Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Biomarker für Diabetes-relevantes Protein entdeckt

12.05.2011
Die Kooperation des Helmholtz Zentrums München und Boehringer Ingelheim zeigt erste Erfolge: Gemeinsam haben die Partner einen Biomarker identifiziert, der die Testung von Wirkstoffen an einem Diabetes relevanten Protein ermöglichen soll. Die nun im Journal of Biomolecular Screening veröffentlichten Ergebnisse beweisen den Mehrwert von Kooperationen von Pharmaindustrie und Wissenschaft bei der Erforschung neuer Medikamente gegen Diabetes und Arteriosklerose (Journal of Biomolecular Screening).

Gemeinsam haben das Helmholtz Zentrum München und Boehringer Ingelheim einen Biomarker identifiziert, der die Testung von Wirkstoffen an einem Diabetes relevanten Protein ermöglichen soll: Boehringer Ingelheim brachte dazu die biologische und indikationsspezifische Expertise ein, das Helmholtz Zentrum München metabolomisches und bioinformatisches Wissen. Der Indikator soll die präklinische Testung von FABP4*-Inhibitoren erlauben und damit die Auswahl von potenziell wirksamen Substanzen erleichtern.

Studien an Menschen und Mausmodellen zeigen, dass das Protein FABP4* ein vielversprechendes Zielprotein für neue Medikamente zur Behandlung von Diabetes mellitus und Arteriosklerose sein könnte. Was bislang fehlte, war ein geeigneter Indikator, der die akuten Effekte einer großen Anzahl von Wirksubstanzen als FABP4*-Inhibitoren in der präklinischen Testung anzeigt. Der jetzt vom Helmholtz Zentrum München identifizierte Biomarker schließt diese Lücke und ermöglicht nun in Zusammenarbeit mit dem Pharmakonzern Boehringer Ingelheim FABP4*-Inhibitoren gegen Diabetes mellitus und Arteriosklerose zügig weiter zu erforschen.

Der praktikable und funktionsrelevante Biomarker wurde durch die Anwendung von Lipidomics*- und Metabolomics gefunden. Wissenschaftler am Helmholtz Zentrum München haben als erste die moderne Lipidomics-Technologien zur Identifizierung solcher funktionsrelevanter Biomarker für FABP4* mit Erfolg eingesetzt. Das grundsätzliche Funktionsprinzip wird im Journal of Biomolecular Screening beschrieben. Weil diese Methode universal einsetzbar ist, kann sie auch für die Entwicklung anderer Medikamente genutzt werden.

Die Entwicklung des Biomarkers für FABP4 war das Pilotprojekt für die Kooperation zur Identifizierung von funktionellen Biomarkern.

Weitere Informationen

Hintergrund
* Lipidomics: Unterbereich der Metabolomics, der auf den Fettstoffwechsel spezialisiert ist.
* Metabolomics: Charakterisierung der Stoffwechselprodukte biologischer Proben.
* FABP4: Fatty Acid-binding Protein 4
Original-Publikation:
Suhre, K. et al.(2011) Identification of a Potential Biomarker für FABP4 Inhibition: The Power of Lipidomics in Preclinical Drug Testing, Journal of Biomolekular Screening, Published online before print May 4, 2011, doi: 10.1177/1087057111402200

Link zur Fachpublikation: http://jbx.sagepub.com/content/early/2011/05/04/1087057111402200

Das Helmholtz Zentrum München ist das deutsche Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt. Als führendes Zentrum mit der Ausrichtung auf Environmental Health erforscht es chronische und komplexe Krankheiten, die aus dem Zusammenwirken von Umweltfaktoren und individueller genetischer Disposition entstehen. Das Helmholtz Zentrum München beschäftigt rund 1.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens auf einem 50 Hektar großen Forschungscampus. Das Helmholtz Zentrum München gehört der größten deutschen Wissenschaftsorganisation, der Helmholtz-Gemeinschaft an, in der sich 17 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit etwa 30.000 Beschäftigten zusammengeschlossen haben. http://www.helmholtz-muenchen.de

Ansprechpartner für die Medien

Sven Winkler,. Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH), Ingolstädter Landstraße 1 85764 Neuherberg . Tel.: 089-3187-3946 . Fax 089-3187-3324, E-Mail: presse@helmholtz-muenchen.de

Fachlicher Ansprechpartner
Prof. Dr. Martin Hrabé de Angelis, Institut für Experimentelle Genetik, Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH), Ingolstädter Landstraße 1, 85764 Neuherberg. Tel.:089 / 3187-3502. E-Mail: hrabe@helmholtz-muenchen.de

Susanne Eichacker | Helmholtz-Zentrum
Weitere Informationen:
http://www.helmholtz-muenchen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Geckos kommunizieren überraschend flexibel
29.05.2017 | Max-Planck-Institut für Ornithologie

nachricht Bauchspeicheldrüsenkrebs: Forschungsgruppe erprobt erfolgreich neue Diagnose- und Therapieansätze
29.05.2017 | Wilhelm Sander-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

Der steigende Bedarf an schneller, leistungsfähiger Datenübertragung erfordert die Entwicklung neuer Verfahren zur verlustarmen und störungsfreien Übermittlung von optischen Informationssignalen. Wissenschaftler der Universität Johannesburg, des Instituts für Angewandte Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) präsentieren im Fachblatt „Journal of Optics“ eine neue Möglichkeit, glasfaserbasierte und kabellose optische Datenübertragung effizient miteinander zu verbinden.

Dank des Internets können wir in Sekundenbruchteilen mit Menschen rund um den Globus in Kontakt treten. Damit die Kommunikation reibungslos funktioniert,...

Im Focus: Strathclyde-led research develops world's highest gain high-power laser amplifier

The world's highest gain high power laser amplifier - by many orders of magnitude - has been developed in research led at the University of Strathclyde.

The researchers demonstrated the feasibility of using plasma to amplify short laser pulses of picojoule-level energy up to 100 millijoules, which is a 'gain'...

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen

29.05.2017 | Veranstaltungen

49. eucen-Konferenz zum Thema Lebenslanges Lernen an Universitäten

29.05.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz an der Schnittstelle von Literatur, Kultur und Wirtschaft

29.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligente Sensoren mit System

29.05.2017 | Messenachrichten

Geckos kommunizieren überraschend flexibel

29.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

1,5 Millionen Euro für vier neue „Innovative Training Networks” an der Universität Hamburg

29.05.2017 | Förderungen Preise