Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bund fördert Projekt an der Universität Göttingen zur Nutzung von Biomasse mit vier Millionen Euro

24.09.2010
Wissenschaftler der Universität Göttingen entwickeln regionale Produktionskonzepte

Forscher der Universität Göttingen wollen untersuchen, wie Biomasse künftig günstig und ökologisch unbedenklich erzeugt und optimal ausgenutzt werden kann.

Das Forschungsvorhaben BEST (Bioenergie Regionen stärken – neue Systemlösungen im Spannungsfeld ökologischer, ökonomischer und sozialer Anforderungen) wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung in den kommenden vier Jahren mit insgesamt vier Millionen Euro gefördert. Neben 21 Abteilungen der Universität Göttingen sind noch zehn weitere Partner beteiligt. Koordiniert wird das Projekt vom Forschungszentrum Waldökosysteme der Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie an der Universität Göttingen.

Die Produktion von Biomasse nimmt beständig zu. Doch aufgrund der begrenzten Anbauflächen steht die Biomasseerzeugung in einem Spannungsfeld konkurrierender Nutzungsinteressen: Wo beispielsweise großflächig Raps für Biogasanlagen angebaut wird, fehlt diese Fläche für die Produktion von Nahrungsmitteln. Zudem ist noch ungeklärt, ob und inwieweit die Produktion von Bioenergie möglicherweise auch negative Auswirkungen haben kann, beispielsweise auf die ökologische Vielfalt. Ziel des BEST-Forschungsprojekts ist es daher, regional angepasste Konzepte und Handlungsanweisungen zur Produktion von Biomasse zu entwickeln. Die Untersuchungen werden im Landkreis Göttingen und in der Thüringer Ackerebene durchgeführt, beide Gegenden haben sich bereits als „Bioenergieregion“ positioniert. In Kooperation zwischen den Wissenschaftlern und den jeweiligen Ansprechpartnern vor Ort soll das Forschungsprojekt Aufschluss geben über die ökologischen und ökonomischen Folgen der entwickelten Nutzungskonzepte.

Unter anderem werden die Forscher sogenannte Kurzumtriebsplantagen anlegen. Hier soll im Wechsel mit artenreichem Grünland zur Herstellung von Biogas Energieholz angebaut werden. Andere Teilvorhaben untersuchen, wie vorhandene Holzreserven im Wald effizienter genutzt und verwertet werden können oder ob durch die Bewässerung mit vorgeklärtem Abwasser die Produktion von Energieholz verbessert werden kann. Ziel des BEST-Projektes ist es, die im „nationalen Biomasseaktionsplan für Deutschland“ genannten Ziele aufzugreifen und umzusetzen. Dazu wollen die Göttinger Wissenschaftler unter anderem integrative Konzepte zur nachhaltigen Landnutzung entwickeln, die Auswirkungen der Biomasse-Produktion auf die Kulturlandschaft untersuchen, bisher ungenutzte Potenziale erschließen und Lösungsansätze für die unterschiedlichen Nutzungsinteressen erarbeiten.

Hinweis an die Redaktionen:
Eine Grafik zum Thema haben wir im Internet unter http://www.uni-goettingen.de/de/3240.html?cid=3656 zum Download bereit gestellt.
Kontaktadresse:
Prof. Dr. Michael Bredemeier und Prof. Dr. Norbert Lamersdorf
Georg-August-Universität Göttingen
Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie – Forschungszentrum Waldökosysteme
Büsgenweg 2, 37077 Göttingen, Telefon (0551) 39-9840, Fax (0551) 39-9762
E-Mail: mbredem@gwdg.de und nlamers@gwdg.de

Dr. Bernd Ebeling | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-goettingen.de
http://www.uni-goettingen.de/de/109396.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Forscher beschreiben neuartigen Antikörper als möglichen Wirkstoff gegen Alzheimer
22.08.2017 | Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

nachricht Virus mit Eierschale
22.08.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer IPM präsentiert »Deep Learning Framework« zur automatisierten Interpretation von 3D-Daten

22.08.2017 | Informationstechnologie

Globale Klimaextreme nach Vulkanausbrüchen

22.08.2017 | Geowissenschaften

RWI/ISL-Containerumschlag-Index erreicht neuen Höchstwert

22.08.2017 | Wirtschaft Finanzen