Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

BioPat: Suchwerkzeug im Ideenreservoir der Natur

13.11.2009
Das vom Fraunhofer IAO neu entwickelte Werkzeug "BioPat" macht es möglich, Lösungsstrategien und Prinzipien der Natur ohne Umwege zu identifizieren und für Ingenieuraufgaben nutzbar zu machen. Zum Einsatz kommt es im Rahmen der vom IAO jetzt angebotenen Bionikpotenzialanalyse.

Lange bevor der Begriff "Bionik" entstand, nutzte Leonardo da Vinci das Lösungspotenzial aus der Natur und entwarf nach deren Modell technische Konstruktionen, die ihrer Zeit weit voraus waren. Heute ist technisch viel mehr möglich und die Nutzung biologischer Vorbilder zur Entwicklung neuer Produkte oder Prozesse verspricht ressourceneffiziente Lösungen und nachhaltige Wettbewerbsvorteile.

Unzählige innovative Problemlösungsansätze für technische Fragestellungen wie z.B. der Umgang mit Energieeinsparungen, Verpackungen oder Detektion schlummern unentdeckt in der Natur. Expertenschätzungen zufolge sind über 95 Prozent des Ideenreservoirs aus der Natur noch nicht erschlossen.

Dementsprechend groß ist die Chance, neue, von der Biologie inspirierte Ansätze zu finden. Nur, wie findet man in der Vielfalt an Möglichkeiten die relevanten Lösungsprinzipien und wie überführt man nützliche Lösungsstrategien in technische Umsetzungskonzepte? Um das riesige Ideenpotenzial aus der Natur für die Entwicklung neuer Produkte und Verfahren systematisch zu erschließen, haben Forscher des Fraunhofer IAO jetzt das Werkzeug "BioPat" entwickelt.

"BioPat" durchsucht mittels semantischer Technologien umfangreiche Datenquellen der Biologie nach nützlichen Phänomenen. Diese werden unter Berücksichtigung technologischer Kernkompetenzen des Unternehmens selektiert. Anschließend unterstützt das Werkzeug dabei, relevante Biologiephänomene auf technische Lösungen zu übertragen, indem es diese Phänomene analysiert und inhaltlich relevante technische Konzepte identifiziert.

Mit Hilfe von "BioPat" konnten bereits für vielfältige Problemstellungen vorteilhafte Lösungsansätze aus der Natur identifiziert werden. Auf diese Weise erkannte Lösungsansätze sind unter anderem:

- Enzymatisch-mechanisch-kombiniertes Verfahren zur Phosphatrückgewinnung aus Klärschlamm
- Recycling-freundliches Plattenverbundmaterial
- Energieeffiziente Trocknung von Naturfasermaterial
Neben dem Tool selbst bietet das Fraunhofer IAO eine Bionikpotenzialanalysean. Diese reicht von der Identifikation unternehmensrelevanter Fragestellungenüber die Recherche mit "BioPat" bis hin zur Unterstützung bei Prozessoptimierung und Produktentwicklung.
Ansprechpartner für weitere Informationen:
Fraunhofer IAO
Truong Le, Frieder Schnabel
Nobelstraße 12, 70569 Stuttgart
Telefon +49 711 970-2108, -2245
Fax +49 711 970-2299, -2287
truong.le@iao.fraunhofer.de,
frieder.schnabel@iao.fraunhofer.de

Claudia Garád | Fraunhofer Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.iao.fraunhofer.de/lang-de/geschaeftsfelder/tim.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen
09.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP

nachricht Wolkenbildung: Wie Feldspat als Gefrierkeim wirkt
09.12.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie