihre Proteine untersuchen. Sie geben den Zellen ihre Struktur und sind an allen Lebensvorgängen beteiligt. Viele Krankheiten entstehen, wenn das Wechselspiel der Proteine im Körper gestört ist, wenn sie zum Beispiel nicht in der richtigen Menge zur Verfügung stehen oder ihre Struktur stark verändert ist.

Der Vergleich von Proteinen einer gesunden und einer kranken Zelle ermöglicht Aussagen darüber, welche Proteine die Entstehung von Krankheiten wie beispielsweise Krebs begünstigen oder hemmen. So liefern die Proteine für die Diagnostik große Möglichkeiten.

Die Detektion und das Erfassen der Menge eines krankheitsrelevanten Proteins gehören aus diesem Grund zu den häufigsten Tests in der klinischen Diagnostik. Dabei muss ein hoher zeitlicher und finanzieller Aufwand investiert werden. Standardtests erlauben bisher nur den Nachweis von maximal 4-8 Proteinen in einem Test. Die Analyse sehr vieler Proteine in einem einzigen Test ist bisher nur mit hohem Aufwand in Wiederholungs- oder Paralleltests möglich.

Hier setzen Markus Templin und Fridolin Treindl mit ihrer Idee an und entwickelten ein Verfahren, das den Nachweis einer Vielzahl von Proteinen aus einer sehr geringen Probenmenge - sozusagen auf einen Streich - erlaubt. Als Basis diente den beiden Forschern dabei die Western-Blot-Methode, das bisherige Standardverfahren zur Proteinanalyse. Templin und Treindl entwickelten daraus die DIGI-West-Technologie, die in einem einzigen Schritt hunderte digitale „Kopien“ eines Western-Blots erzeugen kann. Die Vorteile der neuen Technologie bedeuten einen Innovationssprung im Bereich der Proteindiagnostik.

Mit der neuen Methode lassen sich Proteinmenge und Proteinmodifikationen aus geringster Probenmenge verlässlich und reproduzierbar nachweisen. Gleichzeitig erhöht DIGI-West den Probendurchsatz durch den parallel möglichen Nachweis von bis zu 250 verschiedenen Antigenen in ein und derselben Probe. Den Labors bringt dies eine große Arbeits- und Zeitersparnis. In Verbindung mit einer Reduzierung der Nachweisreagenzien wird eine Kostenreduktion von bis zu 95% erwartet. Als Kunden werden Forschungslaboratorien großer Pharmafirmen gesehen, die proteinbiochemische Untersuchungen durchführen.

Die aus Wissenschaftlern, Wagniskapitalgebern und Unternehmern zusammengesetzte Jury überzeugte die wissenschaftliche Exzellenz und das wirtschaftliche Potenzial dieser patentierten Entwicklung. "Seit sechs Jahren zeichnen wir die besten Ideen des Wettbewerbs Science2Start aus. Es geht uns dabei um Gründungsideen, die wissenschaftliche Exzellenz mit Vermarktungspotenzial verbinden. Das NMI gehörte bisher 6 mal zu den Preisträgern. Ein Beleg dafür, dass das Institut eine Schlüsselposition in diesem Bereich einnimmt.", so Dr. Klaus Eichenberg, Geschäftsführer der BioRegio STERN Management GmbH.

Weitere Informationen:

http://www.nmi.de

Dr. Nadja Gugeler | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Von der Genexpression zur Mikrostruktur des Gehirns
24.04.2018 | Forschungszentrum Jülich

nachricht Nano-Ampel zeigt Risiko an
24.04.2018 | Universität Duisburg-Essen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Im Focus: Molecules Brilliantly Illuminated

Physicists at the Laboratory for Attosecond Physics, which is jointly run by Ludwig-Maximilians-Universität and the Max Planck Institute of Quantum Optics, have developed a high-power laser system that generates ultrashort pulses of light covering a large share of the mid-infrared spectrum. The researchers envisage a wide range of applications for the technology – in the early diagnosis of cancer, for instance.

Molecules are the building blocks of life. Like all other organisms, we are made of them. They control our biorhythm, and they can also reflect our state of...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Von der Genexpression zur Mikrostruktur des Gehirns

24.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Bestrahlungserfolg bei Hirntumoren lässt sich mit kombinierter PET/MRT vorhersagen

24.04.2018 | Medizintechnik

RWI/ISL-Containerumschlag-Index auf hohem Niveau deutlich rückläufig

24.04.2018 | Wirtschaft Finanzen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics