Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Biomoleküle kopieren, Innovationspotenzial ausschöpfen

15.08.2016

Arbeitsgruppe erhält mehr als 1,6 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung

Ein Biomolekül-Kopierer, der ähnlich wie ein Fotokopierer funktioniert: Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert den Freiburger Biochemiker und Physiker Dr. Günter Roth und seine Arbeitsgruppe für diese Entwicklung in der Maßnahme „Validierung des technologischen und gesellschaftlichen Innovationspotenzials wissenschaftlicher Forschung – VIP+“ mit mehr als 1,6 Millionen Euro.


Beispiel einer DNA-Kopie in einem Mikroarray mit etwa 4.000 Punkten auf einer Fläche von 10 mm Höhe und 14 mm Breite. Jeder Punkt stellt eine andere DNA dar; ähnliche Farben entsprechen DNA mit ähnlichen Teilsequenzen.

Bild: Christin Rath/Philipp Meyer

Das Team soll in den nächsten drei Jahren mögliche Anwendungsfelder des Biomolekül-Kopierers erschließen und auf ihre wirtschaftliche Verwertbarkeit prüfen. Die Entwicklung der Forscherinnen und Forscher könnte beispielsweise Waschmittelenzyme verbessern, Antikörper kopieren und in wenigen Tagen potenzielle Impfstoffkandidaten gegen Erreger finden.

Der Kopierer erzeugt eine DNA-Vorlage, fertigt daraus weitere Kopien von DNA, RNA oder Proteinen an und produziert so Mikroarrays. Diese tragen auf einer etwa fingernagelgroßen Fläche tausende kleine Punkte, von denen jeder ein anderes Biomolekül enthält. Dadurch können Forscher viele biochemische Interaktionen innerhalb eines einzigen Versuchs messen.

Mikroarrays kommen bei Genanalysen, der Findung von Biomarkern, der Aufklärung von zellulären Prozessen sowie in der personalisierten Medizin zum Einsatz. „Die konventionelle Herstellung von Mikroarrays ist komplex, zeitintensiv und teuer, was Einsätze häufig verhindert“, erklärt Roth. „Unser erster Prototyp kann bereits Mikroarrays mit mehr als 100.000 DNA-Sequenzen zu einem günstigeren Preis und mit höherer Qualität als die kommerzielle Konkurrenz herstellen.“

Die Arbeitsgruppe erreichte 2015 bei einigen Wettbewerben hochrangige Plätze. Mit dem Kopierverfahren „immune2day“, das in 48 Stunden Impfstoffkandidaten finden soll, hat das Team unter anderem beim Elevator Pitch Baden-Württemberg 2014/2015 den ersten Preis gewonnen. Günter Roth ist Leiter einer Arbeitsgruppe am Zentrum für Biosystemanalyse (ZBSA) der Albert-Ludwigs-Universität und Mitglied des Freiburger Exzellenzclusters BIOSS Centre for Biological Signalling Studies.

Webseite der Arbeitsgruppe Roth
http://www.zbsa.uni-freiburg.de/projects/ag-roth

Bildunterschrift:
Beispiel einer DNA-Kopie in einem Mikroarray mit etwa 4.000 Punkten auf einer Fläche von 10 mm Höhe und 14 mm Breite. Jeder Punkt stellt eine andere DNA dar; ähnliche Farben entsprechen DNA mit ähnlichen Teilsequenzen.

Kontakt:
Dr. Günter Roth
Zentrum für Biosystemanalyse (ZBSA)
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Tel.: 0761/203-97167
E-Mail: guenter.roth@zbsa.uni-freiburg.de

Weitere Informationen:

http://www.pr.uni-freiburg.de/pm/2016/pm.2016-08-15.119

Rudolf-Werner Dreier | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Zebras: Immer der Erinnerung nach
24.05.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

nachricht Wichtiges Regulator-Gen für die Bildung der Herzklappen entdeckt
24.05.2017 | Universität Basel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten